11. Januar 2011
Die Schilddrüse kann durch verschiedene Erkrankungen in Mitleidenschaft gezogen werden. Zur Behandlung gibt es unterschiedliche Operationsverfahren.
Die menschliche Schilddrüse kann von unterschiedlichen Erkrankungen beeinträchtigt werden. Dazu gehört vor allem der so genannte Kropf (Struma), bei dem es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse kommt. Verursacht wird ein Kropf zumeist durch Jodmangel. Auch eine Verdickung der Schilddrüse ist eine häufige Erkrankung. Verantwortlich dafür sind Autoimmunkrankheiten. Durch solche Erkrankungen wird das körpereigene Gewebe vom Abwehrsystem des Organismus attackiert. Im Falle einer Basedow-Struma kommt es durch die gebildeten Antikörper zu einer Anregung der Schilddrüsenfunktionen, was wiederum eine verstärkte Bildung und Ausschüttung von Hormonen zur Folge hat. Zu einer Schilddrüsenvergrößerung kann es auch durch eine Thyreoditis, eine Entzündung der Drüse, kommen. Darüber hinaus kann die Schilddrüse auch von Tumoren befallen werden. Diese können sowohl gutartiger Natur wie Adenome oder Zysten als auch bösartig wie das Schilddrüsenkarzinom sein.
Um festzustellen, ob ein Befund gutartig oder bösartig ist, führt man eine Feinnadel-Gewebeentnahme (Punktion) durch. Danach untersucht man die entnommene Probe unter einem Mikroskop und entscheidet, ob ein operativer Eingriff nötig ist. In Deutschland nimmt man pro Jahr rund 110.000 Operationen an der Schilddrüse vor. Je nach Art der Erkrankung kommen unterschiedliche Operationsverfahren zum Einsatz. Dazu gehören:
Unter einer Strumaresektion versteht man einen chirurgischen Eingriff zum Beheben einer Schilddrüsenvergrößerung. Mit Ausnahme eines kleinen Rests entfernt man dabei die Schilddrüse. Angewandt wird das Verfahren bei Morbus Basedow, diffuser Struma und Knotenstruma. Bei dem Eingriff durchtrennt man die enge Organbrücke zwischen den beiden Lappen der Schilddrüse. Nach der Unterbindung der oberen Polgefäße löst man dann die Schilddrüse aus ihrer Umgebung heraus. Wurde die Schilddrüse eröffnet, erfolgt ihre Herausschälung. Den verbleibenden funktionstüchtigen Rest verschließt der Operateur durch eine Naht. Bevor man die Wunde vernäht, bringt man Redon-Drainagen ein, die zur Ableitung von Wundsekret und Blut dienen.
Eine Thyreoidektomie wird bei einem Kropf oder Schilddrüsenkrebs durchgeführt. Dabei entfernt man die gesamte Schilddrüse, ohne dass ein Rest verbleibt. Zu diesem Zweck wird die Schilddrüse zunächst freigelegt, dann wird der Isthmus durchtrennt. Anschließend erfolgt das Herauslösen der beiden Schilddrüsenlappen sowie der zugehörigen Gefäße. Zur Ableitung von Blut und Wundflüssigkeit legt man wie bei der Strumaresektion so genannte Redon-Drainagen ein.
Die Hermithyreoidektomie ist eine Variante der Thyreoidektomie. Dabei wird nur eine einseitige Entfernung des linken oder des rechten Schilddrüsenlappens durchgeführt.
Als Enukleation bezeichnet man die Ausschälung eines Adenoms oder einer Zyste aus der Schilddrüse. Das gesunde Gewebe bleibt bei diesem Verfahren erhalten.
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