9. Juni 2011
Als katatone Schizophrenie bezeichnet man eine seltene Form der Schizophrenie. Dabei leiden die Betroffenen unter Störungen der Psychomotorik.
Schizophrenie wird im Volksmund auch "Wahnsinn" genannt. Dabei kommt es zu schweren Beeinträchtigungen der menschlichen Persönlichkeit wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Da die Symptome bei einer Schizophrenie jedoch sehr vielfältig und unterschiedlich sind, unterteilt man sie in der Psychiatrie in verschiedene Unterformen. Dazu gehören vor allem die paranoide Schizophrenie, die hebephrene Schizophrenie und die katatone Schizophrenie.
Typisch für eine katatone Schizophrenie, die auch Katatonie genannt wird, sind psychomotorische Störungen. Darüber hinaus kann es jedoch auch zu anderen schizophrenen Symptomen kommen. Dazu gehören vor allem Denkstörungen, Angstzustände, paranoides Erleben oder das Wahrnehmen von nicht existenten Stimmen. Erstmals beschrieben wurde die Katatonie 1874 von dem deutschen Psychiater Karl Ludwig Kahlbaum (1828–1899). Diese Form der Schizophrenie wird heutzutage jedoch nur noch selten diagnostiziert.
Die genaue Ursache der katatonen Schizophrenie ist nach wie vor unklar. Es wird davon ausgegangen, dass psychodynamische, genetische und umweltbedingte Faktoren beim Entstehen der Erkrankung zusammenwirken. Sicher ist, dass es sich um ein schweres psychisches Krankheitsbild handelt, das sich aus einer paranoiden Verlaufsform entwickelt.
Bei einer katatonen Schizophrenie treten im Verlauf der Krankheit verschiedene charakteristische Symptome auf. So kommt es zu verminderten oder verlangsamten Bewegungen, Schweigen (Mutismus), sinnlosen motorischen Aktivitäten, stereotypen Haltungen wie zum Beispiel das Sitzen oder Stehen in unsinnigen Stellungen, oder das Verharren in einer bestimmten Stellung, was man als Katalepsie bezeichnet. Darüber hinaus leisten die Betroffenen Widerstand gegen gegenläufige Bewegungen oder Versuche, sie zu bewegen. In schweren Fällen kann es auch zu einem Stupor, einen Starrezustand des gesamten Körpers, kommen. Dabei ist der Betroffene zwar bei wachem Bewusstsein, nimmt jedoch von selbst keine Nahrung oder Flüssigkeit zu sich. Mitunter kann dabei auch Fieber auftreten. Während in früheren Zeiten eine solche maligne oder perniziöse Katatonie häufig zum Tode führte, ist die Überlebensrate in der heutigen Zeit dank moderner Therapiemöglichkeiten sehr hoch.
Um eine katatone Schizophrenie zu behandeln, werden dem Betroffenen zunächst Medikamente wie Benzodiazepine verabreicht, die zum Durchbrechen der Katalepsie dienen. Außerdem verringern sie die dabei auftretenden starken Angstzustände. Im weiteren Verlauf erhält der Patient Neuroleptika. Auch Valproinsäure, Lithium, Olanzapin, Carbamazepin und Lamotrigin gelten als hilfreich zur Langzeitstabilisierung. Eine weitere effiziente Behandlungsmethode ist die Elektrokrampftherapie (EKT), bei der elektrischer Strom zur Anwendung kommt.
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