18. Mai 2010
Ein Diabetologe behandelt Diabetespatienten. Die meisten Diabetologen arbeiten in einer Arztpraxis.
Der Diabetologe ist der Facharzt zur Behandlung der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Der Arzt behandelt sowohl Erwachsene als auch Kinder und beide Formen des Diabetes (Diabetes Typ I und II).
Diabetologen behandeln Patienten, bei denen der Diabetes mellitus bereits diagnostiziert wurde sowie auch Patienten, die ihre Diagnostik erst in seiner Praxis durchführen lassen. Ein Diabetes mellitus wird aufgrund der Ergebnisse verschiedener Untersuchungen diagnostiziert. Mehrmals am Tag wird der Blutzucker in der Arztpraxis gemessen. Zusätzlich erhält der Patient auch eine spezielle Zuckerlösung verabreicht und nach einiger Zeit erneut der Blutzucker gemessen. Dieser Test wird Glucosetoleranztest genannt. Diabetiker weisen auch bei diesem Test einen höheren Blutzuckerwert auf. Auch der Urin des Patienten wird untersucht. Bei Diabetikern befindet sich bereits Glucose (Zucker) im Urin. Neben den Beschwerden und wie starkes Durstgefühl oder Müdigkeit und dem Alter des Patienten kommt der Arzt aufgrund der Untersuchungsergebnisse zur Diagnose Diabetes Typ I oder Diabetes Typ II.
Patienten, bei denen gerade erst die Zuckerkrankheit diagnostiziert wurde, benötigen eine umfassende Schulung, da die Krankheit ihr Leben verändert. Der Diabetologe führt verschiedene Schulungen sowohl für Kinder als auch für deren Eltern oder erwachsene Patienten durch. Die Betroffenen lernen hier, wie sie sich künftig ernähren sollen, wie und wann Insulin gespritzt wird, wann Medikamente eingenommen werden, wie eine Blutzuckermessung funktioniert usw. Für viele Patienten bedeutet es auch eine Hemmschwelle, sich selbst zu spritzen und sich regelmäßig mit einer Lanzette in den Finger zu stechen, um so den Zuckergehalt des Blutes messen zu können. Besonders bei der Schulung von Kindern benötigt der Diabetologe viel Einfühlungsvermögen.
Einige Diabetiker erhalten eine Insulinpumpe, die ohne Zutun die notwendige Menge an Insulin automatisch abgibt. Diese Patienten müssen sich somit kein Insulin mehr selbst spritzen. Auch diese Patienten betreut der Diabetologe umfassend und erklärt die Handhabung der Insulinpumpe.
Auch schwangere Diabetikerinnen und Frauen, die einen reinen Schwangerschaftsdiabetes haben, werden von einem Diabetologen betreut.
Der Diabetes mellitus kann viele Folgekrankheiten verursachen. Dazu gehören z.B. wunde Beine. Diese zu versorgen ist ebenfalls eine Aufgabe des Diabetologen und seiner Mitarbeiter.
Einige Diabetologen führen auch Schulungen in Alten- oder Pflegeheimen für das dort arbeitende Pflegepersonal durch. Da auch diese Mitarbeiter mit Patienten zu tun haben, die Diabetiker sind, sind die Schulungen sehr wichtig.
Große diabetologische Praxen betreuen auch Diabetessportgruppen oder nehmen an Selbsthilfegruppen teil, um dort die Patienten über ihre Krankheit zu informieren.
Da viele Diabetiker unter Übergewicht leiden, werden in diabetologischen Praxen auch Schulungen zur Gewichtsreduktion durchgeführt. Im Rahmen dieser Schulungen begleiten die Mitarbeiter des Diabetologen die Patienten auch zum Einkaufen und leiten sie so an, gesunde Lebensmittel einzukaufen.
Der Diabetologe betreut seine Patienten regelmäßig in seiner Praxis. Bei Diabetikern müssen regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Dabei nimmt der Diabetologe Blut ab und untersucht u.a. die Höhe des Blutzuckerwertes und einen speziellen Wert, den so genannten HbA1c. Dieser Wert gibt Auskunft, wie hoch der Blutzuckerspiegel der letzten Wochen im Mittelwert war. Ist dieser Wert zu hoch, so ist das für den Diabetologen ein Zeichen, dass der Patient zu wenig Insulin spritzt, seine Krankheit nicht ernst nimmt und/oder die Medikation geändert werden muss. Während der regelmäßig stattfindenden Kontrolluntersuchungen achtet der Diabetologe auch auf mögliche Folgeerkrankungen der Zuckerkrankheit und überweist den Patienten ggfs. weiter zu einem anderen Facharzt wie z.B. einem Augenarzt.
Der Diabetologe behandelt auch Notfälle wie z.B. Patienten, die unter einer Unterzuckerung leiden. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn der Patient zu lange nichts gegessen hat. Der Arzt verabreicht dem Patienten dann meist sofort eine zuckerhaltige Infusion, so dass sich der Zuckerwert im Blut wieder normalisiert.
Ein Diabetologe kann selbstständig sein und in der eigenen Praxis arbeiten. Zudem kann er auch als angestellter Diabetologe in einer großen Schwerpunktpraxis arbeiten oder in einem Krankenhaus angestellt sein. Viele Kliniken haben sich auf Diabetiker spezialisiert. Die Diabetiker werden dort überwiegend von Diabetologen betreut und behandelt.
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