5. Januar 2011
Kommt es zu Passagehindernissen im Magen-Darm-Trakt, kann eine Bypassoperation erforderlich sein, um das Hindernis zu umgehen. Eine Operationsmethode ist die Gastroenterostomie.
Durch Passagestörungen im Magen-Darm-Trakt kann der Speisebrei nicht ungehindert transportiert werden. Lässt sich die Ursache für die Passagebehinderung nicht entfernen, kommt als Alternative in manchen Fällen eine Umgehungsoperation um die betreffende Stelle herum in Betracht, um den Transport des Nahrungsbreis zu ermöglichen.
Gründe für eine Passagestörung können Tumore des Magens, der Gallenwege oder des Pankreaskopfes, Entzündungen, Narben oder Verwachsungen sein. Eine Blockade kann prinzipiell in jedem Bereich des Verdauungstraktes auftreten. Dabei sind Verwachsungen im Inneren ebenso im Bereich des Möglichen wie Verengungen von außen. Welche Symptome bei einer Passagestörung auftreten, hängt davon ab an welcher Stelle sie vorkommt. Mögliche Beschwerden können blähende Gefühle, Bauchschmerzen, Schluckstörungen, Übelkeit und Erbrechen sein. Bei Verlegungen der Gallenwege ist auch eine Gelbsucht möglich.
Für den Fall, dass sich ein Hindernis am Ausgang des Magens oder im Zwölffingerdarm (Duodenum) befindet, wird eine Gastroenterostomie (GE) durchgeführt. Unter einer Gastroenterostomie versteht man eine chirurgische Verbindung zwischen Magen und Dünndarm. Man nimmt sie vor, wenn sich die Ursache für die Passagebehinderung nicht anderweitig entfernen lässt. Häufig führt man den Eingriff auch zu palliativen Zwecken durch.
Ziel einer Gastroenterostomie ist es, das blockierende Hindernis durch einen Bypass zu umgehen. Die eigentliche Engstelle wird dagegen nicht operiert. Vor dem Eingriff erhält der Patient eine Intubationsnarkose. Mithilfe eines zusätzlich gelegten Rückenmarkkatheters können während des Eingriffs Schmerzmittel gespart werden. Darüber hinaus wird die Schmerzbehandlung nach der Gastroenterostomie deutlich erleichtert.
Als Zugangsmethoden kommen zwei Möglichkeiten infrage. Entweder nimmt der Operateur einen Bauchschnitt (Laparotomie) oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) vor. Bei einer Laparoskopie erfolgt ein geringfügiger Einschnitt am Bauchnabel. Danach wird ein Laparoskop, ein optisches Gerät, das mit einer Videokamera ausgestattet ist, in den Bauchraum eingelassen. Zur Aufspannung des Bauchgewölbes bläst man CO2-Gas ein. Über weitere Einschnitte führt der Operateur die anderen Instrumente in den Bauchraum ein. Mithilfe eines angeschlossenen Monitors kann das Operationsgebiet vom Chirurgen betrachtet werden.
Während des Eingriffs wird eine Anastomose zwischen dem Magen und dem Leerdarm (Jejunum) gelegt. Dazu näht oder klammert der Operateur die oberste Leerdarmschlinge seitlich an den Magen. Auf diese Weise können der Magensaft und die Nahrung an der Enge vorbeifließen und vom Magen direkt in den Dünndarm gelangen. Der Pylorus und der Zwölffingerdarm werden dabei umgangen.
Mögliche Komplikationen bei einer Gastroenterostomie können Blutungen, Hernien (Narbenbrüche), Wundheilungsstörungen, Thrombosen oder eine Lungenembolie sein. Auch eine Anastomoseinsuffizienz ist im Bereich des Möglichen.
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