Wissenswertes zu Mineralwasser - Geschichte, Herstellung, Sorten und Gesundheitswert

Wasser ist ein Grundstoff, ohne welches das Leben auf der Erde nicht vorstellbar wäre. Menschen innerhalb unserer heutigen Gesellschaft trinken dieses heutzutage oftmals in Form von Mineralwasser, welches zahlreiche wichtige Nährstoffe enthält.

Man unterscheidet z.B. Quellwasser, Tafelwasser sowie Heilwasser

Geschichte

Das Mineralwasser kann auf eine längere Geschichte zurückblicken, als manch einer vermuten mag. So entdeckten bereits die alten Römer natürliche Mineralwasserquellen der Germanen und begannen sofort damit, sich für dieses natürliche Wasser zu interessieren.

Mineralwasser als Getränk der gehobenen Schichten

In den folgenden Jahrhunderten wurde Mineralwasser ein typisches Handelsgut, welches hinsichtlich des Wertes teilweise sogar mit Wein mithalten konnte. Im Mittelalter setzte sich der Mineralwasserkonsum fort. Aufgrund des hohen Aufwands bzw. der hohen Kosten, welche ein Mineralwassertransport auslöste, konnten sich dieses Getränk aber nur gehobene Schichten des Bürgertums und des Adels leisten.

Im Laufe der Industrialisierung und Technologisierung der Neuzeit sanken schließlich die Transportkosten und es erschlossen sich neue Möglichkeiten, das Mineralwasser aus Quellen schnell und kostengünstig abzufüllen. Dies führte zur heutigen Verbreitung und Bedeutung von Mineralwasser innerhalb unserer Gesellschaft. So handelt es sich damit um ein Getränk, von dem der Deutsche im Durchschnitt über 150 l jährlich trinkt.

Herstellung und Verarbeitung

Mineralwasser zeichnet sich vor allem durch seine Natürlichkeit aus. Sind in diesem Zusammenhang überhaupt noch Produktionsschritte nötig, bevor dieses im Handel angeboten werden kann?

Mineralwasser muss tatsächlich lediglich abgefüllt werden. Selbst ein Reinigungsprozess entfällt in der Regel, da bereits die Quelle laut amtlichen Verordnungen ein Wasser hervorbringen muss, dessen Reinheit sich für den sofortigen Verzehr eignet. Mineralwasser ist demnach eine wahre Rarität auf dem heutigen Nahrungsmittelmarkt, bei welchem nahezu alle Produkte weiterverarbeitet und behandelt werden.

Sorten

Allein der Blick in einen Getränkeladen lässt die Einsicht zu, nach welcher Mineralwasser nicht gleich Mineralwasser ist. So existieren eine Vielzahl von Sorten, welche nichtsdestotrotz vier Hauptkategorien zugeordnet werden können. Doch welche sind diese vier Hauptkategorien?

Mineralwasser

In diesem Zusammenhang ist zunächst das natürliche Mineralwasser zu nennen. Dieses wird direkt aus unterirdischen Quellen gewonnen. Diese müssen wiederum hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards gerecht werden, sodass primär sicher gestellt ist, dass das hier befindliche Wasser nicht verunreinigt werden kann. Daneben muss die Quelle des natürlichen Mineralwasser auch eine konstante Wasserqualität aufweisen, sodass das Wasser auch nach Monaten eine nahezu identische Zusammensetzung vorweist.

Quellwasser

Quellwasser entstammt ebenfalls aus unterirdischen Quellen. Allerdings unterliegt dieses keinen amtlichen Kontrollen und schwankt somit stärker in seiner qualitativen Zusammensetzung. Für eine Reinheit des Produkts ist der Produzent nichtsdestotrotz natürlich auch verantwortlich.

Tafelwasser

Tafelwasser ist wiederum lediglich ein Trinkwasser, welches keinen Bestimmungen bezüglich der Aufbereitung oder Zusammensetzung unterliegt. So kann Tafelwasser prinzipiell aus

  • Mineralwasser
  • verarbeitetem Meerwasser oder
  • einfach Trinkwasser

bestehen.

Heilwasser

Letztlich ist noch das Heilwasser zu nennen. Bei diesem handelt es sich um eine Sonderform des Mineralwassers, welche als Arzneimittel anerkannt wurde und folglich als solches vertrieben werden darf. Trotz dieser Wirkungsmechanismen, welchen wissenschaftliche Studien gewidmet werden, weist ein gewöhnliches Heilwasser in etwa die gleichen Mineralgehalte auf, wie sie auch im klassischen natürlichen Mineralwasser vorgefunden werden können.

