19. Mai 2010
Als Fehlstellungen bezeichnet man eine Stellung, die nicht der idealen Form entspricht und oftmals zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Besonders häufig kommen Fehlstellungen im Kiefer- und Zahnbereich vor.
Im Kieferbereich unterscheidet man zwischen angeborenen Fehlstellungen und erworbenen Fehlstellungen. Typisch für eine angeborene Kieferfehlstellung ist ein zu großer Unterkiefer (Progenie). Dabei beißen die Schneidezähne im Unterteil des Kiefers vor die Zähne des Oberteils. Diese Kieferfehlstellung wird allgemein als "Habsburger-Lippe- oder Kinn" bezeichnet. Weitere angeborene Fehlstellungen sind der Distalbiss, ein Rückbiss des Unterkiefers sowie der Deckbiss, bei dem die unteren Schneidezähne von den oberen Zähnen überdeckt werden. Auch angeborene Missbildungen wie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder zu viele bzw. zu wenige Zähne gelten als Fehlstellungen.
Erworbene Kieferfehlstellungen entstehen zumeist bei Kindern durch vorzeitigen Verlust von Milchzähnen, übermäßiges Fingerlutschen, Zungenpressen oder Beißen auf die Unterlippe. Auch bei den Zähnen kommt es häufig zu Fehlstellungen. Dabei wird zwischen Dentalen Fehlstellungen, bei denen es sich um lokale Kippstellen handelt und Skelettalen Fehlstellungen, bei denen es sich um Anomalien des gesamten Oberkiefers handelt, unterschieden. Hinzu kommen noch Transversale Fehlstellungen wie Scherbiss oder Kreuzbiss. In der Wachstumsphase können Zahnfehlstellungen sogar zu schwerwiegenden Anomalien des Skeletts führen. Ursache solcher Fehlstellungen können Vererbung, genetische Schäden, hormonelle Probleme wie Akromegalie oder Progenie oder Fehlfunktionen der Schluckmuskulatur sein.
Symptome von Kiefer- und Zahnfehlstellungen sind neben ästhetischen Mängeln häufig Probleme beim Essen, Verspannungen im Bereich des Kiefergelenks sowie im Nacken- und Schulterbereich sowie erschwerte Zahnpflege und damit die Entstehung von Karies und Zahnfleischentzündungen.
Als Therapie gegen Fehlstellungen im Kiefer- und Zahnbereich ist eine kieferorthopädische Behandlung notwendig, die bei Kindern meist zwischen dem 9. und dem 14. Lebensjahr am sinnvollsten ist. Dabei kommen in der Regel Zahnspangen zum Einsatz. Bei schweren Fehlstellungen wie dem Kreuzbiss oder der Kiefer-Gaumen-Spalte kann die Behandlung in Ausnahmefällen auch schon früher begonnen werden.
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