18. Mai 2010
Ein Flugmediziner beschäftigt sich beruflich mit der Feststellung der Tauglichkeit des Flugpersonals sowie spezifischen Erkrankungen dieses Personals. Flugmediziner können in verschiedenen Bereichen tätig sein.
Ein Flugmediziner ist ein Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Flugmedizin. Häufig sind diese Ärzte Fachärzte für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin.
Die Patienten von Flugmedizinern sind Piloten, die beruflich oder privat z.B. ein Flugzeug, ein Segelflugzeug oder einen Hubschrauber fliegen. Auch Flugbegleiter (Stewardessen) und Fluglotsen müssen regelmäßig zu einem Flugmediziner. Neben dem Flugpersonal betreut ein Flugmediziner auch Astronauten und somit die Raumfahrtbranche. Ein Flugmediziner ist jedoch auch ein Facharzt für diejenigen Menschen, die unter extremer Flugangst leiden.
Der Facharzt für Flugmedizin hat die Aufgabe, für die Erhaltung der Gesundheit dieser Menschen zu sorgen. Der Flugmediziner hat im Rahmen seiner Zusatzausbildung gelernt, wie sich der Zustand des Körpers beim Fliegen oder im Weltraum in der Schwerelosigkeit verändert und welche Auswirkungen dies auf das Befinden der Menschen hat. Auch Krankheiten, die während eines Fluges auftreten können, kann der Flugmediziner behandeln. Dazu zählt z.B. die Thrombose, die durch langes Sitzen entstehen kann. Auch zu jeglichen Fragen bezüglich des Jetlags oder nötiger Reiseimpfungen ist der Flugmediziner der richtige Ansprechpartner. Treten Schadstoffe aus defekten Maschinen aus, so kann der Flugmediziner einschätzen, ob und welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit der Mitarbeiter hat.
Piloten und Flugsicherungspersonal benötigen eine spezielle Lizenz, um fliegen zu dürfen. Diese Lizenz wird von den Flugmedizinern ausgestellt. Dazu sind umfangreiche Tests und Untersuchungen notwendig. Der Flugmediziner untersucht seinen Patienten körperlich und misst dabei auch Puls und Blutdruck. Auch ein spezieller Seh- und Hörtest wird durchgeführt. Teilweise führen auch Augen- bzw. Ohrenärzte mit einer speziellen Weiterbildung diese beiden Tests durch. Der Patient geht dann mit Befundberichten über diese Untersuchungen erneut zurück zu seinem Flugmediziner. Der Flugmediziner untersucht auch das Blut und den Urin des Patienten. Wichtiger Bestandteil einer fliegerärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung ist auch die Lungenfunktionsprüfung, bei der das Volumen der Lunge gemessen wird. Neben einem EKG, bei dem die Herzströme gemessen werden, können auch noch weitere Untersuchungen wie z.B. eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs zum Einsatz kommen.
Sind alle Untersuchungsergebnisse vorhanden und in Ordnung, so verlängert der Flugmediziner die Fliegerlizenz. Je nach Alter des Patienten gilt die Verlängerung für ein bis mehrere Jahre. Haben die Untersuchungen Auffälligkeiten ergeben, so kann der Flugmediziner die für die Ausübung des Berufes oder des Hobbys notwendige Lizenz oftmals nicht verlängern. Besonders für Menschen, die diese Lizenz aus beruflichen Gründen benötigen, stellt dies natürlich ein gravierendes Problem dar. Der Flugmediziner muss hier viel Einfühlungsvermögen für die Situation des Patienten aufbringen. Letztlich muss der Flugmediziner jedoch anhand der vorliegenden Untersuchungen entscheiden, ob es aufgrund des Gesundheitszustandes verantwortet werden kann, dass die Lizenz verlängert wird. Ist ein Pilot beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geeignet, ein Flugzeug zu fliegen, so sorgt der Flugmediziner durch Nichtausstellen der Lizenz auch für die Sicherheit der Fluggäste.
Ein Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Flugmedizin kann in der eigenen Praxis als selbstständiger Arzt tätig sein. Er kann jedoch auch in einer großen Gemeinschaftspraxis oder Praxisgemeinschaft als angestellter Arzt arbeiten.
Flugmediziner können jedoch auch bei der Bundeswehr oder in der Raumfahrt tätig sein.
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