9. Juni 2011
Als Schlaganfall bezeichnet man eine schwere Erkrankung des Gehirns. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen, zu denen auch der hämorrhagische Schlaganfall gehört.
In den meisten Fällen wird ein Schlaganfall (Apoplex oder Insult) durch eine Ischämie, eine plötzlich auftretende Minderdurchblutung des Gehirns, ausgelöst. Dabei erhält das Gehirn nicht mehr genügend Nährstoffe und Sauerstoff. Eine andere Form von Schlaganfall ist der hämorrhagische Schlaganfall, bei dem es zu einer Hirnblutung kommt.
Von einem hämorrhagischen Schlaganfall spricht man, wenn sich im Gewebe des Gehirns ein Bluterguss bildet. Dieser wiederum entsteht durch das Platzen eines Blutgefäßes. Infolgedessen treten in dem betroffenen Hirnareal Funktionsstörungen auf, wodurch das Hirngewebe zum Teil abstirbt. Unter dem Oberbegriff Hirnblutung werden unterschiedliche Krankheitsbilder zusammengefasst. Größtenteils entstehen hämorrhagische Schlaganfälle aufgrund einer Hirnmassenblutung, die man auch als intracerebrales Hämatom oder parenchymatöse Blutung bezeichnet. Dabei kommt es zum Platzen eines Gefäßes im Gehirn. Die dabei auftretenden Symptome ähneln einem ischämischen Schlaganfall, bei dem ein Gefäßverschluss vorliegt. Als gefährlicher Auslöser gilt Bluthochdruck, denn durch einen plötzlichen Anstieg besteht die Gefahr, dass ein Gehirngefäß reißt. Dieses Risiko ist bei einer Schwächung der Gefäßwand aufgrund von Arteriosklerose besonders hoch.
Ebenfalls ausgelöst werden kann ein hämorrhagischer Schlaganfall von einer Subarachnoidalblutung. Diese entsteht an der Oberfläche des Gehirns zwischen zwei Hirnhäuten. Mögliche Ursachen sind meist angeborene Aneurysmen der Blutgefäße. Zu den typischen Symptomen gehören plötzliche starke Kopfschmerzen und Nackensteife. Weitere Auslöser für einen hämorrhagischen Schlaganfall sind Epi- oder Subduralhämatome sowie Supra- und infratentorielle Blutungen.
Die Hauptursache für einen hämorrhagischen Schlaganfall ist Bluthochdruck. Aber auch ischämische Schlaganfälle, Kopfverletzungen, Gefäßmissbildungen oder Tumore können eine Hirnblutung hervorrufen. In manchen Fällen wird ein hämorrhagischer Schlaganfall durch die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten oder den Missbrauch von Drogen wie Amphetaminen oder Kokain verursacht.
Die Symptome bei einem hämorrhagischen Schlaganfall hängen davon ab, welches Hirnareal von der Blutung betroffen ist. Häufige Beschwerden sind Sprachstörungen, Schluckstörungen, Sehstörungen, Taubheitsgefühle, halbseitige Lähmungen mit herunterhängendem Mundwinkel, das Sehen von Doppelbildern, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfälle und Drehschwindel. Ebenso können psychische Symptome auftreten. Dazu gehören vor allem seltsame Verhaltensänderungen, Gefühlsänderungen oder Verwirrtheit. Sind die Blutungen sehr stark, kann es zu Bewusstseinstrübungen und Bewusstlosigkeit kommen. Außerdem besteht bei größeren Hirnblutungen die Gefahr einer Hirnschwellung sowie eines Druckanstiegs im Schädel.
Damit ein hämorrhagischer Schlaganfall festgestellt werden kann, erfolgt eine neurologische Untersuchung. Um das Ausmaß und die Position der Hirnblutung zu ermitteln, wird zudem eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie vorgenommen. Außerdem lässt sich mithilfe der Computertomographie ein hämorrhagischer Schlaganfall von einem ischämischen Schlaganfall abgrenzen. Für eine genauere Diagnose kann auch eine Angiographie erforderlich sein.
Im Falle eines hämorrhagischen Schlaganfalls ist eine sofortige Behandlung in einem Krankenhaus notwendig. Zu den Therapiemaßnahmen gehören gegebenenfalls künstliche Beatmung, entwässernde Infusionen, das medikamentöse Senken der Blutdruckwerte sowie das Verabreichen von speziellen Blutkonserven zur Normalisierung der Blutgerinnung. Herrscht im Schädel ein starker Druck vor, muss mitunter eine Operation erfolgen, um den Bluterguss zu entfernen. Ist die Druckerhöhung nur gering, reicht die Gabe von Medikamenten aus.
Nach einem überstandenen Schlaganfall erfolgt in der Regel die Früh-Rehabilitation, die dazu dient, dass der Patient möglichst bald wieder in sein normales Leben zurückkehren kann. Während manche Schlaganfall-Patienten sich rasch wieder erholen, benötigen andere dazu Jahre.
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Von dem Autor Michael Brainin das Buch Risiko und Prognose des Schlaganfalls. Der Beitrag von Datenbanken.
