12. Juli 2011
Bei Schistosomiasis handelt es sich um eine Wurmerkrankung, die in subtropischen und tropischen Gebieten weit verbreitet ist. Verursacht wird sie durch Schistosomen.
Schistosomiasis bezeichnet man auch als Bilharziose. Diese Wurmkrankheit tritt vor allem in subtropischen und tropischen Gebieten wie Südamerika, Afrika, dem Nahen Osten, Jemen, Saudi-Arabien, China, Japan und den Philippinen auf. Durch ihre Erreger werden verschiedene Organe in Mitleidenschaft gezogen.
Verursacher der Bilharziose sind Schistosomen (Pärchenegel). Dabei handelt es sich um ein bis zwei Zentimeter lange Saugwürmer. Als Zwischenwirte der Schistosomen dienen Schnecken, die in warmen Binnengewässern leben. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch kontaminiertes Wasser. So können die Larven der Würmer in dessen Haut eindringen und über die Lymph- und Blutbahn zu verschiedenen Organen wandern, wo sie sich im Laufe der Zeit zu reifen Schistosomen entwickeln. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass auf der ganzen Welt ca. 200 Millionen Menschen von den Pärchenegeln befallen sind.
Durch menschliche Ausscheidungen wie Kot und Urin gelangen die Schistosomen in Oberflächengewässer, wo sie ihre Wurmlarven freisetzen. Da die Larven allerdings nur 48 Stunden lebensfähig sind, suchen sie sich einen Zwischenwirt. Dabei handelt es sich um Schnecken, die sowohl an der Wasseroberfläche als auch im Wasser leben. Innerhalb der Schnecken vermehren sich die Schistosomen stark. Gelingt es den Larven jedoch nicht rechtzeitig einen Zwischenwirt zu finden, sterben sie ab. Die Larven, die in einen Zwischenwirt gelangen, entwickeln sich zu 0,3–0,6 Millimeter langen Zerkarien. Nach ihrer Freisetzung suchen sie einen Endwirt wie den Menschen. Um in dessen Haut eindringen zu können, verwenden sie ein gewebeauflösendes Enzym. Über das Lymphsystem verbreiten sich die Parasiten im Körper und nisten sich schließlich in Organen wie der Blase, der Milz, der Leber oder dem Darm ein. Haben die Weibchen ihre Eier abgelegt, werden diese durch Urin oder Kot ausgeschieden.
Zu Beschwerden durch die Schistosomiasis kann es bereits einige Stunden nach dem Eindringen der Zerkarien in den menschlichen Körper kommen. In diesem Fall spricht man von einer Zerkariendermatitis oder Badedermatitis. Dabei leiden die Betroffenen unter starkem Juckreiz an der Eintrittsstelle. Darüber hinaus entsteht Hautausschlag. Gelegentlich zeigt sich auch hohes Fieber. Nach etwa zwei Wochen gehen diese Beschwerden wieder zurück. Wird jedoch keine Therapie vorgenommen, droht eine chronische Infektion, dessen Symptome davon abhängen, an welchem Organ die Würmer ihre Eier ablegen. So können die Beschwerden sowohl leicht als auch schwer sein. Bei einer Darm-Schistosomiasis kommt es zu Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme und Bauchschmerzen. Auch schleimig-blutige Durchfälle sind möglich. Werden die Harnröhre und die Harnblase von den Parasiten befallen, leiden die Patienten unter Brennen beim Wasserlassen und blutigem Urin. Schlimmstenfalls entstehen Schäden an der Blasenwand, die sogar Blasenkrebs zur Folge haben können. Auch Leber, Milz und Gehirn können in Mitleidenschaft gezogen werden. Verläuft die Infektion sehr schwer, sodass es zu hohem Fieber kommt, spricht man vom Katayama-Fieber.
Diagnostizieren lässt sich Schistosomiasis durch den Nachweis der Wurmeier. Zu diesem Zweck werden Urin-, Stuhl- oder Blutproben entnommen. Auch Gewebeproben aus dem Darm oder der Blasenschleimhaut können Aufschluss geben.
Die Behandlung der Schistosomiasis erfolgt durch die Gabe von Medikamenten wie Metrifonat, Praziquantel oder Oxamniquin. Nach etwa einem halben Jahr wird kontrolliert, ob sich noch Schistosomen-Eier im Organismus befinden. Wenn nötig, erfolgt eine Wiederholung der medikamentösen Therapie.
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