Tropenkrankheiten - Ursachen, Symptome und Behandlung

Unter dem Begriff "Tropenkrankheiten" werden Infektionskrankheiten zusammengefasst, die in tropischen Regionen auftreten. Zu den häufigsten Tropenkrankheiten, die bei Reisen eingeschleppt werden, gehören Malaria und das Dengue-Fieber.

Die Entstehung von Tropenkrankheiten und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Wie der Name Tropenkrankheiten schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um Erkrankungen, die in warmen und tropischen Regionen vorkommen. Die meisten von ihnen werden durch Parasiten hervorgerufen.

Bis vor einigen Jahren traten Tropenkrankheiten ausschließlich in tropischen oder subtropischen Gebieten auf. Da der weltweite Tourismus in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, wurden verschiedene Krankheitserreger jedoch auch nach Europa eingeschleppt. Touristen, die sich in tropischen Gegenden aufhalten, laufen ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen Gefahr, an einer Tropenkrankheit zu erkranken und diese als unerwünschtes Andenken mit nach Hause zu nehmen.

Es gibt viele verschiedene Tropenkrankheiten, darunter zum Beispiel

Besonders verbreitet unter Reiserückkehrern sind Durchfallerkrankungen. Diese regeln sich mit der Zeit jedoch meist von selbst.

Ärztlich behandelt werden müssen solche Krankheiten nur dann, wenn die Symptome sehr stark ausfallen oder länger als zwei Wochen andauern. So gilt Durchfall bei Tropenreisenden unter Medizinern durchaus als normal. Mitunter kann es allerdings nach der Durchfallerkrankung auch zu einem Reizdarmsyndrom kommen, das man besser medizinisch abklären lassen sollte, damit es nicht chronisch wird.

Ursachen

Die Übertragung einer Tropenkrankheit kann auf verschiedene Weise erfolgen. Zu den häufigsten Auslösern zählen

  • ungewaschene Lebensmittel oder
  • verseuchtes Wasser sowie
  • Parasiten.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt zumeist durch blutsaugende Insekten wie Mücken. Zu den Tropenkrankheiten, die durch Steckmücken übertragen werden, gehören unter anderem Malaria, Gelbfieber oder das Dengue-Fieber.

Manchmal wird eine Tropenkrankheit auch durch Tiere übertragen, wie zum Beispiel Larva migrans. Dabei handelt es sich um einen Befall mit Hakenwurm-Larven. Häufig infizieren sich Reisende aber auch mit den Würmern, wenn sie sich barfuß an befallenen Stränden bewegen.

Verlauf

Die Prognose bei einer Tropenkrankheit hängt meist von einer rechtzeitigen medizinischen Behandlung ab. Ohne fachgerechte Therapie können verschiedene Tropenkrankheiten sogar tödlich verlaufen.

In den meisten Fällen ist die Prognose jedoch positiv. Bei manchen Krankheiten wie zum Beispiel Malaria kann es jedoch noch Jahre später zu Fieberanfällen kommen.

Symptome

Die Symptome bei Tropenkrankheiten können sehr unterschiedlich ausfallen.

Malaria und Dengue-Fieber

Bei den meisten dieser Krankheiten kommt es jedoch zu heftigen Fieberanfällen. Dies gilt auch für Malaria, für die einzellige Organismen verantwortlich sind, die von Moskitos übertragen werden. Darüber hinaus tritt auch Schüttelfrost auf.

Beim Dengue-Fieber handelt es sich um eine grippeartige Virusinfektion. Auch hier erfolgt die Übertragung der Krankheit durch Stechmücken. Zu den typischen Merkmalen des Dengue-Fiebers gehört neben Fieber auch Hautausschlag.

Wurmerkrankungen

Ebenfalls zu den Tropenkrankheiten zählt man Wurmkrankheiten wie

Dabei befallen Saug- oder Fadenwürmer den Menschen und lösen Beschwerden wie

aus.

Diagnose

Eine Tropenkrankheit zu diagnostizieren, ist für die behandelnden Ärzte nicht immer leicht. Wichtig ist, dass eine genaue Befragung des Patienten vorgenommen wird.

Darüber hinaus sollte der Arzt über die aktuellen Ausbrüche von Tropenkrankheiten Bescheid wissen. Im Zweifelsfall muss der Patient so rasch wie möglich an einen Spezialisten für Tropenkrankheiten überwiesen werden. Viele der tropischen Krankheiten lassen sich durch den Nachweis der verursachenden Parasiten im Blut feststellen.

Behandlung

Je nachdem, ob ein Patient an einer ansteckenden Tropenkrankheit leidet oder nicht, erfolgt die Behandlung entweder zuhause oder auf einer Isolierstation im Krankenhaus. Welche Therapie erforderlich ist, hängt von den jeweiligen Krankheitserregern ab.

Sind Bakterien die Verursacher, werden zumeist Antibiotika verabreicht. Beim Dengue-Fieber, das durch Viren hervorgerufen wird, beschränkt man sich auf die Behandlung der Symptome mithilfe von schmerzstillenden und fiebersenkenden Medikamenten.

Im Falle von Malaria können verschiedene Mittel wie Chinin gegeben werden. Bei Durchfallerkrankungen erhält der Betroffene Infusionen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Fast immer benötigen die Patienten Bettruhe.

Vorbeugung

Um Tropenkrankheiten vorzubeugen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So sollte man, bevor man in fremde Länder reist, etwa 4-6 Wochen vor Beginn der Reise, seinen Impfschutz überprüfen. Welche Impfungen sinnvoll sind, hängt auch von der Art der Reise ab und welche Gegenden dabei aufgesucht werden.

In manchen Fällen genügen auch ganz einfache hygienische Maßnahmen. So sollte man in tropischen Ländern

  • kein Leitungswasser trinken, das nicht zuvor abgekocht wurde
  • kein ungeschältes Obst essen und
  • keine Lebensmittel bei Straßenhändlern kaufen.

Wichtig ist zudem ein ausreichender Schutz gegen Stechmücken, wie zum Beispiel lange Kleidung, mückenabweisende Mittel oder ein Moskitonetz.

Quellen:

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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
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  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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