Scharlach - Ursachen, Symptome und Behandlung

Scharlach äußert sich durch verschiedene Symptome. Der Arzt stellt die Diagnose meist nach einem Abstrich. Scharlach wird durch Bakterien verursacht und sollte immer behandelt werden, da sonst schwere Folgeerkrankungen drohen. Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen. Da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, wird zur Behandlung ein Antibiotikum eingesetzt. Informieren Sie sich über die Ursachen, Symptome und Behandlung von Scharlach.

Die Entstehung von Scharlach und wie man Scarlatina erkennen und behandeln kann

Scharlach ist eine Kinderkrankheit, an der jedoch nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene erkranken können. Die Erkrankung tritt gehäuft in den Wintermonaten auf und betrifft überwiegend Vorschul- und Schulkinder.

Ursachen

Scharlach wird durch Streptokokken, eine Bakterienart, hervorgerufen. Der gesunde Mensch infiziert sich durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen bei einer bereits infizierten Person.

Streptokokken können auch durch Spielzeug übertragen werden, das ein infiziertes Kind im Mund hatte. Hat sich ein gesunder Mensch mit Streptokokken infiziert, dauert es maximal drei Tage, bis Scharlach ausbricht.

Verlauf

Wird die Erkrankung behandelt, ist der Patient nur etwa zwei Tage ab Beginn der Behandlung ansteckend. Ohne medikamentöse Behandlung besteht die Ansteckung über drei Wochen.

Mit Beginn der Behandlung fühlen sich die Betroffenen meist rasch besser. Wird Scharlach jedoch nicht behandelt, kann dies zu einem schweren Krankheitsbild führen. Man unterscheidet verschiedene mögliche Verlaufsformen und Folgen:

Nach überstandener Erkrankung besteht keine Immunität gegen Scharlach. Da es verschiedene Untergruppen der krankheitsauslösenden Streptokokken gibt, kann der Mensch immer wieder daran erkranken.

Scharlach in der Schwangerschaft

Erkrankt eine schwangere Frau an Scharlach, muss man zunächst einmal keinen direkten Einfluss auf das ungeborene Kind befürchten. Fehlbildungen oder Fehl- bzw. Totgeburten zählen nicht zu den typischen Folgen.

Allerdings gibt es eine indirekte Auswirkung auf das Kind. Erkrankt die werdende Mutter beispielsweise an einer Herzmuskelentzüdnung, stellt dies eine Gefahr der Versorgung des ungeborenen Kindes mit Nährstoffen und Sauerstoff dar. Auf diese Weise wird die kindliche Entwicklkung beeinträchtigt.

Wichtig ist daher eine frühzeitige Behandlung. Außerdem sollten werdende Mutter und Kind eine medizinische Überwachung erhalten.

Beschäftigungsverbot

Für schwangere Frauen, besonders wenn sie in Gemeinschaftseinrichtungen mit Kindern arbeiten, gilt ein befristetes Beschäftigungsverbot, wenn es am Arbeitsplatz zu Scharlachfällen gekommen ist. Das Verbot gilt bis 3 Tage nach dem letzten Erkrankungsfall in dieser Einrichtung.

Gibt es Unstimmigkeiten mit dem Arbeitgeber, lässt sich ein solches Beschäftigungsverbot durch ein Attest erhalten. Der Lohn wird während dieser Zeit weitergezahlt, kann in gewissen Fällen auch bei der Krankenversicherung geltend gemacht werden.

Symptome

Scharlach beginnt mit hohem Fieber. Der Patient hat Halsschmerzen und kann kaum schlucken.

Der Grund dafür sind vergrößerte Mandeln im Hals, die auch mit Eiter belegt sein können. Weitere Symptome sind

Nach drei Tagen bildet sich die für Scharlach typische Himbeerzunge. In den Tagen davor ist die Zunge weiß belegt. Zusätzlich bildet sich am ganzen Körper ein Ausschlag.

Schmerzen treten in diesem Zusammenhang innerhalb der Zungenregion nicht auf. In manchen Fällen kommt es lediglich zu einer leichten Abnahme des Geschmackssinns.

Typisch für Scharlach ist, dass ein Dreieck vom Kinn zum Mund vom Ausschlag frei bleibt. Der Ausschlag bleibt etwa eine Woche, bis sich die oberste Hautschicht schuppt.

Nicht bei jedem Patienten treten all diese Symptome auf. Oftmals fehlt auch der Hautausschlag.

Wird Scharlach frühzeitig behandelt, tritt oft deshalb auch kein Ausschlag auf. Fast alle Betroffenen fühlen sich jedoch krank. Zu den weiteren möglichen Symptomen zählen

Diagnose

Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch und achtet besonders auf die für Scharlach typischen Anzeichen wie Himbeerzunge und Ausschlag. Zusätzlich tastet er auch die Lymphknoten unter dem Unterkiefer ab, da diese bei Scharlach geschwollen sind.

Um seinen Diagnosenverdacht zu sichern, entnimmt der Arzt einen Abstrich der Mandeln. Dieser Abstrich kann Streptokokken nachweisen, die die Auslöser der Erkrankung sind.

Ist der Abstrich somit positiv, hat der Patient Scharlach. Oft wird zusätzlich auch eine Blutabnahme gemacht, um für Scharlach typische Antikörper nachweisen zu können.

