7. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Jahrelang hat man unerklärliche Durchfälle, der Bauch schmerzt oder zeigt sich mit ständigen unangenehmen Blähungen. Vielfach unternehmen die Betroffenen dann eine wahre Odyssee von Arzt zu Arzt und hören dann mitunter "Das liegt am Stress". Doch auch wenn Stress ebenfalls solche Beschwerden hervorrufen kann, liegt es oftmals eher an einer Unverträglichkeit gegenüber dem im Getreide befindlichen Gluten.
Gluten, ein Getreideeiweiß, führt bei vielen Kindern und Erwachsenen zu Durchfällen, die mitunter lange Zeit nicht mit einer Zöliakie in Verbindung gebracht werden. Entstehen tun diese extremen Verdauungsschwierigkeiten aufgrund einer Schädigung der Dünndarmzotten, die durch das in vielen Nahrungsmitteln enthaltene Gluten. Die Dünndarmzotten selbst werden durch diese Schädigungen ihrer Fähigkeit genommen, Verdauungsenzyme zu bilden. Folglich können die durch die Lebensmittel aufgenommenen Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und viele weiteren Vitalstoffe nicht mehr aufgespaltet werden. Der Nahrungsbrei rutscht regelrecht durch den Darm und wird dann durchfallartig ausgeschieden.
Eine Heilung im eigentlichen Sinne kann man bei einer Glutenunverträglichkeit nicht erwarten, allerdings lässt sie sich mit einer angepassten und somit Glutenfreien Ernährung sehr gut in Schach halten. So spüren die Betroffenen schon allein dadurch eine Erleichterung in dem sie auf Weizen, Roggen und Dinkel verzichten und diese Getreidesorten gegen Mais, Buchweizen oder auch Hirse austauschen, da diese frei von Gluten sind.
Auch Leinsamen, Reis, Hülsenfrüchte, Sesam, Milch und deren Produkte, sowie Kräuter, Oliven, Paprika und die meisten Gewürze sind ohne Probleme zu essen. Selbst auf Süßes muss man selbst oder sein betroffenes Kind nicht verzichten, da sich auch in Gummibärchen, Bonbons oder Schokolade kein Gluten findet.
Aufpassen sollte man jedoch bei dem Verzehr von bestimmten Fertigpuddings, Dips, Gewürzmischungen, Ketchup, Curry, Senf, Würzessig, alle Nudeln aus Hart- und Weichweizen, Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Grünkern und bei den meisten Kuchen- und Kekssorten, sowie Süßigkeiten mit dem Inhaltsstoff Malz.
Generell bedeutet es gerade am Anfang der Ernährungsumstellung sehr genau auf die Zutatenliste der Lebensmittel zu achten. Eine komplette Liste der Lebensmittel mit Gluten hilft allerdings bei der persönlichen Auswahl und der Zusammenstellung der einzelnen Mahlzeiten. Zudem werden mittlerweile immer mehr Nahrungsmittel ohne Gluten hergestellt, die dann auf der Verpackung auch das Glutenfrei stehen haben.
Verzweifeln ist deshalb nicht angesagt. Wichtig ist es allerdings bei den genannten Symptomen einen Arzt aufzusuchen oder auch schon zuvor im Eigenversuch anhand der ausgetauschten oder weggelassenen Lebensmittel herauszufinden, ob es sich um eine Zöliakie handelt. In der Regel stellt man schon nach wenigen Tagen eine Besserung fest und kann sich dann in der Folge auf eine Ernährungsumstellung konzentrieren, um endlich wieder ohne Beschwerden zu sein.
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