6. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Rheuma. Sobald man diesen Oberbegriff zahlreicher entzündlicher Gelenk- und Weichteilprozesse hört, denkt man zeitgleich an einen älteren Menschen. Doch diese Erkrankung tritt schon bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen auf und das jedes Jahr mit rund Tausend Neuerkrankungen. Vielfach wird eine Diagnose erst spät gestellt, denn nicht immer wird bei kindlichen Beschwerden sofort an eine rheumatische Erkrankung gedacht. Hier ist es für Eltern und Betreuer gut zu wissen, welche Anzeichen einen Hinweis auf ein kindliches Rheuma geben.
Als Eltern kann man selbst bei den Kleinsten schon an gewissen Anzeichen feststellen, dass es sich bei den Beschwerden eventuell um eine der rheumatischen Formen handelt. Als ein sehr gutes Indiz erweist es sich, wenn das Kind morgens wach wird und seine Gelenke steif sind. Klagt es dann beim Aufstehen über Schmerzen oder stellt man bei seinem Baby fest, dass es sich kaum bewegen will und es weint, dann erhärtet sich bereits ein erster Verdacht.
Ebenfalls aufmerksam sollte man als Eltern werden, wenn das Kind beim Laufen hinkt, weil es ein Bein nicht belasten möchte oder es sich plötzlich ständig tragen lassen möchte, obwohl es bereits seit längerer Zeit schon selbständig läuft. Doch es gibt noch mehr Anzeichen, die auf ein kindliches Rheuma hinweisen können. Hierzu zählt auch das Greif- und Stützbild, das bei betroffenen Kindern eine deutliche Veränderung aufzeigen kann, was besonders dann der Fall ist, wenn sich die Entzündungen schon längere Zeit im Kinderkörper befinden.
Auch die Essensaufnahme kann Eltern auf ein kindliches Rheuma aufmerksam machen, denn erkrankte Kinder haben sehr oft auch Schmerzen beim Kauen, da das Kiefergelenk mit betroffen ist. Möchte das Kind nur noch weiches zu sich nehmen, sollte man zunächst einen Zahnarzt aufsuchen und in der Folge einen Kinderarzt, der möglichst Erfahrung im kindlichen behandeln von Rheuma haben sollte.
Zu guter Letzt sind auch erwärmte und geschwollene Gelenke ein Indiz für das Vorhandensein einer juvenilen idiopathischen Arthritis, welche die häufigste Form kindlichen Rheumas ist. Allerdings verstecken sich hinter diesem Begriff gleich sechs unterschiedliche Rheumatische Formen: Systemische Arthritis, Oligoarthritis, Polyarthritis mit oder ohne Rheumafaktor, Psoriasis-Arthritis und Enthensitis-assoziierte Arthritis.
Welche Form das eigene Kind betrifft, kann nur in eingehenden Diagnosen in einem kinderrheumatologischen Zentrum oder einer spezialisierten Ambulanz, sowie in der Zusammenarbeit mit dem Haus- und Kinderarzt herausgefunden werden. Je früher eine Diagnose gestellt wird, desto früher kann man dem Kind Hilfeleistung geben, denn eine lange Zeit der körperlichen Einschränkungen und seelischen Belastungen liegen dann vor einem Kind.
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06.02.12 | |
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