Barrique-Wein - Merkmale und Herstellung

Beleuchteter Kellerraum mit Weinfässern im Lager

Je nach Jahrgang und Qualität kann die Lagerung im Holzfass mehrere Wochen, Monate oder Jahre dauern

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Das Barrique ist ein Fass aus der Gattung Eichenholz, ein Holzgewächs aus der Familie der Buchengewächse. Verwendet wird das Barrique zum Ausbau von Wein. Seit Mitte der 2000er Jahre werden Barriqueweine mit und ohne Holzfassausbau gehandelt. Oftmals nur für Weinkenner ist aus dem Weinetikett ersichtlich, ob es sich um einen echten Wein Barrique handelt, oder um einen Barrique mit Holzgeschmack, jedoch ohne Holzfasslagerung.

Das französische Wort "barrique" heißt zu Deutsch "Fass" oder "Stückfass". Barrique ist von barrica her aus der gaskognischen Sprache abgeleitet, die ihren Ursprung in der südwestlichen französischen Provinz Gascogne hat.

Für Barriquefässer gibt es unterschiedlich Normierungen. Das so genannte Bordelaiser Schiffsmaß aus dem französischen Weinanbaugebiet Bordeaux mit mehreren tausend Weingütern fasst 225 Liter Wein.

Abhängig von Verwendungszweck und Region wird Wein in Barriquefässern mit einem Fassungsvermögen von bis zu sechs- oder siebenhundert Litern ausgebaut, also gelagert. Der in Barriquefässern hergestellte Wein wird umgangssprachlich kurz "Barrique" genannt.

Herstellung von Barrique-Fässern

Barriquefässer werden ausschließlich manuell hergestellt. Ein Bordelaiser Barriquefass wiegt leer reichlich vierzig Kilogramm. Das verwendete Material der Eiche hat erheblichen Einfluss auf Reifung und Qualität des Barrique.

Mitentscheidend sind unter anderem

  • das Alter des Baumes
  • die Bodenqualität oder
  • das Klima, in dem die Eiche aufgewachsen ist.

Auch für das Bordelaiser Barriquefass werden heutzutage Eichen sowohl aus Frankreich als auch aus anderen europäischen Ländern verwendet.

Weinausbau

Das Barriquefass kommt beim Ausbau des Weins zum Einsatz. Weinausbau ist im kellerwirtschaftlichen Sprachgebrauch der Zeitraum zwischen dem Ende der Gärung und der Abfüllung.

Abhängig von seiner Qualität und dem Jahrgang kann der Ausbau, also die Weinlagerung Wochen, Monate oder auch mehrere Jahre dauern. In dieser Ausbauzeit entwickelt der Barrique, wie es fachsprachlich heißt, Struktur sowie Komplexität. Es ist der Prozess der Reifung.

Die Güte des Barrique ist ganz maßgeblich das Ergebnis aus der Qualität von Wein und Fassholz. Jedes einzelne Fass gibt dem Barrique eine eigene, ganz individuelle Geschmacksnote.

Barriquefässer werden in der Regel nur einmal verwendet. Sie geben ihren eigenen Duft, ihr Aroma ab, das für einen zweiten Ausbau meistens nicht mehr ausreichend intensiv ist. Der erfahrene Kellermeister entscheidet unter anderem darüber, ob neue oder bereits benutzte Barriquefässer für eine neue auszubauende Weincharge verwendet werden.

Eichenholzchips als billigere Variante

Der in Barriquefässern hergestellte Barrique hat buchstäblich seinen Preis. Zur Verringerung der Herstellungskosten werden Weine ohne Holzfasslagerung ausgebaut, jedoch mit einem dementsprechenden Holzgeschmack aromatisiert. Das geschieht meistens durch Eichenspäne, die als Chips dem Wein zugesetzt, also beigemengt werden.

Seit Mitte der 2000er Jahre können diese Weine auch in den Ländern der Europäischen Union gehandelt werden - Eichenholzchips sind bei der Weinherstellung erlaubt, künstliche Aromen mit Eichengeschmack hingegen nicht.

Die Chips werden entweder an den Innenwänden der Beton- oder Stahltanks angebracht, oder aber in kleine Säckchen abgefüllt in den Wein hineingehängt. An dieser Stelle muss der Weinkäufer besonders aufmerksam sein.

Formulierungen für eine Barrique-Weinfass-Lagerung

Ob es sich um einen Barrique mit oder ohne Holzfasslagerung handelt, muss nicht expressis verbis auf dem Weinetikett stehen. Nur bei einer dieser drei Bezeichnungen auf dem Weinetikett besteht die Garantie auf eine Holzfasslagerung:

  • im Barrique-Fass ausgebaut
  • im Barrique-Fass gereift
  • im Barrique-Fass vergoren

Barrique als Delikatesse

Der im Barrique-Fass ausgebaute Barrique ist sowohl in Frankreich als auch in anderen Ländern eine besondere Delikatesse für Weinliebhaber. In Deutschland wird der Barrique seit Beginn der 1980er Jahre in kleineren Eichenholzfässern ausgebaut.

Nach einer mehrjährigen Anlaufphase haben auch die deutschen Barriqueweine eine hohe bis hin zu sehr hohe Weinqualität erreicht und werden seitdem im höheren Preissegment gehandelt.

Ursprünglich wurden nur beste und schwere Weine in neuen Barrique-Fässern ausgebaut. Die wurden nach dem ersten Ausbau weiterverkauft oder für den Ausbau von Weinen in niedrigeren Qualitätssegmenten verwendet.

Wenn Sie sich beim nächsten Kauf im Weinhandel einen Barrique aussuchen, dann sollten Sie also darauf achten, dass er fassausgebaut, fassgereift oder fassvergoren ist. In jedem dieser Fälle ist Ihnen der Genuss eines meistens mehrjährig ausgebauten Barrique garantiert.

Grundinformationen zu Wein

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: cave à vin © Nicolas LOGEROT - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema