Wissenswertes zum Portwein - Geschichte, Herstellung, Gesundheitswert und Lagerungsmöglichkeiten

Man unterscheidet den White Port, den Ruby Port sowie den Tawny Port

Der Portwein ist eine klassische Weinsorte, deren Namen sich von der portugiesischen Stadt Porto ableitet. Es ist ein schwerer, süßer Dessert- oder Likörwein, der zwischen 18 und 21 vol. % Alkohol enthält. Spitzenjahrgänge reifen mitunter bis zu zwei Jahrzehnte lang.

Nahaufnahme Weinregal aus Holz mit verstaubten Rotweinflaschen

Entstehung des Vinho de Lamegho

Den Grundbaustein für den Weinanbau innerhalb dieser Region Portugals legten die Römer. So wurden dank deren Wissen auch in Portugal jene Techniken bekannt, welche für die Weinherstellung benötigt werden.

Zur Entstehung des Portweins sollte es allerdings noch bis ins 11. Jahrhundert dauern. In diesem ließ der zuständige Graf Heinrich von Burgund mit neuen Rebsorten in der Landwirtschaft experimentieren. Dies schloss auch das Anlegen neuer Weingärten ein, welche im Douratal schnell Verbreitung fanden.

Das Ergebnis dieser neuen Rebsorten und der neuen Anbautechniken in den Weingärten war der Vinho de Lamegho, der direkte Vorgänger des heutigen Portweins. Bereits dieses Produkt wurde ein Exportschlager.

So willigten beispielsweise die Briten ein, dass die Portugiesen in deren Gewässer nach Kabeljau fischen dürften, solange sie diese nur mit dem Vinho de Lamegho versorgen würden.

Der "Priest Port"

Es sollte allerdings noch bis zum Jahre 1678 dauern, bis auf dem ersten Weinprodukt dieser Region der Name Porto prangen sollte. Dies war auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Weinqualität zu dieser Zeit in Südeuropa abnahm. So waren nur die Mönche dafür bekannt, qualitativ hochwertigen Wein zu produzieren, welcher lange gelagert werden konnte.

Englische Händler stießen dabei auf einen qualitativ hochwertigen Wein in der Nähe von Porto, welchen sie sofort als "Priest Port" tauften. Der Wein, welcher ursprünglich dem Vinho de Lamegho ähnelte, wurde nun ein eigenes Handelsgut und war fortan als Portwein bekannt.

Die Popularität dieses Getränkes hielt dabei in ganz Europa bis heute an, sodass Portwein auch hierzulande problemlos erworben und konsumiert werden kann.

Herstellung und Verarbeitung

Portwein steht bereits seit dem 18. Jahrhundert für hohe Qualität. Doch wie werden diese hohen Qualitätsstandards im Zuge des Herstellungsverfahrens garantiert, welche dieses Produkt so auszeichnen?

Ernte und Mostherstellung

Hinsichtlich der Zutaten werden für die Portweinherstellung zunächst entsprechende Rebsorten benötigt. Diese dürfen laut heutigen Auflagen lediglich in Portugal heranwachsen, wobei es sich um 80 Sorten handelt, welche in die Kategorien

  • empfohlen
  • erlaubt und
  • toleriert

eingeordnet werden. Der echte "Port" oder "Porto", wie er auch genannt wird, darf nur in einem klar umgrenzten Gebiet des Dourotales, entlang des Rio Douro in Nordportugal, angebaut werden.

Die Traubensorten werden jährlich gepflückt. Maschinelle Erntehelfer sind bis heute bei der Portweinherstellung nicht erlaubt, da es zu einer Beschädigung der Trauben kommen könnte, was wiederum die Qualität des Endprodukts schmälern würde. Die Trauben werden daraufhin in spezielle Fruchtpressen gegeben, woraufhin durch die Beigabe weiterer Zutaten Most entsteht.

Gärung und Vinierung

Nun folgt der Gärungsprozess, welchem im Rahmen der Portweinherstellung eine besondere Bedeutung zukommt. Das gärende Most wird nicht einfach als solches belassen, sondern es kommt während dieses Prozesses zur so genannten Vinierung.

Bei dieser handelt es sich um die Zugabe von Weindestillat, welches einen Alkoholgehalt von etwa 80 Prozent aufweist. In der Folge wird nicht nur das Aroma des Mostes einschneidend verändert, sondern es kommt auch zu einer sofortigen Unterbrechung des Gärungsvorgangs.

Die Besonderheit liegt dabei im Restzuckergehalt, welcher im Most noch enthalten ist. Dieser bleibt dank dieser Prozedur im Most enthalten und geht nicht, wie sonst bei der Weinproduktion üblich, durch die vollständige Destillation verloren.

Reifung

Letztlich erfolgt noch das Reifen in großen Holzfässern, welche sich in speziellen Weinkellern befinden. Nach der Vinierung oder Aufsprittung verbleibt der Portwein ein halbes Jahr im Dourotal und wird dann in das Dorf Vila Nova de Gaia am Ufer des Douro, gegenüber von Porto gebracht.

