15. Juni 2004
Von Britta Josten
Tetanus, häufig auch unter der Bezeichnung Wundstarrkrampf bekannt, gehört zu den mit Abstand gefährlichsten Infektionskrankheiten, vor der es sich durch eine Tetanus-Impfung unbedingt zu schützen gilt. Denn nicht selten verläuft diese Krankheit mit tödlichem Ausgang.
Erreger dieser Erkrankung ist das im Erdboden befindliche Bakterium Clostridium tetani. Bei Verletzungen kann es in den menschlichen Organismus gelangen und sich dort vermehren, wenn kein Sauerstoff in die Wunde gelangt. Daher ist die Gefahr bei größeren oder sehr tiefen Wunden besonders groß, an Wundstarrkrampf zu erkranken. Die Bakterien vermehren sich und sondern ein Nervengift ab, welches über das Blut ins Gehirn oder Rückenmark gelangt. Durch das Gift kann es zu starken Muskelkrämpfen oder Lähmungserscheinungen im gesamten Körper kommen, woran der Betroffene schlimmstenfalls zu ersticken droht. Es ist also nicht direkt der Tetanus-Erreger an sich, von dem die Gefahr ausgeht, sondern von seinem abgesonderten Nervengift.
Der Zeitpunkt an dem die ersten Symptome auftreten ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich und nicht vorauszusehen. Es kann durchaus 3-4 Wochen, aber eventuell auch nur einen Tag dauern, ehe die typischen Krankheitserscheinungen wie Kopfschmerzen und Fieber auftreten. Etwa einen Tag danach kommt es schließlich zu den gefährlichen Lähmungserscheinungen im Gesichtsbereich. Die Kiefermuskulatur verkrampft und der Mund lässt sich nur noch schwer oder gar nicht mehr öffnen und schließen. Nahrungsaufnahme und Sprechen fallen schwer und es tritt das sogenannte sardonische Lächeln auf, ein seltsamer verkrampfter Gesichtsausdruck. Die Verkrampfung der Muskeln breitet sich über den gesamten Körper aus und der Betroffene gelangt in eine völlige Starre. Die schlimmste Folge der Verkrampfungen ist der Tod durch Ersticken, sollte auch die Atemmuskulatur aussetzen.
Tritt Wundstarrkrampf auf, so heißt es schnell zu handeln und sich schnellstens in ärztliche Behandlung bzw. in ein Krankenhaus zu begeben. Dem Betroffenen wird ein Gegenmittel für das Gift der Tetanus-Bakterien sowie Beruhigungsmittel und Schmerzmittel verabreicht. Aber auch wenn eine ärztliche Behandlung unverzüglich eingeleitet wird, endet der Wundstarrkrampf in nicht seltenen Fällen dennoch tödlich. Es gilt also unbedingt, sich vor Tetanus im Vorfeld durch eine Impfung zu schützen.
Glücklicherweise gibt es einen wirksamen Impfschutz gegen die schwere Infektionskrankheit Wundstarrkrampf bzw. Tetanus. Zum völligen Schutz muss allerdings insgesamt drei mal geimpft werden und die Impfung alle zehn Jahre wieder aufgefrischt werden. Geimpft werden können auch bereits Kleinkinder ab dem dritten Monat. Auch wenn der Wundstarrkrampf hierzulande nicht besonders häufig vorkommt, sollten Sie nicht auf die Tetanus-Impfung verzichten, vor allem nicht wenn Sie des öfteren Urlaub in südlicheren Ländern machen, wo Tetanus noch recht weit verbreitet ist.
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