Tripper im Rachenraum: Kann man die Geschlechtskrankheit mit normalen Mundspülungen bekämpfen?

Erste Tests zur Senkung der Gonorrhö-Erreger mit Mundspülung verliefen positiv

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  • von Paradisi-Redaktion
Frau gießt blaues Mundwasser in den weißen Flaschendeckel

Die umgangssprachlich als Tripper bezeichnete Gonorrhö zählt zu den häufigen Geschlechtskrankheiten. Betroffen sind vor allem Männer, die sexuelle Kontakte zu anderen Männern haben.

Die krankheitsauslösenden Keime, die sogenannten Gonokokken, werden schnell übertragen und siedeln sich im Mund- und Rachenraum an. Australische Forscher haben sich daher die Frage gestellt, ob man die Infektionsgefahr senken könnte, wenn man auf die tägliche Nutzung handelsüblicher Mundspülungen setzt.

In Australien steigt die Zahl der Tripper-Meldungen beständig an. Gab es 2011 rund 6.900 Neuinfektionen, waren es 2016 schon 11.500. Diese Verdopplung gibt den Ärzten zu denken und man sucht nach Wegen, die Infektion zu erschweren. Im Versuch mit 196 infizierten Männern wurde die Wirksamkeit einer klassischen Mundspülung getestet.

Ergebnisse zur Frage nach dem Langzeitschutz stehen noch aus

Nachdem ein Rachenabstrich die Diagnose gesichert hatte, bat man die Männer, 60 Sekunden mit einer Spülung zu gurgeln. Nur bei der Hälfte befand sich wirklich eine Mundspülung im Becher, die übrigen dienten als Kontrollgruppe.

Der erneute Abstrich nach der Spülung zeigte, dass dank Mundspülung die Zahl der Erreger bei 48 Prozent der Testgruppe praktisch auf null gesenkt wurde. In der Kontrollgruppe lag die Erfolgsquote bei 16 Prozent. Auch Versuche im Labor in speziell dafür angelegten Kulturen bestätigten, was bei den Testpersonen nachzuweisen war.

Die Forscher sehen es damit als bewiesen, dass eine Mundspülung aus jeder Drogerie dazu geeignet ist, die Anzahl der Gonokokken massiv zu verkleinern. Ob damit die Quote der Neuinfektionen aber wirklich gesenkt werden kann, bleibt noch offen.

Es stellt sich die Frage, wie lang die Schutzwirkung nach einer Spülung ist. Eine erste Präventionsstudie ist bereits im Gange und soll den Schutz bei täglicher Mundspülung über Monate hinweg testen.

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