11. August 2006
(smog) Vor "lebensbedrohlichen Infektionen durch Keime" in Wasserspendern und Geräten zur Herstellung von Sodawasser – aus Leitungswasser und Kohlensäure aus Patronen – hat das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg gewarnt.
Wissenschaftler haben bei Untersuchungen bis zu 6,9 Millionen Keime pro Liter Wasser gemessen. Damit wurden die Grenzwerte teilweise bis zu 34.000-fach überschritten. Für gesunde Menschen besteht keine unmittelbare Gefahr, aber für Krankenhauspatienten, Menschen mit schwacher Immunkraft und für nicht ganz gesunde Kinder kann das gefährlich werden.
Bei 39 der 60 untersuchten Geräten lagen die Grenzwerte von Keimen weit über dem der Mineral- und Tafelwasserverordnung. Dabei wurden unter anderem Schimmelpilze, Corynebakterien und Darmkeime gefunden.
Ähnliche lebensmittelhygienische Probleme gibt es schon länger bei den insgesamt 140.000 "Watercoolern", Wasserspender, die etwa in Banken, öffentlichen Gebäuden, Behörden, Arztpraxen oder im Handel stehen. Von den beispielweise in Krankenhäusern genommenen Proben lagen etwa 88 Prozent über dem Grenzwert für Trinkwasser. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte ebenfalls festgestellt, dass ein Drittel aller Wasserproben der Wasserspender mit Keimen belastet war. Die Mikroorganismen gelangen dabei meist von außen in das Leitungssystem des Gerätes und können sich ungestört im feuchten Klima des geschlossenen Wasserspenders vermehren.
Die Gefahr entsteht, weil die Geräte – Wasserspender und Soda-Wasser-Flaschen – oft nicht mit heißem Wasser gereinigt werden. Manche Teile lassen sich gar nicht reinigen. Die Wasserbehälter werden oft viel zu selten ausgetauscht. Außerdem stehen die Wasserspender oft in einer unakzeptablen Umgebung: in der Sonne, Heizungsnähe, staubiger Umgebung, feuchten Räumen oder gar in der Nähe von Toiletten. Man sollte nur Wasser daraus entnehmen, wenn sie in kühler, sauberer Umgebung stehen, gut gepflegt sind und keine schmutzigen Becher herumliegen.
Verunreinigtes Wasser kann Durchfall, Erbrechen und Fieber auslösen. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Watercooler handelt, der das Wasser aus großen sichtbaren Behältern bekommt oder um Wasserspender, die einen Anschluss an die Trinkwasserleitung haben.
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