In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Prostata-Karzinom zur häufigsten Tumorerkrankung des Mannes – vor dem Lungenkrebs. 2003 starben insgesamt 11.400 Männer in Deutschland an einem Prostatakarzinom. Genaue Ursachen für diesen Trend kennt bisher niemand.
(dgk) Die Prostata ist ein kastaniengroßes Organ, in gesundem Zustand prall und fest, von einer Kapsel mit glatter Oberfläche umgeben. Die Vorsteherdrüse wiegt normalerweise etwa 20 Gramm, liegt direkt unter der Blase, ummantelt die Einmündung des Samenleiters in die Harnröhre.
Im Sexualleben des Mannes spielt die Vorsteherdrüse eine zentrale Rolle. Im Allgemeinen erledigt sie ihre Aufgaben diskret und reibungslos. Erst mit zunehmendem Alter macht die Prostata auf sich aufmerksam: Sie wächst. Wenn etwa ab dem 40. Lebensjahr der Testosteronspiegel sinkt, beginnt die Vergrößerung. Im Extremfall bläht sich die Kastanie allmählich bis zur Größe einer Orange auf.
Zellwucherungen in der Vorsteherdrüse sind nicht immer gutartig. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Prostata-Karzinom zur häufigsten Tumorerkrankung des Mannes – vor dem Lungenkrebs. 2003 starben insgesamt 11.400 Männer in Deutschland an einem Prostatakarzinom. Genaue Ursachen für diesen Trend kennt bisher niemand. Die Wissenschaftler können aber zumindest Risikofaktoren nennen:
Man(n) kann also etwas tun. Neben einem gesunden Lebensstil sollte er vor allem die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Arzt in Anspruch nehmen – ab dem 45. Lebensjahr jährlich – und nicht aus falscher Angst oder Scham "den Kopf in den Sand stecken". Die Heilungschancen des Prostatakarzinoms hängen entscheidend von der Früherkennung ab. Wenn erste Symptome auftreten – Schwierigkeiten beim Wasserlassen, schwacher Harnstrahl, Druck trotz gelehrter Blase –, befindet sich der Tumor häufig schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Aber in den allermeisten Fällen werden diese Symptome durch eine gutartige Vergrößerung verursacht.
Die gängigste Untersuchung zur Früherkennung ist die rektale Untersuchung. Dabei ertastet der Urologe die Prostata vom Enddarm her mit dem Finger. Verlässlicher ist die so genannte PSA-Wert-Bestimmung im Blut. PSA steht für prostata-spezifisches Antigen, ein ausschließlich im Prostatagewebe gebildetes Protein. Dieser Eiweißstoff wird nur in der Vorsteherdrüse und bevorzugt von bösartigen Zellen gebildet. Kommt er gehäuft vor, kann das frühzeitig auf eine Tumorentwicklung hinweisen. Ein Wert von mehr als 4 Nanogramm pro Milliliter Blut (ng/ml) gilt als Warnhinweis und sollte daher medizinisch abgeklärt werden. Eine Erhöhung dieses PSA-Wertes kann aber durchaus auch harmlos sein. Denn auch gutartige Vergröße-rungen der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) oder Prostataentzündungen können für eine Erhöhung verantwortlich sein. "Mit Hilfe des PSA-Wertes können zwei Drittel der heilbaren Tumoren erkannt und somit erfolgreich therapiert werden", so Prof. Dr. med. Kurt Miller, Vizepräsident der Berliner Urologischen Gesellschaft e.V. "Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist die PSA-Bestimmung zur Früherkennung unverzichtbar".
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17.12.12 | |
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