27. Mai 2009
Von Viola Reinhardt
In der Regel trifft eine Vaginalmykose geschlechtsreife Frauen und die meisten bekommen diese Pilzinfektion mindestens einmal im Leben. Andere dagegen werden alle paar Wochen oder Monate mit dem unangenehmen Jucken und Brennen in und an der Scheide behelligt. Prävention und auch Heilung lassen sich allerdings mit einigen Tipps und Maßnahmen sehr gut erreichen und sorgen für Ruhe im Intimbereich.
Zunächst einmal grundsätzliches. Im Inneren der Scheide herrscht ein saures Klima, dass durch Milchsäurebakterien hervorgerufen wird und damit Bakterien und Co keine Angriffsfläche bietet. Sofern keine Schwankungen im Milieu entstehen, für die es wiederum eine Vielzahl an auslösenden Faktoren gibt. Nimmt das saure Verhältnis in der Scheide ab, wird dadurch ein Nährboden für Bakterien und Pilze geschaffen, zu denen auch der Pilz Candida albicans gehört. Dieser Hefepilz verursacht in der Folge nicht nur die Scheideninfektion mit den bekannten Symptomen, sondern ist auch ansteckend. Letzteres ist zum Beispiel ein Aspekt, den viele Paare vergessen und in der Folge zu einer ständigen Neuansteckung führt, weil nur einer der Partner die Pilzinfektion behandelt.
Als Auslöser der Vaginalmykose findet sich beispielsweise eine sehr zuckerreiche Ernährung, die zudem mit Weißmehlprodukten eine negative Wirkung auf das Milieu in der Scheide hat. Zucker bietet nämlich den Bakterien einen idealen Nährboden und ist sozusagen Futter für die Keime. Auch das gegenseitige Benutzen von Handtüchern innerhalb der Familie ist als Ursache für die Pilzinfektion möglich. Und hier sind wir auch gleich beim Thema Intimhygiene.
Viele Frauen sind der Meinung, wenn sie täglich Vaginalduschen durchführen und spezielle Intimlotions- und Reinigungsmittel verwenden, würden sie nicht nur für viel Reinheit sorgen, sondern auch aktiv gegen mögliche Pilze und Bakterien vorgehen. Leider ist aber genau das Gegenteil der Fall, denn das natürliche Milieu wird durch ein Zuviel an Pflege gestört und somit anfälliger. Weniger ist gerade bei der Vermeidung von Pilzinfektionen im Intimbereich wieder einmal mehr. So genügt es, wenn man sich ein bis zwei Mal am Tag mit lauwarmem Wasser wäscht und allenfalls eine ph-neutrale Waschlotion verwendet. Auch Intimsprays bewirken nicht viel in Sachen Reinheit, weshalb man am besten auf derartige Produkte verzichtet.
Ebenfalls begünstigt werden Infektionen durch das Tragen luftundurchlässiger Slipeinlagen, Tampons, die gerade eine trockene Scheide reizen und das Klima weiter verschlechtern, sowie zu enge Tangas und Hosen. Dadurch entsteht nicht nur eine Reibung, sondern auch ein bestimmtes feucht-warmes Klima in und an der Scheide, das ebenfalls Pilzen freie Fahrt gibt. Besucht man Schwimmbäder, Saunen und ähnliche Einrichtungen in denen sich viele Menschen in der Verbindung mit Wasser und Feuchtigkeit befinden, sollte man sich stets nur auf einem mitgebrachten Handtuch setzen. Nasse Bikinis oder Badeanzüge sollte man zudem gleich nach dem Verlassen des Wassers wechseln, denn auch hier entstehen sehr leicht Pilze im Genitalbereich.
Zu guter Letzt noch ein Wort in Sachen Partnerschaft und Sexualität. Generell sollte man bei den ersten sexuellen Aktivitäten mit einem neuen Partner Kondome verwenden. Zudem, und das gilt auch in einer bestehenden langen Partnerschaft, sollte gerade der Mann für Hygiene sorgen. Hat man als Frau eine Pilzinfektion, dann sollte sich auch der Partner stets mitbehandeln lassen, um eine dauerhafte gegenseitige Ansteckung ausschließen zu können.
Die Behandlung erfolgt je nach Schwere der Infektion mittels Cremes oder Tabletten, die entweder mehrere Tage benutzt werden müssen oder auch nur einmalig (saniert den ganzen Organismus). In der Regel ist die Infektion mit dem Candida albicans nach wenigen Tagen wieder überstanden.
Ob es wirklich eine Scheideninfektion ist, kann man heutzutage schon selbst zu Hause testen. Ich habe das zum ersten Mal während der Schwanger...
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