9. September 2008
Wenn nach einem Schlaganfall Gliedmaßen gelähmt sind oder die Sprache verloren gegangen ist, soll die Rehabilitation möglichst umgehend einsetzen. In den ersten Tagen lässt sich aber nur vage prognostizieren, was der Patient wieder lernen kann, erklärt Professor Dr. Joachim Liepert, ärztlicher Leiter der Neurorehabilitation in der Schmieder Klinik in Allensbach im Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“.
Patienten und Angehörige brauchen gerade zu Beginn viel Geduld. „Entscheidend ist, welche Fortschritte ein Patient in den ersten drei Monaten macht“, sagt Liepert. In dieser Zeit gleicht das Gehirn Schäden am schnellsten aus, und die Ärzte können die Entwicklungsmöglichkeiten immer besser abschätzen.
Doch auch dann raten sie den Kranken, sich realistische Ziele zu setzen, um große Enttäuschungen zu vermeiden. „Bewährt haben sich Zwei-Wochen-Etappen“, erklärt Liepert. Ein Ziel könne zum Beispiel sein, dass sich der Patient danach ohne Hilfe vom Bett in den Rollstuhl setzen kann.
Wie mühsam dieser Prozess meist ist, zeigt die Tatsache, dass jeder zweite Patient nach dem Schlaganfall eine Depression entwickelt. Wer seinen Erwartungen von vornherein realistische Grenzen steckt, schützt sich auch davor.
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