Warzenentfernung - Mittel und Methoden

Nahaufnahme einer großen Warze auf der Fußsohle

Wie man hartnäckige Warzen wieder los wird

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Warzen sind nicht nur lästig und unschön anzusehen, sondern können sich auch verbreiten, wenn Sie von Viren ausgelöst wurden. Wer unter Warzen leidet, möchte diese daher schnellstmöglich loswerden. Dazu stehen ganz unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Verfügung, die von der Kältetherapie und Laserbehandlung über einen operativen Eingriff bis hin zu einfachen Hausmitteln reichen. Die Methode zur Entfernung einer Warze ist dabei abhängig von der Lage und Art. Welche Warzenarten es gibt und welche Therapien zur Auswahl stehen, lesen Sie in diesem Artikel.

Was sind Warzen?

Bei Warzen (Verrucae) handelt es sich um gutartige Wucherungen, die auf der Haut vorkommen. Die Hautwucherungen zeigen sich rau mit einer schuppigen Oberfläche. Ihr Auftreten ist an sämtlichen Stellen des Körpers möglich. Besonders betroffene Hautbereiche sind aber das Gesicht, die Hände, die Füße sowie die Genitalien.

Verursacht werden Warzen von verschiedenen Viren wie zum Beispiel den Humanen Papillom Viren (HPV). Als Risikofaktoren für das Entstehen von Warzen gelten Wunden auf der Haut, Durchblutungsstörungen, bestimmte Erkrankungen wie Neurodermitis, Allergien oder eine Schwäche des Abwehrsystems. Aber auch Stress oder psychische Probleme können eine Rolle spielen.

Häufig betroffen von Warzen sind Kinder und Jugendliche. Grundsätzlich können sich die Hautwucherungen jedoch in jedem Alter zeigen.

Unterschiedliche Warzenarten

Eine Warze ist nicht gleich Warze. So gilt es zwischen verschiedenen Warzenarten zu unterscheiden. Zu den häufigsten Formen gehören:

Alterswarzen zeigen sich typischerweise ab dem 50. Lebensjahr. Ihr Auftreten ist an sämtlichen Körperstellen möglich. Kinder sind hingegen vorwiegend von den runden Stachelwarzen betroffen, die den Umfang einer Erbse aufweisen. Pinselwarzen haben die Form eines Fadens und treten an Hals und Gesicht auf, während Dornwarzen an den Fußsohlen vorkommen, wo sie oft an Druckstellen entstehen.

Wie wird man eine Warze wieder los?

In den meisten Fällen bildet sich eine Warze nach gewisser Zeit von selbst wieder zurück, ohne dass etwas gegen sie unternommen werden müsste.

Treten die Warzen jedoch an gut sichtbaren Körperstellen wie Gesicht, Hals oder Fingern auf, können sie sich störend auswirken. Dies gilt aber auch für Dornwarzen an den Füßen, die unangenehme Schmerzen auslösen. Darüber hinaus muss bedacht werden, dass Warzen in bestimmten Phasen ansteckend sind und dadurch auf andere Menschen übertragen werden können. Aus diesem Grund ist es ratsam, Warzen, die von Viren hervorgerufen werden, zu behandeln.

Eine Ausnahme stellen die Alterswarzen dar, die nicht ansteckend sind und daher keine medizinische Behandlung benötigen.

Behandlungsmethoden

Der Medizin steht eine Vielzahl an Therapieoptionen zur Entfernung von Warzen zur Verfügung. Zu den gängigsten Verfahren zählen das Anwenden von physikalischen Mitteln, chemischen Substanzen oder das Entfernen durch einen chirurgischen Eingriff. Außerdem werden einige alternative Methoden sowie zahlreiche Hausmittel angeboten. Letzterem haben wir einen eigenen Artikel gewidmet: Hausmittel zur Entfernung von Warzen.

Welche Behandlung sich letztlich individuell am besten eignet, richtet sich vor allem nach Art und Lage der Warzen. Die Therapie sollte daher stets mit einem Arzt abgeklärt werden.

