Verlauf bei Prostatakrebs: Neuer Urintest könnte Biopsie ersetzen

Urintest gibt Aufschluss über die Aggressivität eines Prostatakarzinoms

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  • von Paradisi-Redaktion
Urinprobe im Behälter in kleinem Schrank

Ein Prostatakarzinom kann derzeit nur sicher diagnostiziert werden, wenn eine Gewebeprobe entnommen wird. Um Betroffenen diesen Eingriff möglichst lange zu ersparen, kann zuerst der PSA-Wert gemessen und eine Tastuntersuchung durchgeführt werden. Besteht ein Krebsverdacht, wird zunächst je nach Verfassung des Patient zu einer abwartende Haltung geraten. Dabei kann zwar nicht abgeschätzt werden, wie aggressiv der Tumor ist, doch es erspart die Schmerzen einer Biopsie. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sollen zeigen, ob das Krebsgeschwür sich verändert oder wächst. Tritt dieser Fall ein, wird letztendlich eine Biopsie durchgeführt.

Urinprobe statt Biopsie

Künftig könnte ein einfacher Urintest ausreichen, um eine gesicherte Diagnose über die Aggressivität des Tumors zu stellen und damit Patienten effektiver zu helfen. Forscher der University of East Anglia in Norwich baten 177 Männer mit Prostatakrebs zur Studie und luden zugleich 177 gesunde Gleichaltrige als Kontrollgruppe ein. Bei allen Probanden wurden Urinproben genommen und eingehend untersucht. Die Wissenschaftler wollten wissen, ob es genetische Signaturen gibt, die nicht nur den Krebs anzeigen, sondern einen Hinweis auf seine Aggressivität geben. Sie wurden fündig und konnten allein anhand des Urins einen AUC-Wert von 0,77 bestimmen. Der AUC-Wert zeigt die Aussagekraft an und steht bei 1 für eine gesicherte Diagnose, während 0,5 einen Zufallstreffer bedeutet.

Urintest ermöglicht Krebsdiagnose bereits Jahre im Voraus

Der neue Test ist damit noch nicht zuverlässig genug für den breiten Einsatz, er hat laut Aussage der Forscher jedoch Potenzial. Bei den Männern, die in der Studie einen hohen Wert und demnach einen aggressiven Prostatakrebs hatten, verschlimmerte sich der Krebs oft und konnte dank Urintest deutlich früher als mit den Standardverfahren der regelmäßigen Kontrollen erkannt werden. Die Patienten erfuhren fünf Jahre früher von der Aggressivität des Tumors und konnten entsprechend früher behandelt werden.

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  • Bildnachweis: Urinbehälter © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

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