28. November 2008
Von K. Schumann
Scharlach ist eine bakterielle Kinderkrankheit mit hohem Fieber und dem typischen Scharlachausschlag. In Deutschland gibt es jährlich schätzungsweise 40.000 Erkrankungen.

Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit
Die Erreger (ß-hämolysierende Streptokokken) werden zum Großteil durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten), seltener durch Schmierinfektionen (z.B. über Spielsachen) oder kontaminierte Lebensmittel übertragen.
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen meist nur wenige Tage. Schon nach zwei bis vier Tagen treten plötzlich hohes Fieber mit Schüttelfrost, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sowie evtl. Übelkeit und Erbrechen auf.
In der Regel ist Scharlach eine Lokalinfektion des Rachenraumes. Die Bakterien produzieren jedoch auch Toxine (Gifte), die eine Fernwirkung haben und somit Symptome am gesamten Körper auslösen können.
Der gesamte Hals- und Rachenbereich ist meist eitrig entzündet. Dadurch kommt es zu Schluckbeschwerden und starken Halsschmerzen. Typisch ist ein rötlicher Ausschlag im Bereich des Gaumens bzw. Rachens. Die Zunge ist zunächst weißlich belegt, ab dem vierten Tag wird der Belag abgestoßen und es wird die charakteristische glänzend rote "Himbeerzunge" sichtbar. Der bekannte "Scharlachausschlag", der sich meist ab dem zweiten Tag der Erkrankung in Form von kleinen, dichtstehenden, rosa bis hellroten Flecken zeigt, ist nicht obligat. Wird die Scharlacherkrankung bereits ein zweites Mal durchgemacht, kann der Körper immun gegenüber den Toxinen sein und der Ausschlag bleibt aus. Gegen den Erreger selbst kann jedoch keine Immunität erwirkt werden, daher sind erneute Erkrankungen an Scharlach möglich.
Im Allgemeinen ist der Verlauf einer Scharlacherkrankung eher harmlos. Jedoch können auch hier Komplikationen wie Herzentzündungen, Nierenentzündungen oder die toxische Verlaufsform des Scharlachs mit sehr hohem Fieber, Hautblutungen, Krämpfen und Kreislaufversagen mit tödlichem Ausgang auftreten.
Scharlach wird mit Antibiotika (Penizillin) behandelt. Eine frühzeitige und ausreichend lange Antibiotikagabe beugt Komplikationen vor. Zur Linderung der Halsschmerzen eignen sich warme Halswickel mit Zitrone oder Rachenspülungen mit Salbeitee.
Ist ein Kind an Scharlach erkrankt, darf es, um andere Kinder vor einer Ansteckung zu schützen, natürlich nicht in die Schule. Ansteckungsgefahr besteht, bis die Symptome verschwunden sind. Unter Antibiotikagabe ist die Ansteckungsgefahr nach ein bis zwei Tagen nach Beginn der Einnahme vorüber.
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