Gesundheitswert

Seit geraumer Zeit wird auch in Deutschland debattiert, ob Mineralwasser angesichts des stets verfügbaren Leitungswassers nicht schlicht überflüssig sei. Dabei führen Mineralwasserbefürworter auch oftmals das Argument ins Feld, nach welchem dieses gesünder als Leitungswasser sein soll. Doch stimmt diese Behauptung überhaupt und falls ja, inwiefern machen sich die Vorteile von Mineralwasser bemerkbar?

Um einen Unterschied bezüglich der Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit aufzeigen zu können, muss sich zunächst der primäre Unterschied zwischen Mineral- und Leitungswasser bewusst gemacht werden. Wie der Name bereits andeutet, ist Mineralwasser mit einer weitaus höheren Konzentration an Mineralien versetzt.

Daneben enthält dieses zumeist auch Kohlensäure, welche sich ebenso auf die Gesundheit auswirken kann. Doch profitiert ein Mensch überhaupt von diesen Eigenschaften?

Vorzüge von Leitungswasser

Wissenschaftliche Studien lassen den Schluss zu, dass es bei gesunden Menschen in der Regel keinen Unterschied macht, ob Mineral- oder Leitungswasser getrunken wird. So werden die vom Körper benötigten Mineralien bereits durch die Nährstoffe gedeckt, welche bei einer gesunden Ernährung durch feste Nahrungsmittel aufgenommen werden.

Die oftmals enthaltene Kohlensäure fördert zudem ein Völlegefühl, sodass der Durst gestillt sein kann, bevor es überhaupt zu einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme gekommen ist. Mineralwassertrinker neigen deshalb eher zu einem kritischen Trinkverhalten, welches durch eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr gekennzeichnet ist.

Vorzüge von Mineralwasser

Allerdings existieren auch Fälle, in welchen sich die hohen Mineralstoffgehalte des Mineralwassers als essentieller Vorteil erweisen. So können zum einen Ausdauersportler von diesem Getränk profitieren. Die ausgeschwitzten hohen Mengen an Mineralien können dank dieses Getränks schneller im Körper ersetzt werden. Welches Wasser sich am besten für Sportler eignet, erfahren Sie im letzten Punkt dieses Artikels.

Daneben existieren noch einige Krankheiten, welche die Aufnahme bestimmter Nährstoffe unmöglich machen und somit Mangelerscheinungen bezüglich des Mineralhaushalts auslösen. Diesen ist beispielsweise die Milchzuckerunverträglichkeit zuzuordnen.

Im Falle einer solchen Erkrankung wird unter anderem zu wenig Kalzium aufgenommen. Eben diesem Mangel kann aber mit dem täglichen Konsum von Mineralwasser vorgebeugt werden.

Insgesamt lohnt sich der bewusste Mineralwasserkonsum aus gesundheitlicher Sicht nur für die bereits genannten Personengruppen. Ansonsten macht das Trinken von Mineralwasser wohl nur dann Sinn, wenn es einem schlicht besser schmeckt.

Inhaltsstoffe (Mineralstoffgehalt) und Wirkung

Mineralwässer sind nicht nur Durstlöscher und bieten eine willkommene Erfrischung, sie sind auch wichtige Mineralstofflieferanten und decken den Flüssigkeitsbedarf. Das wirklich wichtige an Mineralwasser ist sein Mineralstoffgehalt.

Unentbehrliche Bausteine

Mineralstoffe sind wichtige Bausteine für den menschlichen Körper. Sie müssen täglich über die Nahrung aufgenommen werden. Dabei hat jedes Element eine wichtige Funktion im Organismus zu erfüllen. Mineralstoffe sind an vielen Stoffwechselreaktionen beteiligt und sie wirken beim Bau von Zellen mit. Man unterteilt die Mineralstoffe in Spuren- und Mengenelemente.

Mengen- und Spurenelemente

Mengenelemente sind zum Beispiel

Spurenelemente sind

Bei einem vermehrten Schweißverlust, beispielsweise durch sportliche Aktivitäten, kann der Bedarf um ein Vielfaches steigen. Die wertvollen Mineralstoffe sorgen auch für mehr Vitalität.

Kalzium, Fluorid und Magnesium

Die wichtigsten Mineralien, die man dem Körper zuführen kann sind Kalzium, Fluorid und Magnesium. Man sollte aber darauf achten, dass das Mineralwasser nitrat- und nitritarm ist. Natrium wird schon genug über die Nahrung durch Kochsalz aufgenommen.

  • Magnesium ist beispielsweise für die Reizübertragung in den Muskelzellen nötig.
  • Kalzium wird hauptsächlich zur Bildung von Knochen gebraucht.
  • Fluorid härtet Zähne und Knochen.

