16. September 2010
Der Absinth kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. So wurde dieser zunächst als Heil- und später als Genussmittel eingesetzt. Doch welche Stationen durchlief der Absinth während seiner jahrtausendlangen Entwicklung?
Absinth kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Der Name leitet sich dabei vom französischen "absinthe" ab, welches in etwa der deutschen Bedeutung von Wermut entspricht. Die Kräuter, welche auch heute noch zur Absinthproduktion herangezogen werden, stellten bereits fast viertausend Jahre vor Christus beliebte Heilpflanzen dar. Dass es sich bei deren Einsatz nicht zwangweise um einen reinen Placebo Effekt handelte, konnten heutige Studien mit Morbus Crohn Patienten nachweisen. In den folgenden Jahrtausenden kam es immer wieder zum Einsatz dieser Kräuter.
Die Erfindung des heutigen Absinths ließ aber noch bis ins 18. Jahrhundert auf sich warten. So kam es im schweizerischen Bezirk Val-de-Traver zur ersten schriftlichen Fixierung des Rezepts für Absinth. Nichtsdestotrotz wurde dieses auch damals noch als ein medizinisches Heilmittel und nicht als Genussmittel eingesetzt.
Die Wandlung des Absinth zum Genussmittel vollzog sich erst in den 1860ern des bürgerlichen Frankreich. So etablierte sich der Absinth als preisgünstiges alkoholisches Getränk, welches vor allem während der Mittagszeit in geringen Mengen konsumiert wurde. Neben seiner Verbreitung fiel vor allem auch die Herausbildung einer eigenen Trinkkultur auf, welche sich in diesen Jahrzehnten zu festigen begann. Der geringe Preis, die ausgeprägten Trinkrituale und nicht zuletzt auch die starken Auswirkungen auf den menschlichen Geist dürften dazu beigetragen haben, dass Absinth von da an auch als ein Getränk der Dichter und Künstler galt. So widmeten beispielsweise allein Manet und Van Gogh dem Absinthtrinken ein eigenes Werk.
Mit der Verbreitung des Absinth stiegen allerdings auch dessen Gegner. Diese führten ins Feld, dass Absinth aus den Menschen Wahnsinnige mache, die zu Gewalttaten bereit seien und ein Suchtverhalten entwickeln würden. Daneben galt dieses Genussmittel auch als ein Auslöser für Epilepsie und Tuberkulose. Zum Verbot führte schließlich aber erst ein Mord, der im Absinthrausch vollzogen wurde und über welchen flächendeckend in großen Teilen Europas berichtet wurde. Dem nahezu europaweiten Verbots, welches Anfang des 20. Jahrhunderts in Kraft trat, wurde mit Brennereien im Untergrund begegnet.
Seit den 90er Jahren gilt in vielen Ländern der EU die Rechtslage als ungewiss. So war es einerseits vielen Anbietern möglich, die Zutaten so weit vom ursprünglichen Rezept abzuwandeln, dass das Endprodukt als legaler Absinth verkauft werden darf. In anderen Ländern, beispielsweise Großbritannien, ist lediglich die Produktion, nicht aber der Verkauf von Absinth strafbar. Dies führte wiederum zu zahlreichen Importen, insbesondere aus dem osteuropäischen Raum.
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