Trichterbrust - Ursachen, Symptome und Behandlung

Baby liegt auf Handtuch und wird von Mutter massiert

Die Entstehung einer Trichterbrust und wie man sie erkennen und behandeln kann

Die Trichterbrust ist eine angeborene Fehlbildung. Sie wird operativ korrigiert. Patienten mit einer Trichterbrust leiden sowohl unter psychischen als auch körperlichen Beschwerden. Die Diagnose stellt in der Regel der Kinderarzt.

Bei einer Trichterbrust ist die vordere Wand des Brustkorbs eingesenkt, sodass sich der Brustbeinbereich zur Wirbelsäule hin einzieht. Jungen sind etwa drei mal häufiger betroffen.

Ursachen

Eine Trichterbrust ist häufig bereits bei neugeborenen Babys zu sehen. Richtig deutlich wird die Fehlbildung jedoch erst nach einigen Jahren, wenn das Kind gewachsen ist. Während der Pubertät ist die Deformität am stärksten zu sehen.

In einigen Fällen wird die Trichterbrust vererbt. Bei anderen Patienten entwickelt sie sich während der Schwangerschaft aus noch nicht eindeutig geklärten Gründen. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Eine Trichterbrust kann auch ein Symptom einer Erbkrankheit wie zum Beispiel dem Marfan-Syndrom sein.

Verlauf

Wenn der Patient körperlich oder psychisch durch die Trichterbrust eingeschränkt ist, muss zwingend eine ärztliche Behandlung erfolgen. Diese kann sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter durchgeführt werden und wird in den meisten Fällen von den Beschwerden des Patienten abhängig gemacht.

Folgen

Wird die Trichterbrust nicht behandelt, kann sich durch die Fehlhaltung ein Bandscheibenschaden entwickeln. Auch Herz- und Lungenschädigungen können auftreten.

Symptome

Die Trichterbrust ist eine angeborene Erkrankung, bei der der Brustkorb nach innen gedrückt ist. Die Patienten haben dadurch häufig Schmerzen im Bereich des Brustkorbs und können schlecht atmen.

Die Atemprobleme verschlechtern sich jeweils bei körperlicher Belastung. Die Deformität des Brustkorbes kann auch Herzprobleme zur Folge haben.

Im Laufe der Zeit entwickeln die Patienten eine Fehlhaltung mit Rundrücken. Dies kann wiederum zu Bandscheibenschäden führen.

Neben diesen körperlichen Beschwerden leiden die Patienten auch psychisch unter der Trichterbrust. Besonders in der Pubertät schämen sich die Patienten, sich nackt zu zeigen. Die Trichterbrust ist bereits bei den Säuglingen zu erkennen, jedoch verstärkt sich die Deformität im Laufe der Wachstumsphase.

Diagnose

Da es sich bei einer Trichterbrust um eine angeborene Fehlbildung handelt, wird die Diagnose meist vom Kinderarzt gestellt. Um die Auswirkungen dieser Erkrankung beurteilen zu können, sind jedoch weitere Untersuchungen bei anderen Fachärzten notwendig.

Dazu wird die körperliche Fehlbildung genau vermessen. Um eventuelle Herzschädigungen ausschließen zu können, werden auch die Herzströme in Form eines EKGs gemessen.

Zusätzlich erfolgen ein Ultraschall des Herzens sowie weitere Untersuchungen zur Beurteilung der Atmung. Auch eine Magnetresonanztomografie wird durchgeführt, um das genaue Ausmaß der Trichterbrust diagnostizieren zu können. In einigen Fällen erfolgt auch noch eine abschließende Untersuchung bei einem Psychologen, um feststellen zu können, wie stark die psychischen Auswirkungen der Trichterbrust sind.

Behandlung

Wenn die Trichterbrust nicht oder noch nicht behandelt werden soll, lindern krankengymnastische Übungen die Folgen der Fehlbildung im Brustkorbbereich. Im Rahmen der physikalischen Therapie wird auch die Rückenmuskulatur aufgebaut. Diese Maßnahmen lindern zwar die Folgeerkrankungen der Trichterbrust, können jedoch die Krankheit an sich nicht beheben.

Operationen

Die Trichterbrust kann durch einen operativen Eingriff korrigiert werden. Die ein- bis zweistündige Operation wird in Vollnarkose durchgeführt.

Häufig wird ein minimalinvasiver Eingriff durchgeführt, bei dem zwei Schnitte unterhalb der Achselhöhlen gesetzt werden. Hier wird ein Metallimplantat eingesetzt, das zuvor individuell für den Patienten hergestellt wurde. Dieses Implantat bewirkt, dass die Rippen und das Brustbein in eine natürliche Position wachsen.

Je nach Alter des Patienten verbleibt das Implantat mehrere Jahre im Körper. Bei Jugendlichen wird es in der Regel erst nach Abschluss der Pubertät bzw. der Wachstumsphase entfernt.

Wird der Metallbügel zu früh entfernt, bildet sich die Trichterbrust erneut. Die Entfernung erfolgt im Rahmen einer weiteren, nur wenige Minuten dauernden Operation. In einigen Fällen erfolgt auch eine normale Operation mit Bauchschnitt.

In jedem Fall müssen die Patienten nach der Operation eine spezielle Atemgymnastik erlernen. Um den Behandlungserfolg zu sichern, dürfen die Patienten in den ersten Wochen nur auf dem Rücken schlafen, keinen Rucksack tragen, den Oberkörper nicht drehen usw.

Voruntersuchungen

Bevor eine Operation durchgeführt werden kann, müssen zahlreiche Voruntersuchungen stattfinden. Es gilt, das genaue Ausmaß der Trichterbrust zu erkenne.

  • Durch die Röntgenuntersuchung und das CT können Knochen sichtbar gemacht werden; besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die Rippen sowie das Brustbein.
  • Mithilfe der Magnetresonanztomografie lässt sich eine detaillierte Darstellung des Weichteilgewebes aufzeigen.
  • Der Haller-Index dient zur Bestimmung der Trichtertiefe.
  • Um mögliche Funktionseinschränkungen abzuklären, wird häufig auch ein Lungenfunktionstest durchgeführt.
  • Mithilfe der Echokardiographie sowie dem Belastungs-EKG lassen sich eventuelle Herzschäden sowie Beeinträchtigungen im Herz-Kreislauf-System darstellen.

Saugglocke

Durch den Einsatz einer Saugglocke könnte eine Operation in Zukunft möglicherweise vermieden werden. Hierbei handelt es sich um ein recht neues Verfahren, bei dem versucht wird, den Brustkorb mittels Saugkraft langsam anzuheben. Die Behandlungsdauer liegt bei einer Stunde täglich über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren.

Vorbeugung

Da es sich um eine angeborene Fehlbildung handelt, kann man der Trichterbrust nicht vorbeugen.

Grundinformationen zur Trichterbrust

  • Trichterbrust - Ursachen, Symptome und Behandlung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Massaging baby © NiDerLander - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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