Behandlung

Da Scharlach durch Bakterien verursacht wird, hilft hier ein Antibiotikum zur Heilung. Der Arzt verordnet in diesem Fall Penicillin, ein bestimmtes Antibiotikum, das über mehrere Tage lang eingenommen werden muss. Wird das Medikament nur über eine zu kurze Zeit eingenommen, können die bereits beschriebenen Komplikationen auftreten.

Das Mittel wird in Form von Tabletten oder als Spritze verabreicht. Bei Allergien gegen Penicillin wählt man in der Regel Erythromycin oder Cephalosporine.

Handelt es sich um einen schweren Krankheitsverlauf, sollte zusätzlich zur Penicillin-Gabe auf das Antibiotikum Clindamycin gesetzt werden. Kommt es zu rheumatischem Fieber als Spätfolge, empfiehlt sich eine längere Behandlung mit Penicillin, um Rückfällen vorzubeugen.

Hausmittel

Wer an Scharlach erkrankt ist, sollte den Kontakt zu anderen Personen meiden, um diese nicht anzustecken. Auch diverse Hausmittel können helfen.

Bettruhe und Flüssigkeitszufuhr

Grundsätzlich sollte bei Scharlach immer Bettruhe gehalten werden. Zudem sollte man bei Scharlach viel trinken. Mindestens zwei bis drei Liter Wasser, Tee oder Saft sollten pro Tag getrunken werden.

Besonders günstig ist es, wenn Tee getrunken wird. Denn damit kann man nicht nur der Dehydrierung vorbeugen, sondern kann darüber hinaus auch von der wohltuenden Wirkung der Kräuter profitieren. So wirkt zum Beispiel Lindenblütentee nicht nur allgemein beruhigend, er lindert auch den Hustenreiz.

Die Nahrung sollte zumindest in den ersten Tagen der Krankheit, wenn das Schlucken besonders schwer fällt, möglichst weich sein.

sind jetzt die idealen Lebensmittel.

Wickel und Essigsocken

Neben dem Gurgeln mit verschiedenen Flüssigkeiten, bieten sich auch diverse Wickel zur Linderung der Beschwerden im Hals an. Um so einen Wickel herzustellen, kann man zum Beispiel Quark in ein Tuch geben und dieses Tuch dann für etwa 30 Minuten um den Hals legen. Alternativ dazu kann man auch Zwiebeln und Zitronen (jeweils zwei) in Scheiben geschnitten in ein Tuch wickeln, welches man dann um den Hals legt.

Als weitere Hausmittel gegen die Beschwerden bei Scharlach haben sich auch Wadenwickel bewährt. Zur Fiebersenkung kann dazu einfach ein mit Wasser angefeuchtetes Tuch um die Waden gelegt werden.

Man kann allerdings auch fünf Esslöffel Essig in einen Liter Wasser geben und damit das Tuch anfeuchten. Das so befeuchtete Tuch wird für jeweils fünf Minuten um die Waden gewickelt.

Zur Fiebersenkung können auch "Essigsocken" angelegt werden. Dafür gibt man zunächst einmal fünf Esslöffel Essig in einen halben Liter Wasser. Mit dieser Flüssigkeit tränkt man nun ein Paar Socken, die dem Patienten dann für jeweils fünf Minuten angezogen werden.

Gurgeln

Um die Beschwerden im Hals zu lindern, kann man mit verschiedenen Flüssigkeiten gurgeln. Dazu kann man zum Beispiel einen halben Teelöffel Salz in einer Tasse Wasser auflösen und mehrmals täglich damit gurgeln.

Auch der Hustenreiz wird mit dieser Gurgel-Lösung gelindert. Alternativ dazu kann man auch mit Salbeitee gurgeln.

Eine weitere Möglichkeit ist das Gurgeln mit einer Kamillen-Lösung. Dazu gibt man etwa zehn bis 15 Tropfen Kamillenöl in ein Glas Wasser. Auch Gurgeln mit Kamillenblüten hilft gegen die starken Hals- und Schluckbeschwerden.

Etwa zwei Wochen nach der Erkrankung sollte eine Kontrolluntersuchung beim Arzt erfolgen, um mögliche Komplikationskrankheiten auszuschließen. Besteht starker Husten, sollten nachts feuchte Tücher und Schüsseln mit Wasser aufgestellt werden, damit der Betroffene leichter atmen und abhusten kann.

Ist ein Kind an Scharlach erkrankt, darf es, um andere Kinder vor einer Ansteckung zu schützen, natürlich nicht in die Schule. Ansteckungsgefahr besteht, bis die Symptome verschwunden sind. Unter Antibiotikagabe ist die Ansteckungsgefahr nach ein bis zwei Tagen nach Beginn der Einnahme vorüber.

Vorbeugung

Vorbeugen kann man der Erkrankung nicht. Jedoch sollten kranke Kinder und Erwachsene zu Hause bleiben, bis die Beschwerden abgeklungen sind, um andere Menschen nicht zu infizieren. Wer Kontakt zu einer erkrankten Person hatte, kann innerhalb von zwei Tagen Antibiotikum vorsorglich einnehmen und den Ausbruch der Krankheit so verhindern.

Quellen:

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  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
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