11. Januar 2011
Bei den Schlagadern am Aortenbogen kann es zu krankhaften Verlegungen oder Verengungen kommen. In manchen Fällen ist ein operativer Eingriff erforderlich.
Als Aortenbogen bezeichnet man einen Abschnitt der Aorta, der Hauptschlagader. Er befindet sich im Mediastinum, außerhalb der Herzbeutelhöhle. An ihm haben die Hauptstammgefäße für die oberen Extremitäten, den Hals und den Kopf ihren Ursprung. Zu den wichtigsten Arterien des Aortenbogens gehören die Arm- und Halsarterie (Truncus brachiocephalicus), die Arm- und Schlüsselbeinarterie (Arteria subclavia) sowie die Halsarterie (Arteria carotis).
Ebenso wie bei anderen Arterien, können auch an den Schlagadern am Aortenbogen Verlegungen oder Engstellen auftreten. Verursacht werden solche Verengungen oder auch Gefäßverschlüsse durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Bei einer Arteriosklerose kommt es zur Ablagerung von Blutfetten oder Blutbestandteilen wie Thrombozyten (Blutplättchen) in den Blutgefäßen. Manchmal können aber auch äußere mechanische Einengungen, Gefäßentzündungen oder Bestrahlungen der Grund für die Bildung von Engstellen sein.
Durch die Verengungen wird das betroffene Gewebe nicht mehr richtig mit Sauerstoff und Blut versorgt, wovon vor allem die Arme und das Gehirn betroffen sind. So kann es zu Beschwerden wie Schwindelgefühlen, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen kommen. Für den Fall, dass die Armarterie in Mitleidenschaft gezogen wird, treten bei Belastungen des Arms oftmals Schwäche- oder Kältegefühle auf.
Diagnostiziert werden krankhafte Veränderungen der Arterien am Aortenbogen durch körperliche Untersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall. Manchmal werden auch spezielle Untersuchungen wie eine Doppler-Sonographie oder eine Computertomographie durchgeführt.
Ob eine Operation erfolgen muss oder ob eine konservative Therapie ausreicht, ist unterschiedlich. Manchmal genügt bereits eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten. Eine weitere Möglichkeit ist die Aufdehnung der Verengung mithilfe eines Katheters. Ein operativer Eingriff wird meistens durchgeführt, um ernsthafte Beschwerden zu vermeiden.
Vor dem Eingriff verabreicht man dem Patienten eine Vollnarkose. Gelegentlich genügt auch eine Regionalanästhesie. Welche Operationsmethode angewandt wird, hängt von dem Umfang und der Position der Engstelle ab. Bei einer Verengung der Arteria subclavia ist es üblich, einen Einschnitt am Hals vorzunehmen. Anschließend führt man der Arterie einen Bypass von der Halsschlagader zu, was man als Carotis-Subclavia-Bypass bezeichnet. Ein solches Verfahren lässt sich auch bei Verengungen der Halsschlagader durchführen. Dabei kann das Blut in die entgegengesetzte Richtung umgeleitet werden. Da zumeist ein größerer Umfang erforderlich ist, kommt ein Kunststoff-Bypass zur Anwendung. In manchen Fällen verpflanzt man eine körpereigene Vene, die einem Bein entnommen wird. Für den Fall, dass mehrere Gefäße im Aortenbogen gleichzeitig behandelt werden müssen, legt man den Bypass von der Hauptschlagader aus an. Außerdem besteht die Möglichkeit ein Interponat, ein Arterienersatzstück, in das Blutgefäß einzusetzen.
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