Nitrat ist ein Schadstoff und Nitrit ein Abbauprodukt davon. Ein Mineralwasser kann auch Sulfat enthalten, dieses hat eine leicht abführende Wirkung haben und kann die Verdauung fördern. Natrium und Kalium regulieren den Wasserhaushalt und auch die Muskeltätigkeit.

Unterschiede im Mineralwasser

Mineralwasser ist ein Naturprodukt und die Mineralstoffe kommen in ihm in gelöster Form vor. Deshalb gelangen sie direkt in die Blutbahn und können vom Körper schnell aufgenommen werden.

Man unterscheidet Mineralwässer

  • mit einem sehr geringen Gehalt an Mineralien, das sind nicht mehr als 50 mg pro Liter,
  • mit einem geringen Gehalt von nicht mehr als 500 mg pro Liter und
  • mit einem hohen Gehalt von mehr als 1.500 mg pro Liter.

Sportler, Geschäftsmann, Genussmensch - für jeden Typ das richtige Wasser

Mineralwasser ist eines der beliebtesten Getränke in Deutschland. Hersteller bieten inzwischen über 600 verschiedene Sorten an, um den Bedarf aller Konsumenten zu befriedigen. Nicht jedes Wasser ist für jeden Menschen geeignet.

Trinkwasser soll in erster Linie den Flüssigkeitsbedarf des Menschen decken. Im Schnitt benötigt jeder Erwachsene davon zwei Liter täglich. Wer Mineralwasser zu sich nimmt, tut seinem Körper zusätzlich Gutes, da er gleichzeitig wichtige Mineralstoffe aufnimmt, wobei sich deren Zusammensetzung je nach Sorte unterscheidet. Je nach körperlicher und geistiger Belastung sowie nach Gesundheitszustand sollte jeder Mensch das für ihn passende Mineralwasser auswählen.

Gut für die Muskeln

Sportler besitzen einen besonderen Bedarf an Magnesium. Dieses garantiert unter anderem eine gute Muskeltätigkeit. Demzufolge werden Sportler ein Mineralwasser auswählen, das einen hohen Gehalt an diesem Spurenelement besitzt. Er sollte so um 200 Milligramm pro Liter liegen.

Gleichzeitig profitieren Sportler von einem höheren Kalziumgehalt. Besonders ältere Aktive sollten auf diesen achten. Ein gutes Mineralwasser besitzt einen Kalziumgehalt von etwa 550 Milligramm pro Liter.

Gut für die Nerven

Von einem hohen Magnesiumgehalt profitieren auch Menschen, die beruflich hohem Stress ausgesetzt sind, wie beispielsweise Geschäftsleute. Neben der Muskelaktivität beeinflusst Magnesium nämlich auch das muskuläre Zusammenspiel mit den Nerven.

Wichtig für einen gut funktionierenden Zellstoffwechsel ist außerdem Kalium. Ein für Geschäftsleute geeignetes Mineralwasser enthält davon etwa 50 Milligramm pro Liter.

Gut für die Verdauung

Wer hauptsächlich im Sitzen arbeitet und dabei viel Kaffee zu sich nimmt, leidet häufig unter Sodbrennen und Verdauungsproblemen. Hier eignen sich insbesondere Mineralwässer, die einen hohen Hydrogencarbonatanteil besitzen. Dieser sollte um 3000 Milligramm pro Liter liegen, damit sich dessen positive Wirkung entfalten kann.

Tipps zum Kauf

Die Preise zwischen den einzelnen Mineralwassersorten unterscheiden sich deutlich. Das teuerste Wasser muss aber nicht zwangsläufig das beste sein. Genussmenschen neigen dazu, die teuersten Mineralwassersorten auszuwählen, weil sie davon ausgehen, dass diese am gesündesten sind. Dem ist nicht unbedingt so.

Testberichten zufolge können selbst hochpreisige Sorten von Keimen belastet sein. Die Billigprodukte aus dem Supermarkt können mit ihren Konkurrenten durchaus Stand halten.

Ob ein Mineralwasser fruchtige Zusätze enthält, ist selbstverständlich Geschmackssache. Wer sich hierfür entscheidet, sollte auf die Inhaltsstoffe des Mineralwassers achten, denn nur in den seltensten Fällen handelt es sich um echte Fruchtsäfte.

In der Regel kommen Geschmacksverstärker oder biotechnisch hergestellte Zitronensäure zum Einsatz. Bei Letzterer kann es sich um ein Pilzgift handeln, sofern die Reinheit zweifelhaft ist. Ein Genuss dürfte so ein Mineralwasser nicht mehr sein.

Der Gesundheit zuliebe sollte Mineralwasser in Glasflaschen abgefüllt sein. PET-Flaschen können unter Sonneneinwirkung ausdünsten.

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