6. Oktober 2010
Um den Konsum von Energydrinks ranken sich hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen viele Gerüchte. So sollen diese einerseits die persönliche Leistungsfähigkeit erhöhen und gleichzeitig eine große Gefahr für die eigene Gesundheit darstellen. Doch was ist überhaupt an diesen Gerüchten dran?
Um die Auswirkungen klassischer Energydrinks auf die Gesundheit abschätzen zu können, muss zunächst ein kritischer Blick auf die einzelnen Inhaltsstoffe geworfen werden.
Das enthaltene Koffein sorgt zunächst tatsächlich für eine anregende Wirkung ähnlich eines Kaffees. So konnten Studien beweisen, dass Menschen nach moderatem Konsum von Koffein eine leichte Steigerung der kognitiven Fähigkeiten erfuhren. Insbesondere größere Koffeinmengen belasten den menschlichen Organismus allerdings, sodass es beispielsweise zu Kopfschmerzen, Herzrasen und Nervosität kommen kann. Daneben wirkt Koffein auch dehydrierend. Dieser Aspekt ist insbesondere bedenklich, da Energydrinks häufig mit alkoholischen Getränken gemixt werden, welche eine ähnliche wasserentziehende Wirkung auf den Körper haben.
Das Taurin ist wiederum eine organische Säure, welche dementsprechend auch in unserem Körper produziert wird. Während das Taurin selbst keinerlei Energiebasis darstellt, wirkt dieses als eine Art Transportmittel für den Stoffwechselprozess, sodass theoretisch jene Prozesse schneller und effizienter vollzogen werden können, welche der Energiebereitstellung dienen. Ob der geringe Tauringehalt in Energydrinks einen nachweisbar positiven Effekt auf den Konsumenten haben, ist in der Wissenschaft derzeit noch strittig.
Der Zucker sorgt einerseits für eine Schädigung der Zähne. Dabei wird der Zahnschmelz angegriffen und es kann sich leichter Karies bilden. Daneben ist der hohe Zuckergehalt auch hinsichtlich des hohen Kaloriengehaltes und der Auswirkungen auf das Körpergewicht kritisch zu betrachten.
Letztlich sind die künstlichen Aroma- und Farbstoffe nicht ausreichend erforscht, um fundierte Aussagen über deren gesundheitliche Auswirkungen zu machen. Es kann aber von einer schädlichen Wirkungsweise ausgegangen werden, da diese beispielsweise Auswirkungen auf die natürlichen Regulationsmechanismen des menschlichen Organismus zu scheinen haben.
Neben den direkten Auswirkungen der einzelnen Wirkstoffe stellt sich abschließend noch die Frage, ob Energydrinks tatsächlich leistungsfördernd wirken. Hinsichtlich der mentalen Leistungsfähigkeit scheinen Energydrinks tatsächlich eine temporäre Verbesserung zu bewirken. So schnitten Probanden zahlreicher Studien im Falle eines Energydrink Konsums geringfügig besser ab. Hinsichtlich der sportlichen Leistungsfähigkeit variieren die Ergebnisse jedoch stark und es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass derartige Produkte keine oder nur geringe Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit haben.
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