12. Dezember 2011
Christo Pantev arbeitet als Neurowissenschaftler an der Universität Münster. Er berichtet in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "PNAS" von einer Studie mit 23 Tinnitus-Patienten, die mit einer neuen Therapie behandelt wurden. Sie mussten Musik hören, die bei einem Teil der Gruppe speziell gefiltert war. Man sparte die Tinnitus-Frequenz des Patienten aus.
Tinnitus entsteht im auditorischen Cortex im Gehirn. Jeder Patient hat eine bestimmte Frequenz, die er als sehr störendes Ohrgeräusch wahrnimmt. In Pantevs Versuch wurde genau diese Frequenz in den Musikstücken weggelassen und man konnte ein Nachlassen des Tinnitus nachweisen. Weil die Studie mit nur 23 Teilnehmern etwas zu unterbesetzt war, um wirklich aussagekräftig zu sein, startet Pantev in Kürze eine Langzeit-Studie mit 300 Tinnitus-Patienten. Pantevs Ansatz findet aber bereits jetzt in der Wissenschaftsgemeinde großen Anklang. Bis jetzt ist chronischer Tinnitus noch nicht heilbar.
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