24. August 2010
Das Reizdarm-Syndrom ist eine weit verbreitete Erkrankung, die sich in vielfältiger Weise äußern kann. Doch die Linderung der Symptome gestaltet sich nicht immer ganz einfach.
Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl - oder alles abwechselnd. Wer unter dem Reizdarm-Syndrom zu leiden hat, ist vielen Einschränkungen im Alltag unterworfen. Die Beschwerden können schmerzhaft und peinlich sein und zu einer wahren psychischen Belastung werden. Wenn sich keine konkrete Unverträglichkeit eingrenzen lässt, wird das Problem auch von Medizinern häufig nicht ernst genommen. Dabei sind zehn bis zwanzig Prozent der Menschen zwischen 35 und 50 Jahren betroffen; die psychosomatische Komponente macht es eher schwieriger als leichter, mit dem Problem umzugehen.
In akuten Fällen mit starken Darmkrämpfen können Medikamente mit krampflösenden Eigenschaften eine gute Erleicherung der Symptome zeigen. In Deutschland zugelassen ist der Wirkstoff Butylscopolamin, der in verschiedenen Medikamenten eingesetzt wird und nachweislich Linderung bringen kann. Bei einem anderen Wirkstoff allerdings - Mebeverin - fehlt der wissenschaftliche Nachweis für seine Wirksamkeit. Ob die Medikamente helfen, muss individuell ausprobiert werden.
Eine vermehrte Aufnahme von Ballaststoffen in diversen Formen kann eine anregende Wirkung auf die Darmtätigkeit haben. Bei Patienten mit dem Reizdarm-Symptom hat sich jedoch gezeigt, dass die Aufnahme von Weizen- oder Haferkleie weitgehend wirkungslos blieb. Kleie besteht vor allem aus Ballaststoffen, die kaum Wasser binden können. Im Gegensatz dazu verzeichnen Mittel mit Flohsamen bessere Erfolge, was daran liegen könnte, dass Flohsamen im Darm mehr Wasser binden. Bei einigen Patienten ließ sich auch eine kurzfristige Besserung durch die Einnahme von Pfefferminzöl verzeichnen.
Eine tatsächlich zum Teil erstaunlich erfolgreiche Therapie ist eine Hypnosebehandlung. Bei dieser vermittelt der Therapeut dem Unterbewusstsein eine bestimmte Vorstellung, wie etwa der von einem gesunden Darm.
Doch auch wer sich einfach Zeit gibt und versucht, Stressfaktoren im Alltag abzuschalten, kann Glück haben. In vielen Fällen verschwinden die Beschwerden mit der Zeit fast von allein.
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