31. Mai 2007
Gut 500.000 Kinder wachsen in Deutschland mit Vater oder Mutter auf, die schwer psychisch erkrankt sind, berichtet das Apothekenmagazin Baby und Familie.
Wahn und Halluzinationen bestimmen dann das Leben. „Lange hat man nicht beachtet, welche Belastungen die Krankheit der Eltern für die Psyche der Kinder darstellt“ sagt Katja Beck, die 2001 eine Selbsthilfegruppe für erwachsene Kinder psychisch kranker Eltern und die Initiative „Netz und Boden“ (www.netz-und-boden.de) für betroffene Kinder und deren Helfer gegründet hat.
Noch heute werde in der Psychiatrie oft vergessen zu fragen, ob die Patienten Kinder haben, um die sich jemand kümmern muss. Besonders schwer haben es Kinder alleinerziehender Mütter oder Väter. Oft sind sie lange mit den kranken Eltern allein und begreifen nicht, dass deren unerklärliche Handlungen krankheitsbedingt und nicht etwa gegen sie gerichtet sind.
Obwohl immer mehr Kliniken und Privatinitiativen sich heute der Kinder annehmen, sind die Ansätze insgesamt nur wie „ein Tropfen auf dem heißen Stein“, beklagt die Psychologin Dr. Silke Wiegand-Grefe, die am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Arbeitsgruppe „Kinder psychisch kranker Eltern“ leitet. Hilfe für den Nachwuchs der Patienten ist schon deshalb besonders wichtig, weil diese ein weitaus höheres Risiko als andere tragen, selbst einmal psychisch krank zu werden.
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