12. Oktober 2010
Likör wurde im Mittelalter als Arzneimittel eingesetzt. Kann deshalb davon ausgegangen werden, dass es sich beim Likör um ein gesundes Produkt handelt oder konnte die Wirksamkeit dieses Genussmittels mit Hilfe moderner wissenschaftlicher Studien doch widerlegt werden?
Zunächst einmal muss man sagen, dass die heute verfügbaren Liköre zumeist wenig mit jenen Produkten gemeinsam haben, welche im Mittelalter innerhalb der Klosteranlagen entworfen und hergestellt wurden. So handelte es sich dabei in der Regel um Kräuterliköre, von welchen auch nur beabsichtigt war, dass diese in kleinen Mengen konsumiert wurden. Dass die Extrakte aus Kräutern positive Auswirkungen auf die Gesundheit zu scheinen haben, belegen allein schon wissenschaftliche Studien mit Kräutertees, welche eine ähnliche Zusammensetzung wie Kräuterliköre aufweisen.
Der Gesundheitswert heutiger Liköre ist hingegen äußerst fraglich. So ist zunächst der hohe Alkoholgehalt zu bemängeln, welcher durch den süßlichen Geschmack zudem noch überdeckt wird. Das Auftreten von kurzfristigen und langfristigen Alkoholfolgeschäden ist bei regelmäßigem Verzehr deshalb nicht auszuschließen. Daneben werden industriell produzierte Liköre häufig noch mit Aroma-, Farb- und Konservierungsstoffen versetzt. Dies soll den Geschmack und das Aussehen dieses Produkts manipulieren und so eine Qualität vortäuschen, welche eigentlich nicht gewährleistet ist.
Insgesamt handelt es sich bei Likören um ein Genussmittel, welches auch diesem Status entsprechend konsumiert werden sollte. Einem gelegentlichen Likör Konsum ist deshalb nichts entgegenzusetzen, wohingegen größere oder dicht frequentierte Aufnahmemengen kritisch zu sehen sind.
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