16. September 2010
Bier kann auf eine jahrtausendlange Geschichte zurückblicken. Doch was macht dieses Getränk so besonders, dass es bereits von den Ägyptern produziert wurde und bis heute in seiner Vielzahl von Sorten ein fester Bestandteil unserer Trinkkultur ist?
Die Erfindung des Bieres war ein reines Zufallsprodukt. So entdeckten bereits Bewohner in der Region des Nils vor circa 10.000 Jahren, dass gelagerter Getreidebrei das Gären anfing. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Menschen diesen Gärungsvorgang gezielt ablaufen ließen und mit diesen experimentierten, bis es schließlich zur Produktion erster bierähnlicher Produkte kam. Diese Erkenntnis wurde sogleich auch auf andere Substanzen übertragen bzw. mit diesen in ähnlicher Weise experimentiert, sodass es beispielsweise zur Entstehung von Wein durch die Gärung von Fruchtsäften kam. Das Produkt Bier wurde in den folgenden Jahrtausenden zu mehr als nur einem Getränk. Vielmehr wurde dieses Produkt bereits in Volksverbänden vor der Geburt Christ zu einem Teil der Kultur, sodass dieses sogar in Gesetzestexte eingebettet wurde.
So gab es bereits 3000 v. Chr. bei den Sumerern, welche in etwa im Gebiet des heutigen Irak lebten, ein Gesetz, nach welchem Bierpanscher in Bier zu ertränken seien. Etwa zu dieser Zeit begannen sich auch die zahlreichen Biersorten zu entwickeln, in deren Genuss wir noch heute kommen. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Bierkultur der Babylonier erwähnenswert. So kannten diese bereits etwa zwei Dutzend verschiedener Biersorten. Als Beispiel hierfür kann das sogenannte feine Schwarzbier beispielsweise genannt werden, welches aus einem Gemisch von 80 % geröstetem Emmerkorn und 20 % gekeimten Emmerkorn produziert wird. Beim Nachbier wurden hingegen die Grundstoffe für Gersten- und Emmerbier vermischt, um das Ganze daraufhin noch mit Wasser zu versetzen.
Bei den Römern gilt das Bier wiederum als ein Getränk der Germanen. Dies dürfte aber weniger auf die Qualität des Bieres, als vielmehr auf die wettertechnischen Voraussetzungen bezüglich des Anbaus zurückzuführen sein. So eignet sich die Region Italiens auch heute noch eher zum Wein- als zum Bieranbau.
In Mittel- und Nordeuropa setzte der Erfolgszug des Bieres natürlich seinen Weg fort. Im Mittelalter kam es dann zur Gründung des geregelten Braubetriebs, eine Aufgabe, die zahlreiche Klöster übernahmen. Während dieser Zeit entwickelten sich auch zahlreiche weitere Biersorten, Marken und nicht zuletzt auch das bayrische Reinheitsgebot, welches bis heute Gültigkeit hat. Heutzutage ist Bier ein Produkt, welches in Deutschland und Österreich einen Pro-Kopf Verbrauch von über 100 Litern jährlich erzielt.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
11.05.12 | |
![]() | BIER |
05.04.12 | |
![]() | BIER |
23.02.12 | |
![]() | BIER |
23.01.12 | |
![]() | BIER |
12.11.11 | |
![]() | BIER |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Bier Forum


Auf der Grundlage von acht Fallstudien zu ausgewählten Hansestädten stellt dieses Buch erstmals Brauwesen und Bi...