Tierischer Schutz: Hunde verringern das Risiko für Schizophrenie bei Kindern

Katzen hatten in Studie hingegen keinen Einfluss auf psychische Erkrankungen

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  • von Paradisi-Redaktion
Kleiner Junge mit aufgerissenem Mund liegt auf dem Bauch neben einem Hund

Da Schizophrenie innerhalb einer Familie gehäuft auftritt, gibt es vermutlich ein erbliches Risiko, beziehungsweise Faktoren, die wohl in der gemeinsam erlebten Umwelt liegen. Dasselbe gilt für bipolare Störungen. Um Kinder mit erhöhter Neigung für diese Krankheiten zu schützen, wird seit Jahrzehnten weltweit nach Faktoren gesucht, um die individuelle Gefahr zu verkleinern. Nun hat eine Studie aus den USA herausgefunden, dass Hunde im Haushalt eine messbare Wirkung haben. Katzen hingegen wirken sich als Haustiere nicht auf das Risiko aus.

Die Forscher besahen sich insgesamt 1.371 Menschen, die während der Untersuchung zwischen 18 und 65 Jahren alt waren. 396 litten an einer gesicherten Schizophrenie, während 381 eine bipolare Störung hatten. Die übrigen 594 Männer und Frauen waren psychisch gesund und dienten als Kontrollgruppe. Alle Teilnehmer wurden gefragt, ob in ihrer Kindheit ein Haustier im Elternhaus lebte. Aus den Angaben konnten die Forscher ableiten, welche psychische Einwirkung das Tier gehabt hatte.

Hunde, aber keine Katzen, können Schizophrenie-Risiko senken

Wer als Kind vor dem 13. Geburtstag mit einem Hund aufwuchs, dessen Schizophrenie-Risiko verkleinerte sich um 25 Prozent. Am stärksten war die Wirkung, wenn das Tier vor dem dritten Lebensjahr die Familie bereicherte. Einen Einfluss auf die Entstehung einer bipolaren Störung hatten Hunde hingegen nicht. Für Katzen ließ sich weder eine Wirkung auf Schizophrenie noch auf bipolare Störungen verzeichnen.

Die Forscher haben die Theorie, dass dank der Hunde das kindliche Immunsystem gefördert wird. Es kommt seltener zu Allergien. Da chronische Entzündungsreaktionen im Körper seltener sind, wird auch weniger vom Stresshormon Cortisol freigesetzt. Das wirkt sich auf ein Eiweiß namens Zytokin aus, das wiederum die Hirnentwicklung beeinflusst. Dieser Ansatz erklärt allerdings nicht, weshalb Katzen nicht dieselbe Schutzwirkung haben. Auch der frühe Kontakt zu ihnen schult das kindliche Immunsystem.

Die Tatsache, dass mit Katzen das Schizophrenie-Risiko gleich bleibt, widerlegt zudem eine ältere Theorie, derzufolge Katzen die Gefahr sogar erhöhen. Die Tiere tragen manchmal einen Parasiten (Toxoplasma gondii) in sich, der auf den Menschen übergehen und das Gehirn befallen kann. Der Antikörpernachweis bei Schizophrenie-Patienten hatte die Theorie aufkommen lassen, dass Katzen als Haustiere das Risiko einer Erkrankung erhöhen.

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