Spitzenjahrgänge reifen dabei auch schon bis zu zwei Jahrzehnten, wobei der Wein auch im Fass regelmäßigen Qualitätskontrollen unterzogen wird. Das Endprodukt ist ein Portwein, welcher süßlich schmeckt und einen Alkoholgehalt um die 20 Prozent aufweist.

Sorten und Lagerungsmöglichkeiten

Der Portwein ist das wohl berühmteste Produkt, welches aus der Region Portos stammt. Doch werden in diesem Gebiet auch verschiedene Sorten dieser Weinspezialität produziert oder handelt es sich hierbei nicht doch nur um ein Weinprodukt, welches stets gleichbleibende Eigenschaften aufweist?

Differenzierung nach Farben

Prinzipiell gibt es zwei Arten, wie Portweine kategorisiert werden können. So können diese einerseits hinsichtlich der Farbgebung differenziert werden. Portweine verschiedener Farben weisen dabei auch verschiedene Besonderheiten hinsichtlich des Aromas und der Lagerung auf.

  • White Port, also weiser Portwein, sollte stets kühl und nach einer Lagerungsdauer von drei Jahren genossen werden.
  • Ruby Port erreicht seine Trinkfertigkeit bereits nach etwa zwei Jahren und zeichnet sich vor allem durch das fruchtige Aroma aus. Er besitzt eine kräftige rubinrote Farbe.
  • Tawny Port ist hingegen auch nach zwei Jahren verzehrfertig, altert verhältnismäßig schnell und weist eine für Weine einmalige Farbgebung auf. Nach der Lagerung wird er umgefüllt, was eine schnellere Oxidation nach sich zieht. Dadurch entwickelt er eine hellere Farbe.

Differenzierung nach Süße

Daneben werden Portweine noch hinsichtlich der Süße des Getränks unterschieden. Der Grad der Süße wird bei allen Sorten von

  • very sweet über
  • sweet
  • semi dry und
  • dry bis
  • extra dry

unterschieden.

Differenzierung nach Lagerung

Durch die Qualität des Weines und den unterschiedlichen Lagerungen entstehen verschiedene Typen.

Colheita

Der Colheita lagert mindestens sieben Jahre, er besteht aus verschiedenen Trauben eines Jahrgangs und reift im Fass. Nach seiner Abfüllung ist er trinkfertig und verbessert auch nicht mehr seine Qualität.

Garrafeira und LBV

Der Garrafeira lagert drei bis sechs Jahre im Fass. Nachdem er in Flaschen abgefüllt wurde, muss er mindestens acht Jahre nachreifen. Late Bottled Vintage Port (LBV) ist ebenfalls ein Verschnitt verschiedener Traubensorten eines einzigen Jahrgangs. Er lagert und reift etwa vier bis sechs Jahre im Fass.

Single Quinta und Vintage Charakter Port

Typisch für den Single Quinta ist, dass alle Trauben von einem einzigen Weingut stammen. Dies ist auf dem Etikett klar ersichtlich. Der Vintage Charakter Port ist ein Verschnitt unterschiedlicher Trauben aus guten Jahrgängen.

Qualitativ reicht er allerdings nicht an den echten Vintage Port heran. Er reift drei Jahre und wird dann ungefiltert in Flaschen abgefüllt, um weiter nachzureifen.

Vintage Port

Der Vintage Port gehört zu der Spitzenklasse der Portweine. Für ihn werden nur die besten Jahrgänge ausgewählt. Nachdem er in Fässern gelagert wurde, wird er in Flaschen abgefüllt und reift mindestens zwölf Jahre. Ein Old/Aged Tawny lagert zehn bis vierzig Jahre im Fass.

Inhaltsstoffe und Gesundheitswert

Portwein ist ein berühmtes und edles Weinprodukt aus Portugal. Profitiert der Konsument im Falle des Verzehrs aber von gesundheitlichen Vorzügen oder stellt der Portwein nicht doch ein gewöhnliches alkoholisches Genussmittel dar, welches aus gesundheitlicher Sicht kritisch zu sehen ist?

Im Grunde handelt es sich beim Portwein um einen klassischen Wein, welcher gesundheitlich ebenso wie dieser einzustufen ist. So birgt dessen Konsum sowohl Vorzüge als auch Risiken.

Beispielsweise werden die Blutlaufbahnen gereinigt, wohingegen die Gefahr einer Krebserkrankung steigt. Während täglichem Verzehr kritisch begegnet werden sollte, ist ein sporadisches Konsumverhalten deshalb als unbedenklich einzustufen.

Ein weißer Port kann gut gekühlt, mit einer Scheibe Zitrone als Aperitif getrunken werden, während der rote eher zum Käse oder Dessert oder auch als Digestif getrunken wird.

Grundinformationen zu Portwein

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: wine detail © Stephan Heller - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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