31. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Ein geschwollenes Zahnfleisch und ein bisschen Zahnfleischbluten sind doch nicht so tragisch, denken Sie? Dann werden Sie gewiss gleich Ihre Meinung ändern, wenn Sie hier gelesen haben, welch weitreichende Folgen die inzwischen als Volkskrankheit titulierte Parodontitis für Sie haben kann, wenn diese nicht behandelt wird.
Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats und Zahnfleischs. Bemerkbar macht sich diese Krankheit anfänglich durch ein geschwollenes Zahnfleisch und Zahnfleischbluten beim Essen harten Nahrungsmittel oder beim Zähneputzen. Wird die Parodontitis nicht behandelt, kommt es folglich zu einem Rückzug des Zahnfleischs und dem Verlust des Zahnes oder gar mehreren. Man sollte als Betroffener (und davon gibt es allein in Deutschland unendlich viele) diese bakteriell verursachte Erkrankung im Mundraum nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn sie kann weitreichende Folgen auslösen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen können aufgrund der Bakterienstreuung entstehen, wobei hier die Risiken für einen Herzinfarkt durchaus gegeben sind, da sowohl die Blutgefäße als auch die Arterien durch eine Verkalkung betroffen sein können. Auch im Bezug auf eine Entstehung von einer rheumatischen Erkrankung ist eine Parodontitis nicht unerheblich, da auch hier die Bakterien aus dem Mundraum in die Gelenke und Knochen wandern und zu weiteren entzündlichen Prozessen führen können.
Hat eine Schwangere eine unbehandelte Parodontitis, dann besteht die Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt, denn die Erreger aus dem Mund sowie Entzündungsbotenstoffe können bis zur Gebärmutter gelangen. Auch für Diabetiker sollte eine Behandlung durch den Zahnarzt selbstverständlich werden, wenn sich die Zahnfleischerkrankung aufzeigt, denn die Bakterien behindern die Aufnahme von Insulin, was schlussendlich eine gute Zuckereinstellung bei Diabetes-Erkrankte unterbinden kann.
Atemwegserkrankungen aufgrund der bakteriellen Streuung sind ebenfalls möglich und bergen gerade für ältere Menschen die Gefahr eine schwere Lungenentzündung zu bekommen, die nachweislich nicht einmal den Tod ausschließt. All die bisher genannten Risiken durch eine unbehandelte Parodontitis sind nur diejenigen, die nachweislich eintreten können, von vielen weiteren ganz zu schweigen.
Umso all diesen Komplikationen zu entgehen, sollte man sich nicht nur um eine konsequente Mundhygiene kümmern, sondern sich einer Parodontitis-Behandlung beim Zahnarzt unterziehen, um die Entzündung zum Abklingen bringen zu lassen. Je früher man diese Behandlung durchführen lässt, desto rascher heilt eine Entzündung im Mundraum aus. Letzteres besonders auch dann, wenn man das Rauchen einstellt, dass ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der Entstehung der Parodontitis ist und die Heilung deutlich einschränken kann.
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