Oxidativer Stress - Entstehung, Auswirkungen und Vorbeugung

Bei oxidativem Stress handelt es sich um eine Stoffwechsellage. Dabei kommt es zu einer zu hohen Konzentration an reaktiven Sauerstoffspezies.

Durch vermehrten oxidativen Stress steigt das Risiko für Erkrankungen wie z.B. Diabetes und Arterienverkalkung

Spricht man von oxidativem Stress, ist damit eine Stoffwechsellage gemeint, bei der eine zu hohe Konzentration an reaktiven Sauerstoffradikalen besteht. Reaktive Sauerstoffspezies (ROS) sind schädliche Sauerstoffformen wie freie Radikale.

Entstehung von freien Radikalen

Zur Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies kommt es durch sauerstoffabhängige Redoxreaktionen. Aufgrund ihrer Radikalität haben sie schädliche Auswirkungen auf den Organismus. Zu den reaktiven Spezies zählen die so genannten freien Radikalen, aber auch nicht radikalische Verbindungen wie Wasserstoffperoxid.

Bei der Entstehung von oxidativem Stress spielen die freien Radikalen eine bedeutende Rolle. Es handelt sich bei ihnen um Moleküle, die ständig in jeder Körperzelle entstehen und bei denen ein Elektron fehlt.

Die freien Radikalen sind bemüht, diese fehlende Stelle in ihrer chemischen Struktur wieder zu besetzen, weswegen sie mit anderen Körpermolekülen reagieren. Gelingt es dem Radikal, das fehlende Elektron zu erhalten, fehlt es jedoch der nächsten Substanz, wodurch sich erneut ein freies Radikal bildet.

Wichtig sind die freien Radikalen für das Immunsystem des Körpers. So erfolgt ihre Freisetzung durch bestimmte Immunzellen zur Bekämpfung und Zerstörung von Krankheitserregern. Allerdings können freie Radikale auch schädliche Auswirkungen auf den Organismus haben, wenn sie die DNA, Eiweiße oder Zellmembranen attackieren.

Radikalfänger

Um die freien Radikalen in Schach zu halten, ist der menschliche Körper mit Schutzsystemen ausgestattet, die als Radikalfänger dienen. Bei diesen Schutzsystemen handelt es sich vorwiegend um körpereigene Enzyme. Darüber hinaus gelten auch Vitamine und Pflanzeninhaltsstoffe als Radikalfänger.

Oxidativer Stress und seine Auswirkungen

Sind die Mechanismen im Gleichgewicht, hat dies keine negativen Auswirkungen auf den Organismus.

Entstehung von oxidativem Stress

Durch bestimmte Faktoren kann es jedoch zu einem schädlichen Übermaß an freien Radikalen kommen, was zu einer Störung der Balance führt. Dies hat wiederum die Entstehung von oxidativem Stress zur Folge.

Entzündungen im Körper oder Umwelteinflüsse können oxidativen Stress begünstigen. So führen

zu einer verstärkten Bildung von freien Radikalen. Durch die freien Radikalen werden zahlreiche Zellstrukturen in Mitleidenschaft gezogen, weil die Moleküle versuchen, ihre Elektronenlücke aufzufüllen.

So kommt es durch sie zur Schädigung von Zellmembranen, Enzymen und Proteinen. Außerdem haben sie Anteil am Alterungsprozess und können sich negativ auf das Erbgut auswirken.

Folgeerkrankungen

Mediziner vermuten, dass es durch vermehrten oxidativen Stress zu Krankheiten kommen kann. So besteht ein Zusammenhang zwischen Erkrankungen wie

und oxidativem Stress. Ob dieser jedoch der Auslöser dieser Erkrankungen oder eher eine Folgeerscheinung ist, ließ sich bislang nicht klären. Außerdem spielen bei der Entstehung dieser Leiden auch andere Vorgänge eine Rolle.

Schutz vor freien Radikalen

Damit es nicht zu oxidativen Stress kommt, ist es wichtig, dass die Schutzmechanismen des Körpers funktionieren. Entgegenwirken lässt sich einem Übermaß an freien Radikalen am besten durch

Gesunde Ernährung

Von großer Bedeutung ist zudem eine ausgewogene Ernährung. So erhält der Körper über die Nahrung wichtige Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole.

Diese sind vor allem in

enthalten. Durch eine überwiegend pflanzliche Ernährung lassen sich ausreichend Schutzstoffe liefern, die sich positiv auf die Balance zwischen oxidativen und antioxidativen Vorgängen auswirken. Ernährt man sich dagegen vorwiegend von Fleisch und Wurst, besteht die Gefahr, dass zu wenig Schutzstoffe aufgenommen werden.

Umstritten ist dagegen die zusätzliche Aufnahme von Antioxidantien über Nahrungsergänzungsmittel. So liefern klinische Studien dazu kontroverse Ergebnisse.

Zahlreiche Mediziner raten dazu, Nahrungsergänzungsmittel nur dann einzunehmen, wenn ein erhöhter Bedarf besteht oder eine chronische Krankheit vorliegt. Im Zweifelsfall sollte man sich von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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