22. Oktober 2009
Wie eine Polyneuropathie behandelt wird, hängt von der jeweiligen zugrunde liegenden Erkrankung ab. Wenn man die Risikofaktoren bzw. die ursächlichen Erkrankungen der Polyneuropathie vermeidet, ist dies die beste Vorsorge.
Patienten, die an einer diabetischen Polyneuropathie leiden, benötigen konstante Blutzuckerwerte. Diese werden durch eine entsprechende Tabletten- oder Insulintherapie sowie eine konsequente Ernährung erreicht. Die Patienten erhalten dazu spezielle Diabetesschulungen, die in Arztpraxen und Krankenhäusern angeboten werden. Zusätzlich erhalten die Patienten Medikamente gegen die Symptome der Polyneuropathie.
Liegt die Ursache der Polyneuropathie im Alkohol, so muss der Patient völlig auf Alkohol verzichten. Dies kann oftmals nur durch eine entsprechende Entgiftungsmaßnahme erreicht werden, die –je nach Ausmaß der Alkoholsucht- ambulant oder stationär durchgeführt wird. Zusätzlich erhalten die Patienten meist Vitamin B1 verabreicht, das sich bei dieser Form der Polyneuropathie positiv auf die angegriffenen Nerven auswirkt. Die Patienten erhalten dadurch auch eine Schmerzlinderung.
Ist die Polyneuropathie die Folge einer Erkrankung wie Diphtherie, so erhält der Patient ein Antibiotikum verordnet.
Da die Patienten meist durch ihre Erkrankung psychisch stark angegriffen sind, verordnet der Arzt häufig auch Medikamente gegen Depressionen, so genannte Antidepressiva. Daneben gibt es jedoch auch weitere Präparate, die zur Linderung der Beschwerden bei einer Polyneuropathie beitragen.
Für die Patienten mit verschiedenen Formen der Polyneuropathie gibt es spezielle Selbsthilfegruppen. Hier können die Patienten Kontakt zu Gleichgesinnten knüpfen und Erfahrungen austauschen.
Neben der medikamentösen Therapie benötigen die Patienten auch eine umfassende Physiotherapie. Die Patienten erlernen hier Übungen, um möglichst lange beweglich zu bleiben und auch ihre Einschränkungen im Bereich der Motorik im Griff zu haben. Der Patient erhält dazu verschiedene Therapien aus dem Bereich Physiotherapie wie Krankengymnastik, Massagen oder Bewegungsbäder.
Um einer Polyneuropathie vorzubeugen sollten Grunderkrankungen konsequent behandelt werden. Diabetiker sollten darauf achten, immer konstante Blutzuckerwerte zu haben und sollten regelmäßig an Diabetesschulungen teilnehmen. Um nicht in den Alkoholismus zu rutschen, sollte Alkohol nur in Maßen genossen werden.
Angeborene Polyneuropathien sollten so früh wie möglich diagnostiziert werden. Teilweise ist dies bereits noch während der Schwangerschaft möglich. Paare mit Kinderwunsch, die an dieser Form leiden, können sich auch im Vorfeld darüber informieren, wie leicht sich die Krankheit auf ein Baby vererben würde.
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