7. März 2009
Wie eine Schwerhörigkeit therapiert wird, hängt vom Alter des Patienten und der Ursache der Erkrankung ab. Vorbeugen kann man einer Schwerhörigkeit nur bedingt.
Ist die Ursache der Schwerhörigkeit ein Ohrschmalzpfropf, muss dieser durch den HNO-Arzt oder den Hausarzt entfernt werden. Dazu wird das Ohr mit einem Wasserstrahl ausgespült, so dass das Ohrschmalz heraus fließen kann und der Gehörgang wieder frei ist. Das Ohrenschmalz kann auch abgesaugt werden. Ist ein Hörsturz die Ursache der Schwerhörigkeit, erfolgt die Therapie meist in Form von Tabletten und durchblutungsfördernden Infusionen. Liegt der Schwerhörigkeit eine bakterielle Infektion wie zum Beispiel eine Mittelohrentzündung zugrunde, wird diese mit Antibiotika behandelt.
Bei einer Schalleitungsschwerhörigkeit wird oftmals auch eine operative Therapie eingesetzt. Erfüllen beispielsweise die Gehörknöchelchen im Ohr nicht mehr ihre Funktion, können sie durch eine kleine Prothese, eine so genannte Steigbügelplastik, ersetzt werden.
Hat das Trommelfell einen Riss und besteht zusätzlich eine unzureichende Funktion der Gehörknöchelchen, kann auch eine so genannte Tympanoplastik durchgeführt werden. Hier werden die Gehörknöchelchen entweder durch eine Prothese oder körpereigene Knochen ersetzt.
Viele schwerhörige Patienten tragen auch ein Hörgerät am Ohr. Dieses wird hinter dem Ohr angebracht und bewirkt, dass die Betroffenen wieder (besser) hören können. Es gibt auch Hörgeräte, die im Ohr getragen werden. Diese sind jedoch meist technisch schlechter als die Geräte, die außen getragen werden. Großer Vorteil dieser kleinen Hörgeräte im Ohr ist jedoch, dass sie nicht zu sehen sind.
Helfen normale Hörgeräte nicht, kann auch ein so genanntes Cochlea-Implantat in das Ohr eingesetzt werden. Dieses Implantat besteht aus einem Teil, das während einer Operation ins Ohr gesetzt wird und einem weiteren Teil, das hinter dem Ohr getragen wird wie ein normales Hörgerät. Durch dieses Implantat wird es tauben und schwersthörgeschädigten Menschen ermöglicht, die Stimmen und Geräusche ihrer Umgebung (wieder) wahrzunehmen. Das Cochlea-Implantat kann auch bereits Kindern eingesetzt werden. Im Anschluss an die Operation und die Akutbehandlung im Krankenhaus findet in der Regel eine Weiterbehandlung einer Rehabilitationsklinik statt. Dort lernen die Betroffenen mit ihrem Gerät umzugehen und die nun gehörten Geräusche richtig einzuordnen. Diese Hörhilfe ist mit 40.000 EUR Gesamtkosten wohl die teuerste.
Einer angeborene Schwerhörigkeit kann man meist nicht vorbeugen. Jede Frau mit Kinderwunsch sollte jedoch bereits vor einer Schwangerschaft ihren Röteln-Titer (Antikörper gegen Röteln im Blut) im Blut bestimmen lassen, um Folgeschäden für das Baby zu vermeiden.
Dauerhafter Lärm kann das Innenohr und somit das Hörvermögen zerstören. Wer Musik über Kopfhörer hört, sollte diese nicht zu laut einstellen, um keine Schwerhörigkeit zu riskieren.
Wer eine Hörverminderung feststellt, sollte dies umgehend von einem HNO-Arzt abklären lassen. Je früher eine Behandlung beginnt, desto besser stehen die Chancen wieder richtig zu hören.
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