Rauchen in der Schwangerschaft erhöht beim Kind das Risiko für angeborenes Schielen

Chinesische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Nikotinkomsum bei Schwangeren und Strabismus beim Kind

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  • von Paradisi-Redaktion
Schwangere in weißem Oberteil sitzt und hält eine zerbrochene Zigarette vor ihren Babybauch

Junge Kinder, die auf ihrer Brille einseitig ein Pflaster tragen, sieht man im Alltag immer wieder. Sie werden vom Augenarzt über Monate auf diese Weise behandelt, damit sie künftig nicht mehr schielen. Der Fachausdruck für diese Fehlfunktion der Augen lautet Strabismus und ohne konsequente Behandlung bleibt die Sehschwäche meist für den Rest des Lebens bestehen.

Da Strabismus sich bei den meisten Menschen früh im Leben zeigt, vermuten Forscher schon länger, dass die Veranlagung direkt im Mutterleib entsteht. Welche Probleme in der Schwangerschaft das Strabismus-Risiko erhöhen, wird daher international erforscht.

Meta-Analyse aus China macht Rauchen in der Schwangerschaft als Mitursache für Strabismus aus

Interessante Ergebnisse präsentieren nun Wissenschaftler aus China. Sie haben elf ältere Studien in einer Meta-Betrachtung analysiert und so die Daten von 94.953 Kindern ausgewertet. Insgesamt 4.833 der Jungen und Mädchen schielten. Besah man sich mit diesem Hintergrundwissen das Verhalten der Mütter während der Schwangerschaft, fiel auf: Es waren viele Raucherinnen dabei. Insgesamt stieg das Risiko für Strabismus um 46 Prozent, wenn die Frauen nicht auf Nikotin verzichtet hatten.

Die Kausalität kann bei einer reinen Beobachtungsstudie zwar nicht als definitiv angenommen werden, doch ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Strabismus ist wahrscheinlich, da sich die Gefahr mit der Menge an Zigaretten pro Tag veränderte. Es gab also eine Dosis-Wirkung-Beziehung. Schwangere, die "nur" maximal neun Zigaretten am Tag konsumierten, erhöhten das Risiko ihres Kindes um 17 Prozent. Bei zehn und mehr Zigaretten innerhalb eines Tages stieg die Gefahr bereits auf 79 Prozent. Der Durchschnittswert von 46 Prozent zeigt damit lediglich, dass die Mehrheit der Raucherinnen unter der Grenze von zehn Zigaretten am Tag blieben, die Gefahr des Giftes aber nicht unterschätzt werden darf.

Wie genau die Schadstoffe aus einer Zigarette auf die Augenentwicklung wirken, muss noch erforscht werden. Da beim Schielen eine Achsenfehlstellung im Auge vorliegt, muss das Gift direkt im Auge wirken.

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