14. Juni 2011
Spielsucht wird in verschiedene Stadien eingeteilt. Dazu gehört auch die Verzweiflungsphase.
Spricht man von Spielsucht, ist damit das zwanghafte Verhalten eines Menschen gemeint, ständig an Glücksspielen oder Wetten teilzunehmen. Das Spielen wird auch dann durchgeführt, wenn es dadurch zu sozialen, beruflichen und finanziellen Nachteilen kommt.
Etwa 100.000 Bundesbürger leiden unter Spielsucht, die sie in Spielcasinos und Spielhallen, bei Lotterien oder Sportwetten ausleben. Ähnlich wie bei Kaufsucht oder Alkoholsucht kommt es dabei zu zwanghaftem Verhalten, das die Betroffenen nicht kontrollieren können. Die Gedanken der Spielsüchtigen drehen sich in erster Linie um das Beschaffen von Geld zum Weiterspielen oder um bestimmte Spieltechniken, mit deren Hilfe sie gewinnen wollen. Vor Angehörigen und Freunden wird die Spielsucht in der Regel verheimlicht. Lässt sich die Sucht jedoch nicht mehr verbergen, machen die Spielsüchtigen ihren Familienmitgliedern Versprechungen aufzuhören, was sie jedoch nicht halten können. Um an Geld zu kommen, schrecken die Süchtigen auch vor Schuldenmachen, Lügen und Betrügen nicht zurück. In manchen Fällen kommt es durch die Sucht zum Verlust von Existenz und Familie.
Bei den meisten Betroffenen sollen durch das zwanghafte Spielen schlechte Stimmungen wie Depressionen und Ängste oder alltägliche Probleme verdrängt werden. Das Glücksspiel verschafft ihnen ein Gefühl von Spannung und Selbstbestätigung. Mit der Zeit setzen die Spielsüchtigen immer höhere Beträge ein, damit diese Gefühle erhalten bleiben.
Die Spielsucht wird in drei Stadien unterteilt, die man als Gewinnphase, Verlustphase und Verzweiflungsphase bezeichnet. Das Anfangsstadium einer Spielerkarriere stellt die Gewinnphase dar. Zu diesem Zeitpunkt ist das Spielen eine nette und interessante Ablenkung. Die Spieler genießen die Aufregung und das Vergnügen. Außerdem steigt das Selbstbewusstsein. Werden Gewinne gemacht, motivieren diese zum Weiterspielen, was jedoch meist zu unrealistischem Optimismus und zur Entwicklung von Wunschträumen führt. Durch das häufigere Spielen und das Einsetzen immer höherer Beträge kommt es schließlich zu finanziellen Verlusten, die jedoch von den Spielern nicht ernst genommen werden. Nun tritt die Verlustphase ein, in der sich die Spielsucht deutlich verschlimmert. Reichen die eigenen finanziellen Mittel zum Weiterspielen nicht mehr aus, leihen sich die Spielsüchtigen Geld und verstricken sich immer mehr in Schulden. Diese versuchen sie vor Familienangehörigen und Freunden zu verheimlichen. Da sich die Gedanken der Spieler nur noch um Glücksspiele drehen, vernachlässigen sie auch ihren Beruf und soziale Kontakte, was häufig zum Verlust von Arbeitsplatz und Beziehung führt. Doch trotz aller Verluste und Nachteile ist der Betroffene nicht imstande mit dem Spielen aufzuhören. Schließlich tritt das dritte und letzte Stadium, die Verzweiflungsphase, ein. Der Süchtige widmet nun seinen gesamten Alltag dem Glücksspiel. Dabei kann es auch zu kriminellem Verhalten kommen, wenn der Spieler verzweifelt versucht Geld zum Weiterspielen um jeden Preis zu beschaffen. Auch die Persönlichkeitsstruktur verändert sich. So reagieren die Betroffenen oft unruhig, gereizt oder irritiert und leiden unter Schlafstörungen. Mitunter kommt es auch zu Abhängigkeit von Suchtmitteln. Schließlich entfremden sie sich völlig von Familie und Freunden. Im schlimmsten Fall verüben die Süchtigen aufgrund ihrer Verzweiflung Selbstmord.
Um eine Spielsucht zu behandeln, ist eine multimodale Psychotherapie erforderlich. Als ratsam gilt das Aufsuchen einer Selbsthilfegruppe. Hilfreich sind auch spezielle Suchtambulanzen für Spielsüchtige oder Drogenberatungsstellen.
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