5. Juli 2011
Die arterielle Thrombose ist eine selten auftretende Thromboseform. Dabei bildet sich in einer Schlagader ein Blutgerinnsel.
Von einer Thrombose spricht man, wenn ein Blutgefäß durch die Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsel) verstopft oder sogar verschlossen wird. In den meisten Fällen sind die Venen von solchen Blutgerinnseln betroffen. Mitunter kann es aber auch zu einer arteriellen Thrombose kommen.
Verursacht wird die Bildung eines Blutgerinnsels in den Arterien durch die Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit des Blutes. Darüber hinaus bestehen im Bereich der Schlagadern Stenosen (Engstellen), die zumeist durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) hervorgerufen werden. Weitere mögliche Gründe sind Gerinnungsstörungen, Verletzungen bzw. Vernarbungen der Gefäßinnenhaut oder mechanische Hindernisse im Blutstrom. Dazu gehören zum Beispiel künstliche Herzklappen oder Prothesen. Zu den Organen oder Körperregionen, die von einer arteriellen Thrombose betroffen werden können, zählen die Herzkranzgefäße, die hirnversorgenden Blutgefäße, der Darm, die Beinschlagadern, die Nieren sowie die Augen.
Mit zunehmendem Lebensalter steigt auch das Risiko eine arterielle Thrombose zu erleiden. Als hohe Risikofaktoren gelten vor allem Rauchen, Übergewicht, ungünstige Blutfettwerte sowie Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
Bemerkbar macht sich eine arterielle Thrombose durch verschiedene Beschwerden, die davon abhängen, welches Organ in Mitleidenschaft gezogen wird. Sind Arme oder Beine betroffen, kommt es zu starken Schmerzen. Außerdem sind die Extremitäten blass und kalt und leiden unter Funktionseinschränkungen. Darüber hinaus lässt sich der Puls nicht ertasten. Eine arterielle Thrombose der Nieren hat meist heftige Flankenschmerzen sowie blutigen Urin zur Folge. Bei einer arteriellen Thrombose im Darmbereich kommt es zu starken Bauchschmerzen. Besteht ein Verschluss der Augenhintergrundarterien, leiden die Betroffenen unter Sehstörungen, die bis zur Blindheit führen können. Wird das Gehirn durch ein Blutgerinnsel in Mitleidenschaft gezogen, droht ein Schlaganfall mit verschiedenen neurologischen Ausfällen. Da es durch eine arterielle Thrombose nach spätestens sechs Stunden zu irreparablen Schäden kommen kann, muss so schnell wie möglich ein Arzt konsultiert werden.
Diagnostizieren lässt sich eine arterielle Thrombose relativ leicht durch die Anwendung einer farbkodierten Doppler-Sonographie (FKDS). Auch eine radiologische Gefäßdiagnostik mittels Angiographie kann durchgeführt werden. Die Therapie einer arteriellen Thrombose hängt vom Ausmaß des Blutgerinnsels ab und welches Organ betroffen ist. Zu den konservativen Behandlungsmethoden gehören die Lysetherapie, bei der man Medikamente zur Auflösung des Thrombus einsetzt, die Gabe von blutverdünnenden Arzneimitteln wie Heparin oder eine Wiedereröffnung des Gefäßes mithilfe eines Katheters. Führen die konservativen Maßnahmen nicht zum Erfolg, muss ein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden, den man als Thrombektomie bezeichnet. Dabei wird das Blutgerinnsel aus dem Körper herausoperiert.
Als vorbeugend gegen arterielle Thrombosen gelten bestimmte Medikamente wie Clopidogrel oder Acetylsalicylsäure (ASS).
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