Umsichtig gegen Warzen vorgehen - Warzen niemals selbst herausschneiden

Warzen sollten nicht eigenhändig, sondern vom Arzt sachgerecht entfernt werden

Nackter rechter Fuß mit Warze auf Fußrücken
Wart On Foot © Penny - www.fotolia.de

Wer Warzen selbst behandeln möchte, sollte dies nur sehr umsichtig tun. Besonders bei Kindern ist allergrößte Achtsamkeit geboten. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mitteilt, ist jedwedes Herumkratzen oder Herausschneiden zu vermeiden.

Sachgemäße Entfernung durch den Arzt

Da es sich bei Warzen um eine Viruserkrankung handelt, würde ein unsachgemäßer Umgang möglicherweise zu weiteren Infektionen führen. Dies gilt besonders, wenn sich die Warzen im Gesicht oder an den Genitalien befinden. Die sicherste Variante, gegen Warzen vorzugehen ist die, einen Arzt zu konsultieren. Der kann dann entscheiden, ob es sich wirklich um Warzen handelt oder eine andere Erkrankung vorliegt.

Auch bei blutenden oder uneinheitlich pigmentierten Warzen sollte man einen Arzt aufsuchen. Die verschiedenen, rezeptfreien Medikamente, die es derzeit zu kaufen gibt, weichen in der Regel die Warze auf, so dass sie nach einiger Zeit entfernt werden kann.

Ansteckungsgefahr minimieren durch Einhalten der Hygiene

Wichtig ist, dass man das umliegende, gesunde Gewebe schützt und sich nach der Behandlung gründlich die Hände wäscht. So reduziert man die Gefahr einer Ansteckung anderer Hautpartien. Die immer wieder genannten Hausmittel funktionieren meistens nur deshalb, weil eine Warze nach etwa zwei Jahren von selbst verschwindet. Der Körper hat dann die nötigen Gegenmittel gebildet, um selbst mit dem Virus fertig zu werden. Am besten hilft immer noch eine gute Vorbeugung.

Da besonders das Schwimmbad durch die Feuchtigkeit ein idealer Übertragungsort von Warzen ist, sollte man sich dort niemals ohne Badeschuhe bewegen. Guten Abtrocknen und die ausschließliche Verwendung eigener Handtücher helfen darüber hinaus.

Salizylsäure oder Milchsäure

Zur Entfernung von gewöhnlichen Warzen oder Dornwarzen eignen sich spezielle Lösungen, Cremes oder Pflaster, die Salizylsäure oder Milchsäure enthalten. Die beiden Mittel werden auch häufig miteinander kombiniert. Sie verfügen über die Eigenschaft, die verhornte Haut aufzuweichen. Zuvor unterzieht der Patient die betroffene Stelle einem warmen Hand- oder Fußbad. Im Anschluss daran wird die aufgeweichte Hornschicht von medizinischem Personal abgetragen. Bei diesem Verfahren kann es mitunter zu Blutungen aus der Warze kommen, die jedoch normalerweise keine Gefahr darstellen.

Damit sich auch die tieferen Warzenanteile aufweichen lassen, werden Lösung oder Pflaster erneut auf die betroffene Hautstelle gegeben. Diese Behandlung wird bis zum kompletten Verschwinden der Warze regelmäßig wiederholt, was nach Umfang der Warze einige Wochen in Anspruch nehmen kann.

Die Lösungen lassen sich zur Selbsthandlung auch zuhause auftragen. Dabei ist es wichtig, auf den Schutz der Haut vor den aggressiven Anti-Warzenmitteln zu achten. Es empfiehlt sich, die gesunde Haut durch eine fettige Salbe oder Vaseline abzudecken. Auch das Desinfizieren der Hände ist überaus wichtig, damit sich die Viren nicht auf andere Hautstellen verteilen können, denn sie werden durch die Säuren nicht abgetötet.

Arzt behandelt eine Warze
Behandlung einer Warze unter dem Fuß mit einer Tinktur

Kyrotherapie

Eine weitere Option zur Beseitigung von Warzen stellt die Kyrotherapie dar. Bei diesem Verfahren wird von einem Arzt flüssiger Stickstoff auf die Warze aufgetragen. Die anschließende Verdunstung führt dazu, dass sich extreme Kälte bildet. Dadurch wird wiederum die oberste Hautschicht zerstört. Durch die Kyrotherapie stirbt das Warzengewebe ab, sodass sich die Warze nach einigen Tagen von der Haut ablöst. Handelt es sich um gewöhnliche Warzen an den Fingern, sprüht der Arzt den flüssigen Stickstoff aus einer Flasche auf die betroffene Stelle. Die Vereisung wird mehrere Male durchgeführt. Dabei ist eine Pause von wenigstens einer Woche zwischen den Therapiesitzungen einzuhalten.

