22. April 2010
Ein Arbeitsmediziner kümmert sich um die Gesundheit der Mitarbeiter einer Firma. Meist ist der Arzt bei einem Unternehmen angestellt.
Der Arbeitsmediziner ist dafür zuständig, dass die Mitarbeiter gesund und leistungsfähig bleiben. Der Facharzt für Arbeitsmedizin begutachtet dazu den Arbeitsplatz des Mitarbeiters. Bei einer sitzenden Tätigkeit des Mitarbeiters achtet er darauf, wie hoch Tisch und Stuhl sind, wo der Computerbildschirm steht, wie hoch die Temperatur am Arbeitsplatz ist usw. Sofern dies notwendig ist, beschafft der Arbeitsmediziner Fuß- und Armstützen, so dass der Mitarbeiter dadurch Krankheiten wie z.B. Rückenschmerzen entgegenwirken kann. Dadurch verhindert der Arbeitsmediziner auch das Entstehen von berufsbedingten Erkrankungen. Oftmals führt der Arbeitsmediziner in diesem Bereich auch Schulungen für die Mitarbeiter durch.
Der Arbeitsmediziner berät den Mitarbeiter auch in allen gesundheitlichen Dingen, die mit der Arbeit zu tun haben. Dazu gehört auch die Impfberatung. Arbeitsmediziner führen beispielsweise auch Impfungen (z.B. gegen Grippe) durch. Dazu wird meist ein Termin vereinbart, an dem alle Mitarbeiter, die sich impfen lassen möchten, in der Praxis des Arbeitsmediziners oder in einem dafür ausgelegten Raum der Firma erscheinen können.
Auch für die Verhütung von Unfällen ist der Arbeitsmediziner zuständig. Der Arzt achtet darauf, dass der Arbeitsplatz sicher ist und der Mitarbeiter sich nicht verletzen kann.
Hat sich ein Mitarbeiter dennoch verletzt, so leistet der Arbeitsmediziner Erste Hilfe. Der Facharzt für Arbeitsmedizin versorgt Wunden, legt Verbände an, verabreicht Notfallmedikamente und kann in einer Notfallsituation auch eine Beatmung durchführen, bis ein herbeigerufener Notarzt eintrifft.
Mitarbeiter, die schwer krank sind oder waren und wieder in den Beruf zurückkehren, benötigen meist spezielle Arbeitsbedingungen. Auch dafür ist der Arbeitsmediziner zuständig. Er hilft dabei, den Mitarbeiter während seiner Rehabilitationsphase wieder in den Betrieb zu integrieren. Auch um behinderte Mitarbeiter kümmert sich der Arbeitsmediziner besonders.
Auch Vorsorgeuntersuchungen führt der Arbeitsmediziner durch. Dazu zählt z.B. eine Augenuntersuchung bei Mitarbeitern, die einen Arbeitsplatz mit Computer haben. Auch Einstellungsuntersuchungen werden vom Arbeitsmediziner durchgeführt. Der Arzt misst dann bei einem neuen Mitarbeiter den Blutdruck, hört das Herz ab, nimmt ggfs. Blut ab, untersucht Augen und Ohren und führt dabei auch einen Sehtest durch. Während der Einstellungsuntersuchung kann der Arbeitsmediziner feststellen, ob der Mitarbeiter für den ausgeschriebenen Arbeitsplatz geeignet ist.
Der Arbeitsmediziner kümmert sich auch um jede Art von Berufskrankheiten. Der Arzt kann aufgrund seiner Ausbildung feststellen, ob es sich bei der vorliegenden Krankheit um eine Berufskrankheit handelt. Dazu kann es auch notwendig sein, dass der Arbeitsmediziner aufwändige Laboranalysen durchführt. Zusätzlich ist der Arbeitsmediziner auch dafür zuständig, eine Erwerbsunfähigkeit festzustellen. In einigen Fällen rät der Arbeitsmediziner auch zu einem Wechsel des Arbeitsplatzes, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen notwendig ist.
Arbeitsmediziner können an verschiedenen Standorten arbeiten. Viele der Ärzte sind bei einem Unternehmen angestellt, das die Arbeitsmediziner bei Bedarf an Firmen vermittelt. Die Arbeitsmediziner führen dort die genannten Aufgaben aus, betreuen jedoch gleichzeitig mehrere Firmen. Einige große Firmen haben hingegen einen eigenen Arbeitsmediziner. Dieser hat dann eine eigene Praxis in der Firma.
Nur wenige Arbeitsmediziner sind selbstständige Ärzte mit einer eigenen Praxis. Meist haben die niedergelassenen Fachärzte zwei Facharztausbildungen und arbeiten dann neben der Arbeitsmedizin z.B. auch im Bereich der Inneren Medizin.
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