9. Juni 2011
Eine kombinierte Schwerhörigkeit ist eine selten auftretende Form der Schwerhörigkeit. Dabei leiden die Betroffenen sowohl unter Schallleitungs- als auch unter Schallempfindungsschwerhörigkeit.
Bei Schwerhörigkeit (Hypakusis) wird zwischen Schallleitungsschwerhörigkeit (SLS) und Schallempfindungsschwerhörigkeit (SES) unterschieden. Treten beide Formen gleichzeitig auf, spricht man von einer kombinierten Schwerhörigkeit.
In den meisten Fällen leiden schwerhörige Menschen entweder unter einer Schallleitungs- oder einer Schallempfindungsschwerhörigkeit. Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit, die auch als Schallleitungsstörung oder Mittelohrschwerhörigkeit bezeichnet wird, schaffen es die Schallwellen nur unzureichend oder auch überhaupt nicht bis zum Innenohr zu gelangen. Verursacht wird diese Form der Schwerhörigkeit u.a. durch Verstopfungen des Gehörgangs aufgrund von Fremdkörpern oder Ohrenschmalzpfropfen, Tumore, Knochenwucherungen, angeborene Fehlbildungen des Gehörgangs, akute oder chronische Mittelohrentzündungen, Otosklerose, Mastoiditis oder eine Perforation des Trommelfells. Im Falle einer Schallempfindungsschwerhörigkeit, die man auch Schallempfindungsstörung oder Innenohrschwerhörigkeit nennt, werden die Hörsignale nicht richtig weitergegeben und verarbeitet, obwohl sie vom Trommelfell und der Gehörknöchelchenkette korrekt weitergeleitet werden. Zu den möglichen Ursachen dieser Form der Schwerhörigkeit gehören Lärmschäden, ein Hörsturz, Altersschwerhörigkeit, die Meniere-Krankheit, Schädelverletzungen, Fehlbildungen des Innenohrs, bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel eine Hirnhautentzündung, Tumore wie das Akustikusneurinom oder Nervenverletzungen. In manchen Fällen ist es aber auch möglich, dass beide Formen zugleich auftreten. Ursache dafür kann beispielsweise ein Explosionstrauma sein. Kommt es durch die Explosion eines Feuerwerkskörpers unmittelbar neben dem Ohr zu einer starken Lärmbelastung, kann durch den lauten Knall das Innenohr geschädigt und den enormen Druck der Schallwelle das Trommelfell reißen, wodurch beide Formen der Schwerhörigkeit eintreten. Ebenso kann eine gleichzeitige Erkrankung von Mittelohr und Innenohr zu einer kombinierten Schwerhörigkeit führen. Dazu gehören vor allem Mittelohrentzündungen wie die Labyrinthitis, bei denen auch das Innenohr in Mitleidenschaft gezogen wird.
Um eine kombinierte Schwerhörigkeit zu diagnostizieren, wird in der Regel ein Tonaudiogramm erstellt. Dabei werden bestimmte Töne, deren Lautstärke sich allmählich steigert, abgespielt. Der Patient trägt dabei einen Kopfhörer oder einen Knochenleitungshörer. Hört die Testperson einen Ton, gibt sie dies dem Tester durch ein vereinbartes Signal an. Auf diese Weise kann die Hörschwelle genau ermittelt werden. Beide Formen der Schwerhörigkeit festzustellen ist wichtig, denn eine vorübergehende Schallleitungsschwerhörigkeit lässt sich behandeln. Je nach Ursache der Hörstörungen kommen entweder Medikamente, operative Eingriffe oder Hörgeräte zum Einsatz.
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