Bei einigen Patienten löst das Auftragen des Flüssigstickstoffs einen kurzen Kälteschmerz aus. Die Haut ist angeschwollen und gerötet. Nach einigen Tagen heilt die Warze ab, wobei sich eine Kruste bildet. Narben sind durch die Kyrotherapie nicht zu befürchten.

Wer zur Entfernung der Warze nicht extra einen Arzt aufsuchen möchte, kann in der Apotheke auch rezeptfreie Vereisungsstifte erhalten. Deren Kälteeffekt fällt jedoch geringer aus als beim Arzt.

Für manche Menschen eignet sich eine Kyrotherapie allerdings nicht. Dazu gehören vor allem Patienten, die unter der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), dem Raynaud-Syndrom oder einem diabetischen Fuß leiden.

wIRA-Therapie

Zu den modernen Behandlungsverfahren zum Entfernen von Warzen gehört die sogenannte wIRA-Therapie mit reinem Infrarotlicht. Der Begriff wIRA steht für "wassergefiltertes Infrarot A Licht". Bei dieser Methode kommt es zur Ausblendung der hautbelastenden Infrarotanteile mit einem Flüssigkeitsfilter. Durch dieses Vorgehen werden nur die hautschonenden und tiefenwirksamen Anteile des Infrarotlichts genutzt.

Erster Schritt der wIRA-Behandlung ist das Aufweichen der Warze mit Pflastern, die die Hornhaut ablösen, was zwei bis sieben Tage in Anspruch nehmen kann. Ohne dass dabei Schmerzen zu befürchten sind, trägt der Arzt die gelösten Anteile der Hornhaut vor dem Bestrahlen ab. Anschließend wird die betroffene Stelle für ca. eine halbe Stunde mit dem Infrarotlicht bestrahlt. In den meisten Fällen reichen zehn Sitzungen zum Behandlungserfolg aus.

Lasertherapie

Das Entfernen einer Warze kann auch durch den Einsatz eines Lasers erfolgen. Dieser bestrahlt die obersten Schichten der Haut, wodurch es zum Gewebsuntergang der Warze kommt.

Eine Lasertherapie gilt als sinnvoll, wenn mehrere Warzen zugleich auftreten oder stark wuchern.

Chirurgische Behandlung

Führen die konventionellen Therapiemethoden nicht zum gewünschten Erfolg, lässt sich die Warze auch mithilfe eines operativen Eingriffs entfernen. Dabei handelt es sich um eine kleine Operation, die nur wenig Zeit in Anspruch nimmt und ambulant vorgenommen wird. Der Patient erhält dazu eine örtliche Betäubung. Auf operative Weise entfernt werden zumeist Warzen am Fuß wie Dornwarzen.

Erster Schritt des Eingriffs ist das Ausschaben der Warze mit einem Speziallöffel, der einem Skalpell ähnelt. Der Operateur entfernt die Warze mitsamt ihrer Wurzel. Zum Ende der Operation versorgt er die Wunde. Nach dem Eingriff kann der Patient wieder nach Hause gehen.

Im Rahmen der Nachbehandlung ist es wichtig, die Wunde gut zu pflegen, damit es nicht zu einer Infektion kommt. Bei Operationen am Fuß muss sich der Patient 14 bis 21 Tage schonen und auf unnötige Bewegungen verzichten.

Eine operative Behandlung bietet zwar den Vorteil, dass sich die Warze schnell beseitigen lässt, bekämpft jedoch nicht die Ursache der Warzenentstehung. Dadurch besteht die Gefahr eines erneuten Warzenbefalls.

Warzen bei Kindern

Lästige Hautwarzen bei Kindern: Viele verschwinden von selbst wieder

Rund jedes dritte Schulkind im Alter zwischen vier und zwölf ist von Hautwarzen (Verrucae) betroffen. Von den Betroffenen litten 70 Prozent unter Warzen auf den Fußsohlen und 42 Prozent unter Warzen an den Händen oder auf dem Fußrücken. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der Universität Leiden in den Niederlanden bei insgesamt 1099 Schulkindern.

