24. Mai 2011
Spricht man von Schielen, ist damit eine Fehlstellung der Augen gemeint. Eine Form dieser Fehlstellung ist Lähmungsschielen.
Etwa sieben Prozent aller Deutschen sind von Schielen (Strabismus) betroffen. Dabei handelt es sich um eine Augenmuskelgleichgewichtsstörung, die eine Fehlstellung der Augen zur Folge hat. Dadurch nehmen die Betroffenen Doppelbilder wahr oder leiden unter Schwachsichtigkeit.
In der Medizin unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Formen von Strabismus. Dabei handelt es sich um manifestes Schielen (Heterotropie), latentes Schielen (Heterophorie) sowie Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus).
Unter Lähmungsschielen versteht man ein plötzlich einsetzendes Schielen, das sowohl bei Kindern als auch bei erwachsenen Menschen auftreten kann. Dabei kommt es zum Ausfall von einem oder mehren Augenmuskeln. Da die Augenmuskeln gelähmt sind, spricht man von Lähmungsschielen. Je nach Blickrichtung verläuft der Schielwinkel unterschiedlich.
Zu Lähmungsschielen kann es aus unterschiedlichen Gründen kommen. Dazu gehören u. a. Verletzungen bei der Geburt, Durchblutungsstörungen, Erkrankungen der Muskeln oder Entzündungen. Aber auch Tumore im Augenhöhlenbereich oder Gehirntumore können Lähmungsschielen hervorrufen.
Lähmungsschielen kann zu verschiedenen Beschwerden führen. Ein typisches Symptom ist das Wahrnehmen von Doppelbildern, die unvermittelt auftreten. Außerdem kommt es dabei häufig zu Übelkeit und Schwindelgefühlen. Am stärksten ausgeprägt sind die Doppelbilder in der Richtung, in die das Auge durch den ausgefallenen Muskel normalerweise bewegt wird. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist eine kompensatorische Kopfschiefhaltung. Das heißt, dass die Betroffenen ihren Kopf so halten, dass es zu einer Entlastung des gelähmten Muskels kommt, wodurch sie gerade noch Einfachsehen können. Durch das Schielen treten zudem häufig diverse Begleiterscheinungen auf. Dazu gehören Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, zitternde Augen, Überempfindlichkeit gegen Licht, brennende Augen, Leseschwäche, Vorbeigreifen an Gegenständen sowie häufig auftretendes Zwinkern und Blinzeln.
Diagnostizieren lässt sich Lähmungsschielen meist schon durch die typische Stellung der Augen. Darüber hinaus erfolgen verschiedene Sehtests, wie der Abdecktest oder der Aufdecktest. Um andere Augenerkrankungen auszuschließen und die Form des Schielens zu bestimmen, erfolgen weitere Untersuchungen.
Welche Therapie beim Lähmungsschielen durchgeführt wird, hängt von der auslösenden Ursache der Fehlstellung ab. Oftmals ist eine Behandlung durch einen Neurologen erforderlich. Allerdings kann nicht immer ein eindeutiger Auslöser festgestellt werden. Manchmal bildet sich das Lähmungsschielen auch von selbst nach ein paar Wochen oder Monaten wieder zurück. Besteht das Schielen trotz Behandlung weiterhin, erhalten die Patienten Prismabrillen oder Prismafolien, die auf bereits vorhandene Brillen aufgeklebt werden. Durch den veränderten Strahlengang lassen sich Doppelbilder verhindern. Hält das Schielen länger als sechs Monate an, kann auch eine Operation der betroffenen Augenmuskeln durchgeführt werden. Als Alternative zu einer Schiel-Operation kommt mitunter auch das Nervengift Botulinumtoxin zur Anwendung.
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