22. April 2010
Angiologen beschäftigen sich mit den Gefäßen des menschlichen Körpers. Sie arbeiten in Krankenhäusern und Arztpraxen.
Ein Angiologe ist ein Facharzt der Inneren Medizin mit der Zusatzqualifikation in Angiologie. Die Angiologie ist die Lehre der Gefäße des menschlichen Körpers. Zu den Gefäßen des Menschen gehören Blutgefäße wie Arterien und Venen und zusätzlich auch die Gefäße des Lymphsystems.
Ein Angiologe beschäftigt sich mit der Diagnostik, der Behandlung und der Vorbeugung von Gefäßerkrankungen. Meist arbeitet er dazu auch mit anderen Fachärzten zusammen.
Der Angiologe untersucht im Rahmen seiner Diagnostik den Patienten, hört das Herz ab und prüft den Pulsschlag an verschiedenen Körperteilen. Wichtiger Bestandteil der Diagnostik beim Angiologen ist auch die Doppleruntersuchung. Der Doppler ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung, bei der der Angiologe die Fließgeschwindigkeit des Blutes durch die Blutgefäße untersuchen kann. Ist ein Blutgefäß an einer Stelle verengt, so kann der Facharzt dies durch diese Untersuchung feststellen. Im Rahmen der Diagnostik kann der Angiologe auch einen Farbdoppler (Blut wird farblich dargestellt) oder eine Duplexsonographie durchführen.
Neben der Doppleruntersuchung gibt es weitere Untersuchungen, die der Angiologe im Rahmen seiner Diagnostik durchführen kann. Dazu gehört z.B. die Angiographie. Bei dieser Untersuchung können die Arterien, die Venen oder die Lymphgefäße untersucht werden. Die Angiographie findet in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung statt. Der Angiologe spritzt während dieser Untersuchung ein Kontrastmittel in das zu untersuchende Blut- oder Lymphgefäß. Nach dem Einspritzen erfolgt eine Röntgenaufnahme. Das Kontrastmittel lässt die Blut- bzw. Lymphgefäße auf dem Röntgenbild bis in die feinsten Äste erkennen.
Je nach Art der Diagnose verordnet der Angiologe Medikamente (z.B. in Form von Tabletten oder Infusionen) oder rät zu einer Operation. Auch eine umfassende Beratung des Patienten gehört zur Aufgabe des Angiologen. Da viele Gefäßerkrankungen durch eine ungesunde Lebensweise entstehen, muss der Arzt den Patienten ausführlich darüber aufklären, wie er sein Leben und seine Ernährung verändern muss. Patienten, die im Krankenhaus operiert werden mussten, werden von einem niedergelassenen Angiologen weiterbehandelt.
Angiologen, die in Krankenhäusern tätig sind, operieren auch die Patienten. Befindet sich eine Engstelle in einem Gefäß, so überbrückt der Angiologe diese durch das Legen eines Bypasses. Das Blut wird dann um die Engstelle herumgeleitet.
Angiologen können sowohl in einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis als angestellter Facharzt arbeiten als auch eine eigene Praxis betreiben.
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