Behandlung oft überflüssig

Die Ärzte wollten vor allem herausfinden, wie groß die Chancen sind, dass die Warzen von alleine wieder verschwinden und eine Behandlung überflüssig machen. Gar nicht so schlecht, stellte sich heraus: Bei einer Untersuchung 15 Monate später waren die Warzen bei etwa der Hälfte der Kinder von selbst verschwunden.

Wurden in der Zwischenzeit neu gewachsene Warzen ausgeschlossen, lag die Heilungsrate sogar bei 90 Prozent. Dabei war es egal, an welcher Stelle des Körpers sich die Warze befand. Interessant war dagegen, dass vor allem jüngere und nicht-kaukasische Kinder größere Selbstheilungschancen zeigten.

Abwarten - klassische Behandlung immer noch möglich

Die Mediziner raten Eltern daher dazu, bei Warzenbefall zunächst einmal abzuwarten, ob sich die Warze von selbst wieder zurückbildet. Bleiben die Warzen jedoch hartnäckig, oder sind sie durch ihre Größe störend und unangenehm, bleiben die üblichen Behandlungsmethoden gegen Warzen: Das Bestreichen mit einer konzentrierten Salicylsäurelösung oder die Vereisung mit flüssigem Stickstoff.

Warzen im Kindesalter: Sollte man die Warze entfernen lassen?

Wenn Kinder Warzen entwickeln, müssen diese laut Ärzten nicht unbedingt behandelt werden

Eltern machen sich natürlich Sorgen, wenn am Körper des Kindes eine Warze sichtbar wird. Selten ist dieses Phänomen nicht, denn fünf bis zehn Prozent der Heranwachsenden entwickeln eine Warze.

Diese Hautveränderungen sind zwar nicht schön, in der Mehrheit aller Fälle aber aus medizinischer Sicht völlig unbedenklich. Die gutartigen Veränderungen beeinflussen das gesunde Heranwachsen nicht.

Behandeln der Warze unnötig und risikobehaftet

Nur bei Kindern mit anderen Krankheiten - besonders des Immunsystems - müssen gesonderte Maßstäbe angesetzt werden. Im Regelfall jedoch sind Warzen harmlos und der Griff zu aggressiven Therapien wie dem

  • Herausschneiden oder
  • Vereisen

sind unnötig.

Hinzu kommt die Beobachtung der Ärzte, dass viele Warzen im Kindesalter auch ohne jede Behandlung von allein verschwinden. Ein Eingreifen wäre hier also komplett überflüssig gewesen.

Bedenken sollten Eltern außerdem, dass jeder Eingriff gewisse Risiken birgt. Neben den Schmerzen für das Kind muss man an Faktoren wie

denken.

Eltern entscheiden sich meist für eine Behandlung

Aktuelle Zahlen zu all diesen Faktoren liefert eine Studie mit 214 Jungen und Mädchen. Sie waren zwischen null Jahren und 17 Jahren alt und hatten mindestens eine Warze. Die Forscher griffen nicht in die Entscheidungen der Eltern ein, sondern beobachteten nur den gesundheitlichen Verlauf der Kinder.

Ganze 95 Prozent entschieden sich für einen Eingriff. Dabei kam am häufigsten Salizylsäure zum Einsatz, auf Platz 2 lag das Vereisen. Nebenwirkungen traten mit 13,6 Prozent recht häufig auf. Die Kinder hatten

Größerer "Erfolg" bei nicht behandelten Kindern

Nach sechs Monaten war nur in 16 Prozent der behandelten Fälle die Warze wirklich komplett abgeheilt. In der Gruppe ohne Therapie hatte die Warze sich in 36 Prozent der Fälle von allein zurückgebildet.

Nach einem Jahr und damit längerer Heilungszeit für die Behandelten, hatte sich das Verhältnis auf 39 Prozent gegenüber 46 Prozent angenähert. Noch immer war der "Erfolg" der nicht behandelten Kinder aber größer.

Passend zum Thema

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Warze © Jean Kobben - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: clinic, doctor, patient © Damian Gretka - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema