Elephantiasis tropica - Ursachen, Symptome und Behandlung

Als Elephantiasis tropica bezeichnet man eine Tropenkrankheit, bei der es zu einer starken Vergrößerung von bestimmten Körperteilen kommt. Auslöser sind meist Fadenwürmer.

Es kommt zur Vergrößerung bestimmter Körperteile aufgrund eines Lymphstaus

Vorkommmen

Elephantiasis tropica wird auch als Elefantensyndrom bezeichnet. Bei der Erkrankung handelt es sich um eine reine Tropenkrankheit, die in subtropischen und tropischen Regionen auftritt. Dazu gehören vor allem

Erscheinungsbild

Bei einer Elephantiasis vergrößern sich die betroffenen Körperteile aufgrund eines Lymphstaues auf abnorme Weise. Am häufigsten zeigt sich die Krankheit an den Beinen oder den äußeren Genitalien. Es gibt sowohl erworbene als auch angeborene Formen der Elephantiasis.

Ursachen

Verursacht wird Elephantiasis tropica, die oftmals eine Spätfolge von Infektionen ist, von Fadenwürmern. Die Filarien, zwirnartige und dünne Würmer, besiedeln das menschliche Lymphsystem, was zu schweren Symptomen führt.

Bei den verantwortlichen Würmern handelt es sich vorwiegend um Wucheria bancrofti oder Brugia malayi. Mitunter kann die Elephantiasis aber auch durch Lepra hervorgerufen werden.

In den Körper gelangen die Würmer durch Mückenstiche. Dort dringen sie in die Lymphknoten und Lymphgefäße vor und führen zu chronischen Entzündungsreaktionen mit Lymphstau. Dies hat zur Folge, dass sich die Haut der Betroffenen mit der Zeit stark verhärtet und vergrößert.

Weibliche Würmer sind in der Lage, hunderte von Eiern zu legen. Diese zirkulieren dann über den Blutstrom durch den ganzen Organismus. Werden die Larven von einer Stechmücke bei einer Blutmahlzeit aufgenommen, besteht die Gefahr, dass das Insekt diese beim nächsten Saugvorgang auf einen anderen Menschen überträgt.

Weitere mögliche Ursachen für eine Elephantiasis können schwere oberflächliche Venenentzündungen, bei denen es zu einer massiven Gewebestauung kommt, oder Tumorerkrankungen sein. Ebenso denkbar sind

  • Vererbung
  • Strahlenbehandlungen sowie
  • die Mitentfernung von Lymphbahnen im Rahmen verschiedener Operationen.

Eine angeborene Form von Elephantiasis ist Elephantiasis congenita hereditaria. Dabei verfügen die betroffenen Säuglinge aufgrund einer Entwicklungsstörung nicht oder nur unzureichend über Lymphabflussbahnen.

Verlauf

Bis es bei einer Elephantiasis tropica zu Symptomen kommt, können mehrere Monate oder sogar Jahre vergehen. Bemerkbar macht sich die Erkrankung zunächst durch Rötungen und Schwellungen der Haut an den Gliedmaßen.

Im weiteren Verlauf rufen die Würmer, die in den Lymphsystemen heranwachsen, eine entzündlich-allergische Reaktion hervor. Die Patienten leiden unter

  • Fieberschüben
  • allgemeinem Unwohlsein sowie
  • angeschwollenen Armen und Beinen.

Bei Männern kommt es auch zu geschwollenen Hoden, während bei Frauen die Brüste anschwellen. Wird die Krankheit nicht medizinisch behandelt, droht eine Blockade des Lymphsystems, was schließlich zu einem Lymphstau führt.

Die Beine der betroffenen Menschen nehmen dabei ein elefantenähnliches Aussehen an. Da sich auch Bakterien ansiedeln, drohen massive Entzündungen.

Diagnose

Die Diagnose einer Elephantiasis tropica lässt sich meist schon aufgrund der Beschwerden stellen. Für eine genaue Abklärung sind jedoch labordiagnostische Maßnahmen erforderlich. So lassen sich die auslösenden Filarienlarven im Blut nachweisen.

Behandlung

Behandelt wird die Tropenkrankheit durch Medikamente, die die Filarien und ihre Larven abtöten. Wichtig ist zudem eine ausreichende Hygiene und Desinfektion, damit es nicht zur Besiedelung von Bakterien kommt.

Mithilfe von Druckbandagen können die Schwellungen vermindert werden. Hilfreich sind zudem manuelle Lymphdrainagen.

Vorbeugung

Für Reisende ist das Risiko an Elephantiasis zu erkranken, relativ gering, da die Infektion erst durch eine Vielzahl an Insektenstichen und über einen längeren Zeitraum entsteht. Eine Impfung gegen die Krankheit gibt es nicht, daher wird empfohlen, sich in tropischen Gebieten vor Insektenstichen ausreichend zu schützen.

Quellen:

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  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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