Der Trendelenburg-Test zur Diagnostik einer Veneninsuffizienz

Als Trendelenburg-Test bezeichnet man eine klassische Untersuchungsmethode. So lässt sich mithilfe des Tests eine unzureichende Venenklappen-Funktion im Unterschenkel nachweisen.

Nachweis einer verminderten oder sogar unzureichenden Venenklappenfunktion

Zusammen mit dem Perthes-Test und dem Pratt-Test zählt der Trendelenburg-Test zu den klinischen Untersuchungsmethoden, um eine Klappeninsuffizienz im Perforans- oder Stammvenenbereich im Rahmen eines Krampfaderleidens (Varikosis) nachzuweisen. Entwickelt wurde der Trendelenburg-Test im späten 19. Jahrhundert von dem deutschen Mediziner Friedrich Trendelenburg (1844–1924). Nicht verwechselt werden darf der Trendelenburg-Test mit dem Trendelenburg-Zeichen, bei dem es sich um eine orthopädische Untersuchungsmethode handelt.

Ablauf des Trendelenburg-Tests

Der menschliche Blutfluss verläuft von den oberflächlichen Venen der Beine über die Perforansvenen weiter in das tiefer liegende Venensystem. Während des Trendelenburg-Tests liegt der Patient auf dem Rücken und streckt das Bein, das untersucht werden soll, senkrecht in die Höhe.

Alternativ ist es auch möglich, das Bein entsprechend hochzulagern. Durch das Hochlagern des Beins werden die Krampfadern entleert. Um das Verfahren zu beschleunigen, kann auch ein Kompressionsverband angelegt werden.

Eine weitere Option ist das Ausstreichen der Venen zur Körpermitte hin. Schließlich komprimiert man die Vena saphena magna, die sich im mittleren Oberschenkelbereich befindet, mithilfe von zwei Stauschläuchen unter der Leiste. Anschließend steht der Patient auf und nach 60 Sekunden werden die Schläuche geöffnet.

Diagnose

Durch den Rückfluss des Blutes in die Oberflächenvene lassen sich die Art und das Ausmaß der Veneninsuffizienz feststellen.

Trendelenburg negativ

Wird die Vene zum Beispiel unter Kompression nicht mit Blut gefüllt, weist dies auf ein funktionstüchtiges Venensystem hin, dessen Venenklappen intakt sind. In diesem Fall spricht man von Trendelenburg negativ, da das Testergebnis negativ ist.

Trendelenburg positiv I

Kommt es jedoch bei einer Stauung zum Fluss von Blut von den tiefer liegenden Blutbahnen zur Oberflächenvene, muss von einer Insuffizienz des Perforans-Venensystems ausgegangen werden. Ein solches Testergebnis bezeichnet man als Trendelenburg positiv I. Das heißt, dass das Testergebnis positiv ist.

Trendelenburg positiv II

Fließt das Blut ohne eine Kompression zur Oberflächenvene, spricht man von Trendelenburg positiv II. Ein solches Testergebnis ist ein Hinweis, dass eine Klappeninsuffizienz des oberen Venensystems (Stammvarikosis) besteht.

In der heutigen Zeit kommt der Trendelenburg-Test allerdings nur noch selten zur Anwendung. Stattdessen greift man eher auf bildgebende Verfahren wie die Doppler-Sonographie oder die Phlebographie zurück.

Quellen:

  • Malte Ludwig: Facharztwissen Angiologie: zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung, Springer Medizin Verlag, 2019, ISBN 3662584506
  • Malte Ludwig, Johannes Rieger, Volker Ruppert: Gefäßmedizin in Klinik und Praxis: Leitlinienorientierte Angiologie, Gefäßchirurgie und interventionelle Radiologie, Thieme Verlagsgruppe, 2010, ISBN 9783131101921
  • Thomas Zeller, Thomas Cissarek, William A. Gray, Knut Kröger: Gefäßmedizin: Therapie und Praxis, ABW Wissenschaftsverlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3940615366

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