9. Juni 2011
Bei der zentralen Schlafapnoe handelt es sich um eine seltene Form des Schlafapnoe-Syndroms. Dabei besteht eine Störung des Atemzentrums.
Unter einer Schlafapnoe, die auch als Schlafapnoe-Syndrom bezeichnet wird, versteht man zeitweilige Atemstillstände während des Schlafens. Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Formen. Dies sind die obstruktive Schlafapnoe (OSA) und die zentrale Schlafapnoe (ZSA).
Etwa 2-4 Prozent aller Bundesbürger leiden unter Schlafapnoe. Der griechische Begriff Schlafapnoe bedeutet übersetzt "Schlaf ohne Atem". Mehr als 90 Prozent aller Schlafapnoe-Patienten leiden unter der obstruktiven Schlafapnoe. Dagegen tritt eine reine zentrale Schlafapnoe nur bei ca. zwei Prozent aller Betroffenen auf. In manchen Fällen kommt es auch zu einer Kombination beider Formen. Besonders betroffen von dem zentralen Schlafapnoe-Syndrom sind ältere Menschen.
Während bei dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom eine Verengung der Atemwege vorliegt, besteht bei einer zentralen Schlafapnoe eine unzureichende Steuerung der Atemmuskulatur. So sind zwar die Atemwege offen, doch die Atemmuskeln des Zwerchfells und der Brust bewegen sich nicht in ausreichendem Maße. Schließlich erfolgt ein Stillstand von Atemmuskulatur und Zwerchfell, was zu einem Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut und gleichzeitig zu einem Anstieg des Kohlendioxidgehaltes führt. Infolgedessen wird vom Gehirn eine Weckreaktion ausgelöst, durch die der Schlafende kräftig Luft holt. Bei einer zentralen Schlafapnoe vom Typ Cheyne-Stokes kommt es zu einem periodischen An- und Abschwellen der Atmung. So flachen die Atemzüge mehr und mehr ab, bis sie schließlich ganz aufhören. Nach ungefähr zehn Sekunden beginnt die Atmung wieder. Da es jedoch immer wieder zu Unterbrechungen beim Schlafen kommt, entfällt der erholsame Tiefschlaf, wodurch die Betroffenen dann am Tage unter starker Müdigkeit leiden. Außerdem kann es zu Kopfschmerzen, morgendlicher Übelkeit, Depressionen und Gedächtnisstörungen kommen.
Häufig zeigt sich eine zentrale Schlafapnoe nach einem Schlaganfall, bei dem es zu einer Beteiligung des Hirnstamms kam. Des Weiteren tritt eine zentrale Schlafapnoe oftmals auch bei Menschen auf, die unter Herzmuskelschwäche leiden. In einem solchen Fall ist eine medizinische Behandlung der Schlafapnoe ratsam, damit es nicht zu einem Herzinfarkt kommt. Bei manchen Patienten ist eine zentrale Schlafapnoe auch erblich bedingt.
Verursacht wird eine zentrale Schlafapnoe durch Störungen im ZNS (zentrales Nervensystem). So arbeitet die Steuerung der Atemmuskulatur aufgrund von neurologischen Beeinträchtigungen nur unzureichend.
Als beste Methode eine zentrale Schlafapnoe zu diagnostizieren gilt der Aufenthalt in einem Schlaflabor. Dabei nächtigt der Betroffene in einer speziellen Schlafkabine, in der u.a. der Atemfluss, der Sauerstoffgehalt im Blut, die Bewegungen des Brustkorbs und die Pulsfrequenz vom behandelnden Arzt gemessen werden.
Um eine zentrale Schlafapnoe wirkungsvoll zu behandeln, ist es erforderlich die Grunderkrankung, die die Apnoe hervorruft, zu bekämpfen. Bestehen die Beschwerden dauerhaft, können neben der Gabe von Sauerstoff verschiedene Therapien zur Anwendung kommen. Dazu gehören die CPAP-Therapie, bei der der Patient Luft über eine spezielle Atemmaske erhält, die Bilevel-Therapie, bei der die Beatmung unter unterschiedlichen Druckverhältnissen erfolgt, sowie die adaptive Servoventilation (ASV), die sich speziell für Patienten, die unter Cheyne-Stokes-Atmung leiden, eignet.
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