9. Juni 2004
Von Kai Zielke
Die auch als Varizellen bekannten Windpocken werden durch das Virus mit dem Namen Varizella-zoster hervorgerufen. Weitergegeben wird dieses Virus über die sogenannte Tröpfcheninfektion, also über die Atemluft, wobei das Virus auch problemlos mehrere Meter Entfernung überbrücken kann.
Die ersten auftretenden Symptome, etwa zwei bis drei Wochen nach der Infektion mit dem Virus, sind in der Regel Fieber, Kopfschmerzen und Halsschmerzen. Wenig später bilden sich schließlich die für Windpocken berühmten roten Flecken auf der Haut. Diese mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen verursachen einen starken Juckreiz und sind über den ganzen Körper verteilt, bloß die Handflächen und Fußsohlen bleiben von den Bläschen verschont. Nach nur wenigen Tagen trocknen die Bläschen aus. Es bilden sich Krusten auf der Haut, die sich nach ein bis zwei Wochen von alleine ablösen. An den Stellen der abgefallenen Krusten bleiben helle Flecken zurück, die allerdings ebenfalls nach einiger Zeit verschwinden. Wichtig ist, dass der Betroffene sich die Bläschen, trotz des starken Juckreizes, nicht aufkratzt, da ansonsten hässliche Narben zurückbleiben können.
Sind die Windpocken einmal überstanden, ist der Betroffene nun in der Regel immun gegen das Varizella-zoster-Virus. Oft bleiben jedoch einige Viren im Körper zurück, wo sie sich im Nervengewebe vor den Immunzellen verstecken, um oft erst nach Jahrzehnten wieder aktiv zu werden: Es kommt zur Gürtelrose.
Windpocken bei Kindern sind in der Regel harmlos, wobei auch in diesem Fall ein Arzt aufgesucht werden muss. Bei Erwachsenen kann es schon eher zu Komplikationen kommen und der Krankheitsverlauf ist meist etwas länger. Ist das Immunsystem ohnehin schon geschwächt, kann es zu schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Gehirnentzündung oder Lungenentzündung kommen. Typische Symptome und Anzeichen für solch gefährlichen Erkrankungen sind Atemprobleme und anhaltend starkes Fieber.
Die größte Gefahr stellen Windpocken für Schwangere bzw. deren Ungeborenes dar. Erkrankt die Frau während ihrer Schwangerschaft an Windpocken, kann es beim ungeborenen Kind zu schweren Missbildungen oder sogar Fehlgeburt oder Totgeburt kommen. Erkrankt die Mutter kurz vor der Entbindung an Windpocken, stellt dies ebenfalls eine große Gefahr für das Kind dar: es infiziert sich mit dem Varizella-zoster-Virus und stirbt in nicht seltenen Fällen an den Folgen dieser Virusinfektion.
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