Überlebenschancen bei Not-OP steigen mit dem Alter des Chirurgen

Forscher untersuchten, ob das Sterberisiko bei Notoperationen je nach Alter und Geschlecht des Chirurgen variiert

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  • von Paradisi-Redaktion
Drei Chirurgen mit grünen Kitteln und Mundschutz bei Operation

Muss sich ein Patient einer Notoperation unterziehen, hängen seine Überlebenschancen von verschiedenen Faktoren ab. Schon länger im Gespräch ist die Frage, ob das Geschlecht oder das Alter der Chirurgen eine Rolle spielen. Genau dies untersuchte nun eine Studie in den USA. 889.187 Patientendaten wurden ausgewertet und damit die Arbeit von 45.826 Chirurgen und Chirurginnen betrachtet.

Geringere Sterblichkeit bei Notoperationen durch ältere Chirurgen

Die Sterblichkeit innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff lag insgesamt mit 56.803 Fällen bei einem Wert von 6,4 Prozent. Unterteilte man die Ärzte nach ihrem Alter, war die Quote bei denen unter 40 Jahren mit 6,6 Prozent höher als der Durchschnitt. Auch Ärzte bis 49 Jahre kamen noch auf 6,5 Prozent. Die 50- bis 59-Jährigen lagen exakt bei 6,4 Prozent und die Chirurgen über 60 Jahre mit 6,3 Prozent unter dem Durchschnitt.

Was in Prozent wenig klingt, macht in der Praxis durchaus einen beachtlichen Unterschied: Demnach kommt ein zusätzlicher Todesfall auf jeden 333. Eingriff, den ein jüngerer Chirurg durchführt.

Bessere Überlebenschancen bei Eingriffen durch Chirurginnen

Betrachtete man die Geschlechter in zwei Gruppen, hatten die Frauen die Nase vorn. Bei allen Chirurginnen lag die Sterblichkeit bei 6,3 Prozent, bei ihren Kollegen hingegen bei 6,5 Prozent.

Handwerkliches Geschick in der Chirurgie mitentscheidend

Die Studie zeigt, dass es ein falsches Vorurteil ist, dass Chirurgen im Alter schlechter werden. Vielmehr scheint das Gegenteil der Fall zu sein, was eventuell am Mehr an Erfahrung liegt. Die Chirurgie ist zwar ein Fachgebiet, das viel Wissen verlangt, doch sie ist auch ein medizinisches Handwerk und vermutlich steigt mit den Jahren das handwerkliche Geschick.

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine ältere Studie, die einen ähnlichen Versuch mit Internisten durchführte. Hier stieg die Sterblichkeit der Patienten, je älter der Arzt war. Junge Internisten unter 40 Jahren waren den Ü60-Kollegen soweit voraus, dass ein Todesfall pro 77 Behandlungen vermieden wurde. Der Unterschied zu Chirurgen dürfte auf das Betätigungsfeld zurückgehen: Kognitive Fähigkeiten sind bei Internisten deutlich wichtiger als handwerkliche Übung und diese wiederum nehmen im Alter eher ab.

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